In der 1. Klasse West musste sich FC Mölltal Obervellach zu Hause gegen ASKÖ Irschen mit 1:4 geschlagen geben. Trainer Helmut Fercher sah den Unterschied vor allem in der Verwertung der Möglichkeiten. „Irschen hat vier Torchancen gehabt, viermal aufs Tor geschossen und vier Tore gemacht“, sagte er nach dem Spiel. Für ihn fiel das Ergebnis deshalb am Ende auch zu deutlich aus, obwohl die Gäste ihre Chancen konsequent nutzten.

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Der Spielverlauf passte zu genau jener Einschätzung, die Fercher unmittelbar nach dem Schlusspfiff formulierte. Aus seiner Sicht hätte die Partie nämlich auch anders anlaufen können, weil Mölltal beim Stand von 0:0 bereits zwei sehr gute Möglichkeiten vorfand. „Wir haben bei null zu null zwei gute Chancen gehabt, die wir leider nicht genutzt haben“, sagte der Trainer. Statt selbst in Führung zu gehen, gerieten die Gastgeber wenig später in Rückstand. Alexander Sommer brachte Irschen in der 36. Minute mit 1:0 nach vorne, und noch vor dem Pausenpfiff legten die Gäste durch Almir Redzic das 0:2 nach. Dass die Partie trotzdem noch einmal offen wurde, lag am Anschlusstreffer von Tim Schorratz, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 1:2 verkürzte und Mölltal damit zur Pause wieder in Schlagdistanz brachte.
Gerade deshalb hatte Fercher den Eindruck, dass für seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel noch etwas möglich gewesen wäre. Entscheidend wurde aus seiner Sicht dann aber der dritte Treffer der Gäste. „Das 3:1 war spielentscheidend“, sagte der Mölltal-Coach klar. Gemeint war damit das 1:3 durch Redzic in der 69. Minute, also genau jenes Tor, das den Rückstand wieder auf zwei Treffer anwachsen ließ. Mölltal hatte sich mit dem späten 1:2 vor der Pause noch einmal herangearbeitet, bekam diesen kleinen Vorteil nach dem Seitenwechsel aber rasch wieder genommen. Den Schlusspunkt setzte schließlich Enis Musanovic in der 89. Minute mit dem 1:4. Damit war das Resultat deutlich, auch wenn Fercher den Spielverlauf insgesamt enger gesehen hatte.
In seiner Analyse kam der Trainer daher immer wieder auf denselben Punkt zurück: den Unterschied vor dem Tor. „Vor dem Tor hat uns die Kaltschnäuzigkeit gefehlt“, sagte Fercher. Während Mölltal seine Möglichkeiten nicht verwerten konnte, habe Irschen genau das getan. „Irschen war da ein bisschen glücklicher oder cleverer“, meinte er, und in dieser Aussage steckte bereits seine komplette Erklärung für die Niederlage. Die Gäste seien an diesem Tag „die etwas glücklichere Mannschaft“ gewesen, hätten es aber eben auch „clever gespielt“. Fercher wollte das 1:4 deshalb nicht einfach nur als klare Angelegenheit lesen. Im Gegenteil: „Das Ergebnis war sicher zu hoch“, sagte er. Aus seiner Sicht entschied nicht eine drückende Überlegenheit des Gegners die Partie, sondern die Tatsache, dass Irschen seine wenigen Möglichkeiten viel besser nutzte.
Trotz der Niederlage fand Fercher auch Punkte, die er seiner Mannschaft zugutehielt. „Meiner Mannschaft würde ich ein Lob aussprechen. Sie hat nie aufgegeben bis zum Schluss“, sagte er. Gerade vor dem Hintergrund der personellen Lage war ihm das wichtig, denn nach seinen Angaben fehlten „vier, fünf Stammspieler“ verletzt oder urlaubsbedingt. „Wir konnten unsere Ausfälle leider nicht ersetzen“, erklärte der Trainer, ohne daraus jedoch eine Ausrede machen zu wollen. Auch am Schiedsrichter wollte er die Niederlage ausdrücklich nicht festmachen. „Die Schiedsrichterleistung war ausgezeichnet“, sagte Fercher. In der Tabelle steht Irschen nun mit 17 Punkten auf Rang zwei, Mölltal hält bei 13 Zählern auf Platz drei. Für die Gastgeber bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass an diesem Tag weniger die Anzahl der Chancen als ihre Verwertung den Unterschied ausgemacht hat.