Spielberichte

„Die Intensität gegen den Ball hat mir richtig gut gefallen“ – KAC 1909 dreht die Partie in Launsdorf

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SC Launsdorf
KAC 1909

In der Kärntner Liga hat der KAC 1909 beim SC Launsdorf einen 0:1-Pausenrückstand noch in einen 2:1-Auswärtssieg gedreht. Für Trainer Christian Rauter lag der Schlüssel klar in der zweiten Halbzeit: Nach einer Umstellung wurde seine Mannschaft höher, mutiger und deutlich intensiver. Dass der Sieg erst in der Nachspielzeit fixiert wurde, passte zu einem Spiel, das lange offen blieb und erst spät auf die Seite der Gäste kippte.

Trainingsball in Weiß, Blau und Orange. Im Hintergrund trainieren Spieler bei Flutlicht

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Erste Halbzeit geht an Launsdorf

Rauter hatte für den Beginn bewusst einen anderen Plan gewählt. Sein Team stellte die Grundordnung um, spielte nach seinen Worten „eher destruktiv“, wollte Launsdorf mehr den Ball überlassen und selbst über Umschaltmomente zu Möglichkeiten kommen. Auf dem Platz sei es ohnehin nicht leicht gewesen, sauber Fußball zu spielen, dazu kamen immer wieder die hohen Bälle und die Diagonalbälle der Gastgeber. Der KAC hatte laut Rauter zwar die erste Halbchance, zufrieden war der Trainer mit diesem Ansatz am Ende aber nicht. „Wir haben bewusst eine andere Grundordnung gewählt und eher destruktiv gespielt, damit Launsdorf mehr den Ball hat“, sagte er, schob aber gleich nach: „Unterm Strich war das suboptimal, weil sie einfach viel zu gut gespielt haben.“ Dass Launsdorf in der 13. Minute in Führung ging, passte aus seiner Sicht in dieses Bild. Über die linke KAC-Seite wurde der Ball in den Fünfmeterraum gebracht, dort traf Samuel Tamegger aus kurzer Distanz zum 1:0. Für Rauter war das eine Szene, die seine Mannschaft „nicht gut verteidigt“ habe. Entsprechend selbstkritisch fiel sein Halbzeitfazit aus: In den Duellen sei es zu wenig gewesen, fußballerisch ebenso.

Nach der Pause dreht der KAC auf

Nach dem Seitenwechsel zog Rauter die Konsequenzen und kehrte mit seiner Mannschaft zur gewohnten Ordnung zurück. Genau diese Umstellung veränderte die Partie. „Wir haben wieder unsere Grundordnung gespielt, die wir immer spielen, und waren viel intensiver gegen den Ball, sind auch viel höher angelaufen“, sagte der KAC-Coach. Damit kam nicht nur mehr Druck in das Spiel der Gäste, sondern auch deutlich mehr Präsenz. Rauter hatte das Gefühl, dass sich die Partie nun „fußballerisch auf unsere Seite entwickelt“ habe. Der Ausgleich ließ trotzdem auf sich warten und fiel erst in der 81. Minute nach einem Standard. Nach einem Eckball über die rechte Seite köpfte Edin Sadikovic zum 1:1 ein. Rauter sprach in diesem Zusammenhang vom „Dosenöffner“ und freute sich auch über den Assist von Edin Serdarevic. Noch turbulenter wurde es danach. In der 86. Minute glaubte der KAC schon an das 2:1, doch der Treffer wurde wegen eines möglichen Handspiels aberkannt. Die Gäste blieben dennoch am Drücker, und in der 95. Minute schlug Jan Noah Pecksieder zu. Der Offensivspieler nahm sich aus rund 25 Metern ein Herz und traf sehenswert zum 2:1. Für Rauter war deshalb klar: „Aufgrund der zweiten Halbzeit war es ein verdienter 2:1-Sieg.“

Viel Lob für Defensivarbeit und auch für Launsdorf

Den wichtigsten Punkt des Spiels machte Rauter nicht an einem einzelnen Moment fest, sondern an der gesamten Arbeit seiner Mannschaft gegen den Ball. Dass Launsdorf immer wieder mit hohen Bällen kam und vorne viel Qualität mitbrachte, war für ihn keine Überraschung. Umso mehr gefiel ihm, wie leidenschaftlich sein Team gerade nach der Pause verteidigte. „Wie leidenschaftlich wir heute verteidigt haben, war richtig, richtig cool“, sagte er. Dazu passte auch, dass KAC-Tormann Florian Magnes die eine oder andere Möglichkeit entschärfte, wenn doch einmal etwas durchkam. Gleichzeitig verteilte der Trainer trotz der Niederlage der Gastgeber viel Respekt an den Gegner. „Ich sehe Launsdorf als richtig gute Mannschaft“, meinte Rauter und hob dabei auch die individuelle Qualität hervor, etwa von Besic oder Gangl. Selbst bei der Szene um den aberkannten KAC-Treffer blieb er ruhig. Die Hand-Thematik könne man diskutieren, sagte er, insgesamt habe der Schiedsrichter die Partie auf dem kleinen Platz aber „phänomenal“ geleitet. Das unterstrich noch einmal, dass der Trainer nach diesem engen Spiel vor allem die eigene Leistung in der zweiten Halbzeit und die starke Gegenwehr beider Mannschaften in den Mittelpunkt stellte.

Pecksieder trifft, der Nachwuchs bekommt Applaus

Besonders herausheben wollte Rauter nach dem Schlusspfiff den späten Matchwinner. Jan Noah Pecksieder erzielte in Launsdorf den späten Siegtreffer. Dass dieses Tor dann auch noch so spät fiel und den Auswärtssieg brachte, machte die Geschichte für den KAC natürlich noch schöner. Rauter verband das gleich mit einem grundsätzlichen Lob an den Verein. Trotz fehlender Routiniers habe seine Mannschaft das Spiel gewonnen, weil junge Spieler bereit seien und Verantwortung übernehmen könnten. „Ein großes Danke an das ganze Trainerteam im Nachwuchs“, sagte der KAC-Coach. „Die Jungs sind so gut ausgebildet worden, dass wir oben in der Kampfmannschaft davon profitieren.“ Mit dem 2:1-Auswärtssieg steht der KAC nach zwölf Runden bei 23 Punkten und bleibt in der Spitzengruppe der Kärntner Liga. In Launsdorf war es vor allem eine zweite Halbzeit, aus der der Trainer viel Positives mitnehmen konnte.

Kärntner Liga: Launsdorf : KAC 1909 - 1:2 (1:0)

  • 95
    Jan Noah Pecksieder 1:2
  • 81
    Edin Sadikovic 1:1
  • 13
    Samuel Tamegger 1:0