In der Unterliga West hat ASKÖ Gmünd gegen SV Raika Greifenburg ein 2:2 aus der Hand gegeben, obwohl die Gastgeber nach 67 Minuten schon 2:0 vorne lagen und Greifenburg seit Minute 63 in Unterzahl war. Greifenburg-Trainer Raphael Neuhauser sah dennoch "leichte Vorteile" für seine Mannschaft, ärgerte sich über zu viele vergebene Chancen und sprach nach der späten Aufholjagd von einem "sensationellen" Comeback.

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Neuhauser erlebte die Partie lange auf Augenhöhe. "Es war ein relativ ausgeglichenes Spiel mit leichten Vorteilen für meine Mannschaft", sagte der Greifenburg-Trainer nach dem Schlusspfiff. Dazu passte auch seine Einschätzung zur Gangart dieser Begegnung. "Es wurde teilweise sehr hart geführt, aber trotzdem war es kein unfaires Spiel", meinte er. Aus Sicht der Gäste lag das Hauptproblem zunächst nicht im eigenen Spiel gegen den Ball, sondern im Umgang mit den eigenen Möglichkeiten. "Wir sind kompakt gestanden. Wir haben uns Chancen erspielt und im letzten Drittel zu viel liegen gelassen", sagte Neuhauser. Während Greifenburg seine Szenen vor dem Tor nicht nutzte, schlug Gmünd in der 22. Minute zu: Nermin Hasancevic brachte die Heimelf mit 1:0 in Führung. Mit diesem Rückstand ging Greifenburg dann auch in die Pause.
Besonders bitter war für Neuhauser, dass der erste Gegentreffer aus seiner Sicht gar nicht hätte zählen dürfen. "Wir sind unglücklich durch ein Abseitstor in Rückstand geraten", sagte er und machte damit klar, worüber er sich in dieser Phase am meisten ärgerte. Gleichzeitig verlor er den Gegner dabei nicht aus dem Blick. Gmünd sei "eine Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern" und "technisch versiert", erklärte der Trainer. Wenn man solchen Spielern "den Meter zu viel Raum" lasse, könne das sofort Probleme machen. Nach 63 Minuten wurde die Aufgabe für Greifenburg dann noch schwerer, weil Florian Michorl die Rote Karte sah. Neuhauser redete die Szene nicht schön. "Die Rote Karte war eine Rote Karte. So ehrlich muss man sein. Das war einfach ein Blackout eines Spielers von unserer Seite", sagte er. Nur vier Minuten später erhöhte Domen Potocnik auf 2:0, und damit schien die Partie klar in Richtung der Gastgeber zu laufen.
Gerade weil Greifenburg nach dem 0:2 nur noch zu zehnt auf dem Platz stand, fiel das Lob des Trainers für die Schlussphase so deutlich aus. "Nach dem 2:1 in der 90. Minute haben wir noch einmal alles nach vorne geworfen und zum Glück noch das 2:2 erzielt", sagte Neuhauser. Genau so entwickelte sich dann auch die letzte Phase dieser Partie. Zunächst verkürzte Stefan Norbert Weisinger in der 90. Minute auf 1:2 und hielt den Gästen damit die Tür einen Spalt offen. In der Nachspielzeit kam Greifenburg dann tatsächlich noch zum Ausgleich, als Luca Rainer das 2:2 markierte. Für Neuhauser war das nicht einfach nur ein später Treffer, sondern der verdiente Lohn für eine Mannschaft, die trotz Rückstand und Unterzahl nicht eingebrochen ist. "Ein großes Lob von meiner Seite an die Mannschaft, dass sie sich nie aufgegeben hat", sagte der Trainer, und genau dieses Durchhaltevermögen brachte den Gästen am Ende noch einen Punkt.
So blieb nach dem Schlusspfiff ein Abend mit zwei völlig unterschiedlichen Gefühlen. Einerseits war da bei Greifenburg der Ärger darüber, dass aus den eigenen Möglichkeiten deutlich mehr hätte werden können. "Ganz klar die Chancenauswertung", nannte Neuhauser als jenen Punkt, der aus seiner Sicht mehr verhindert hat. Andererseits nahm er aus diesem 2:2 auch viel Positives mit, weil seine Mannschaft trotz aller Widerstände noch einmal zurückkam. Auch rund um die Spielleitung wollte er nichts unnötig aufbauschen. "Der Rest wurde vom Schiedsrichter super heruntergepfiffen", sagte der Greifenburg-Coach. Vor allem aber soll dieses späte Remis nun Wirkung für die nächsten Wochen haben. "Nach einem 2:0 in Unterzahl noch zurückzukommen, das ist sensationell. Das muss uns für die nächsten Wochen den Aufschwung geben, den wir zurzeit brauchen", sagte Neuhauser. Genau darin liegt aus Greifenburger Sicht wohl der größte Wert dieses Punktes.