In der 2. Klasse A musste sich Rapid Lienz 1b am Samstag bei der SG Prägraten/Virgen mit 0:3 geschlagen geben. Für Trainer Tolga Sarisaltik lag der Unterschied nicht im Einsatz seiner Mannschaft, sondern darin, dass die Gäste die bekannten Muster der Gastgeber trotzdem nicht unterbinden konnten. Gerade in einem von Beginn an offenen und körperbetonten Spiel fiel das am Ende klar ins Gewicht.

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Nach dem Schlusspfiff beschrieb Sarisaltik eine Partie, die vom Anpfiff weg ohne jede Abtastphase lief. Seine Mannschaft hatte nach seinen Worten die erste gute Möglichkeit, bei der der Tormann zum Eckball parierte. Direkt danach kam aber auch Prägraten/Virgen ins Rollen. Der Rapid-Coach sprach von einer Phase mit „fünf, sechs Eckbällen hintereinander“ und machte damit deutlich, wie schnell die Partie auf Temperatur kam. „Das Spiel hat keine Anlaufzeit gebraucht, sondern ist gleich richtig zur Sache gegangen“, sagte er. Gemeint war damit nicht nur die Intensität in den Zweikämpfen, sondern auch die Tatsache, dass auf beiden Seiten früh Torchancen da waren. Mitten in diese druckvolle Anfangsphase hinein fiel dann in der 27. Minute das 1:0 für die Gastgeber, als Laurin Berger traf. Bis zur Pause blieb es bei diesem Zwischenstand, auch wenn das Spiel laut Sarisaltik weiterhin scharf und umkämpft blieb.
Entscheidend war aus Sicht des Lienz-Trainers, dass seine Mannschaft sich im Verlauf der Partie ein Stück weit vom Charakter des Spiels wegziehen ließ. „Meine Mannschaft hat sich davon ein bisschen aufbrausen lassen und sich dann nicht mehr so sehr aufs Spiel konzentriert, sondern mehr auf die Zweikämpfe“, erklärte Sarisaltik. Er stellte zwar klar, dass Schärfe und Einsatz gepasst hätten, sah aber genau dort auch den Punkt, an dem Rapid den Faden verlor. Dazu kam, dass Prägraten/Virgen genau das auf den Platz brachte, worauf sich die Gäste eigentlich eingestellt hatten. „Wir haben gewusst, dass der Pass in die Tiefe kommt, dass der Stürmer schnell ist, dass er laufen wird und im Eins-gegen-eins eiskalt ist. Wir haben es aber leider nicht verhindern können“, sagte der Trainer. Dass Laurin Berger kurz nach dem Seitenwechsel in der 49. Minute auch das 2:0 erzielte, passte für ihn genau in dieses Bild. Der Gegner habe „ein gewisses Spiel einstudiert“ und spiele das „einfach gut“, meinte Sarisaltik.
Auch die Linie des Schiedsrichters ordnete der Rapid-Coach nüchtern ein. Der Unparteiische habe viel laufen lassen, „aber für beide Seiten“, sagte Sarisaltik. Dadurch sei die Partie zwar hitziger und schärfer geworden, grundsätzlich habe das aber gepasst. Am Spielausgang änderte das nichts mehr. Als Bernhard Islitzer in der 86. Minute das 3:0 erzielte, war die Niederlage von Rapid Lienz 1b endgültig besiegelt. Trotzdem wollte Sarisaltik nicht alles schlechtreden. „Unabhängig von der Niederlage kommt es für mich immer darauf an, wie man verliert“, sagte er und schob nach: „Meine Mannschaft hat Einsatz gezeigt, gebissen und keinen Zweikampf gescheut. Mit dem kämpferischen Auftritt bin ich zufrieden.“ Gleichzeitig benannte er den Kern des Problems klar. „Wir haben die Sachen angesprochen, wir haben gewusst, was uns erwartet, haben aber trotzdem die Fehler gemacht und sind dafür bestraft worden.“ Für Rapid bleibt damit eine klare Erkenntnis: Am Willen fehlte es nicht, wohl aber an der Konsequenz, die bekannten Stärken des Gegners über 90 Minuten wirklich zu unterbinden.