Spielberichte

„Wir wollen vorne mitmischen“ – Staudacher ordnet 2:2-Schlüsselspiel und Umbruch bei Weißenstein/Töplitsch ein

Weißenstein/Töplitsch

In der 2. Klasse B zieht Trainer Patrick Staudacher bei der SG SK Weißenstein/SV Töplitsch Bilanz: 28 Punkte, Rang 9 und ein Start mit sieben Zählern aus drei Spielen. Als Mahnung blieb das 2:2 nach spätem Ausgleich gegen das Schlusslicht hängen. Staudacher spricht offen über Verletzungspech, eine ständig umgestellte Abwehr und den geplanten Umbruch. Seine Ansage für die neue Saison ist deutlich: „Wir wollen vorne mitmischen.“ Gleichzeitig betont er die Bodenhaftung im Klub – von gemeinsamen Fußballabenden bis zum Oktoberfest – als Basis für den nächsten Schritt.

Spieler hilft einem Mitspieler beim Lösen eines Krampfs

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Ankommen als Chef, starker Start – dann bremsten Verletzungen

Für Patrick Staudacher war es die erste Station als Cheftrainer einer Kampfmannschaft – und der Einstieg verlief vielversprechend. „Ich war sehr positiv überrascht, wie mich die Mannschaft und meinen Co-Trainer aufgenommen haben. Das Mannschaftsgefühl war sofort da“, sagt er. Sportlich legte Weißenstein/Töplitsch los wie aus der Pistole: „Wir sind super in die Meisterschaft gestartet, aus drei Spielen sieben Punkte.“ Danach aber wurde es zäh. „Ab dem vierten Spieltag habe ich mit keiner Abwehr gleich gespielt“, beschreibt Staudacher die Dauerbaustelle hinten. Bandscheibenvorfall hier, Muskelfaserriss dort – und der Stammtormann musste seinen Grundwehrdienst absolvieren, „der war nie beim Training da“. Trotz all der Widrigkeiten zieht der Coach ein ehrliches Zwischenfazit: „Für meine erste Trainerstation war ich mit der Mannschaftsleistung im ersten Halbjahr einigermaßen zufrieden.“ Im Tabellenverlauf spiegelte sich das Auf und Ab, am Ende stand Rang 9 mit 28 Punkten – stabil im Mittelfeld, aber mit Luft nach oben.

Lehre aus dem späten 2:2: Nicht auf die Tabelle schauen

Ein Spiel hat sich bei Staudacher eingebrannt – das Heimremis gegen das Schlusslicht. „Wir waren eigentlich die bessere Mannschaft und schießen erst in der 88. Minute den Ausgleich zum 2:2“, erzählt er. Was ihn daran besonders wurmt, ist die Haltung: „Meine Spieler waren einfach auf die Tabelle fixiert. Das ist der Letzte, da werden wir schon gewinnen.“ Der Gegner habe frei aufgespielt und die wenigen Möglichkeiten eiskalt genutzt: „Sie hatten keine Angst vor uns und haben zwei Tore gemacht.“ Für Staudacher war es ein Warnsignal, das über die 90 Minuten hinausreicht: „Mit Glück ein Unentschieden – das waren verlorene Punkte.“ Aus solchen Abenden leitet er die klare Forderung ab, unabhängig vom Tabellenstand wach, gierig und konzentriert zu bleiben. „Nicht reden, machen – und zwar von Beginn an“, so die Botschaft, die er seiner Truppe für die nächste Saison mitgibt.

Kader, Verletzte und Stützen: Ein Umbruch mit klaren Rollen

Hinter den Kulissen arbeitet der Verein am Feinschliff für die neue Spielzeit. „Wir befinden uns in einem kleinen Umbruch. Wir wollen uns aufrüsten und im vorderen Feld mitmischen“, erklärt Staudacher. Fix ist ein Abgang: „Matteo Gruber verlässt uns Richtung Bad Bleiberg.“ Bei Neuzugängen hält sich der Coach bewusst bedeckt: „Da will ich mich noch ein bisschen zurückhalten.“ Positiv: Die Langzeitverletzten machen Fortschritte. „Unser Linksverteidiger Martin Preissl (Muskelfaserriss) und Patrick Pfeifhofer, der die ganze Rückrunde mit einem Bandscheibenvorfall gefehlt hat, sind auf einem guten Weg.“ Das Trainerteam bleibt zusammen – Staudacher als Chef, Dejan Stojanovic als Co. Zudem kam in der Rückrunde ein Tormanntrainer dazu: „Ein ehemaliger Spieler von uns leitet jetzt das Tormanntraining.“ Sportlich und menschlich hebt Staudacher einige Stützen hervor: „Heimo Unterdorfer ist überall einsetzbar, egal ob innen, außen, Sechs oder Zehn.“ Und auch abseits des Rasens passt es: „Bei uns tun einige (Nirmel Bajramovic) sehr viel für den Verein und machen Dinge, die viele nicht sehen. Unser sportlicher Leiter Benjamin Oberheinrich leistet gute Arbeit, obwohl er wegen seines Jobs nur alle zwei Wochen da ist.“

Sommerfahrplan, Gemeinschaft – und der Blick nach vorne

Der Sommer ist durchgetaktet. „Wir starten am 23. Juni wieder ins Training. Es wird intensiver, drei bis vier Tests stehen schon im Raum“, sagt Staudacher. Einen Gegner verrät er: „Der erste Test ist am 24. Juni bei uns in Weißenstein gegen die Admira Villach.“ Dazu kommen „ein, zwei Teambuildings“, Arbeiten am Vereinsgebäude und Events, die den Klub zusammenrücken lassen – vom Kleinfeld-Turnier am 20. Juni bis zum Bocca-Turnier am 04. Juli, erzählt der Coach. Besonders am Herzen liegt ihm der Nachwuchs: „Einmal in der Woche starten wir mit einem Fußballkindergarten. Wir wollen die Kinder aus der Umgebung wieder auf den Platz bringen.“ Zum Schluss verteilt Staudacher noch Anerkennung in der Liga: „Ich gratuliere Treffen zum Meistertitel und Feffernitz zum Aufstieg.“ Und dann kommt wieder sein Grundton durch, der zum Titel passt: „Ich freue mich auf neue Gegner, neue Spieler – und hoffe, dass wir vorne ein bisschen mitmischen können. Allen wünsche ich eine unfallfreie, erfolgreiche Saison.“