In der 2. Klasse B ordnete Thomas Herndl den 6:0-Auswärtssieg seines Teams SV Obermillstatt bei SV Stockenboi als disziplinierten, zielstrebigen Auftritt mit klarer Linie ein. Der Trainer hob die konsequente Umsetzung des Matchplans hervor, sah aber auch Luft nach oben in der Chancenverwertung. Auffällig waren eine abwartende Anfangsphase mit anschließend wachsender Kontrolle, ein klarer Umschaltfokus und wenige gegnerische Abschlüsse. Besonderes Lob verteilte Herndl an den Unparteiischen für eine souveräne Leitung. Ein emotionaler Höhepunkt war das Tor von Stefan Huber, auf das der Flügelspieler lange gewartet hatte – ein Moment, den der Coach ausdrücklich würdigte.

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay
Obermillstatt agierte zunächst aus einer tieferen Ordnung und überließ Stockenboi bewusst den Ball, fand dann aber immer stärker die Kontrolle. Herndl ordnete das so ein: „Der Gegner hatte vor allem am Anfang deutlich mehr Ballbesitz, weil wir ihn bewusst spielen ließen. Im Laufe des Spiels hat sich das dann exakt gedreht und der Gegner hatte nahezu keinen Ball mehr. Vor allem in der 1. Halbzeit hatten sie keinen einzigen Abschluss aufs Tor.” In der 2. Halbzeit gab es ein paar Halbchancen für Stockenboi, weil Obermillstatt höher stand – und ganz zum Schluss noch eine große Möglichkeit, die der Obermillstätter Keeper stark entschärfte. Nach Ballverlusten lobte der Coach die Disziplin seiner Mannschaft: „Meine Mannschaft ist sehr diszipliniert in das vorgegebene System zurückgefallen.” Für die Offensivphasen formulierte er einen klaren Arbeitsauftrag: „Nach Ballgewinn erwarte ich mir noch etwas mehr Seitenverlagerungen – nicht nur die Tiefe durchs Zentrum zu suchen, sondern auch über die Seite gefährlich zu werden. Daran werden wir in den nächsten Wochen arbeiten, um die Außenspieler besser in Szene setzen zu können.”
Trotz eines deutlichen Chancenplus sah der Trainer Verbesserungspotenzial im Abschluss: „Wir haben sechs Tore geschossen, aber das war zu wenig. Der einzige Vorwurf heute ist, dass wir nicht mindestens zehn Tore erzielt haben – Möglichkeiten waren zur Genüge da.” Unter den Torschützen reihten sich auch Matthias Krammer (29., 66.) und Stefan Huber (50.) ein; Huber stellte unmittelbar nach der Pause auf 4:0. Standards spielten laut Herndl kaum eine Rolle – auch wegen ungewohnter Ballverhältnisse: „Nach einer Standard gab es eine hundertprozentige Kopfballchance, ansonsten waren beide Teams bei ruhenden Bällen harmlos. Das lag auch am Spielgerät: Der Ball war in den ersten Minuten sehr weich, beinahe wie ein Luftballon, und flog deshalb weit – später war er dann viel zu hart. So konnten Standards auf beiden Seiten nicht optimal getreten werden.”
Für den Schiedsrichter fand Herndl klare Anerkennung: „Ich möchte dem Schiedsrichter ein großes Lob aussprechen – er hat eine sehr souveräne Partie geleitet.” Diskussionswürdig sei lediglich eine Szene kurz vor der Pause gewesen, als ein Obermillstätter Spieler frei aufs Tor zulief und vom Gegner gestoppt wurde: „Meiner Meinung nach hätte man da wegen Torraubs auch Rot geben können. Es hat das Spiel aber nicht beeinflusst.” Bewegend war der Treffer von Stefan Huber: „Ein besonderer Moment: Mein Außenspieler Stefan Huber hat sein erstes Tor nach sehr langer Zeit erzielt – mit einem Sprint über 50 Meter und einem Abschluss ins lange Eck. Das hat er sich verdient. Er hat in der Vorbereitung mit am meisten aufgezeigt und sich einen Stammplatz erkämpft – ich gönne ihm dieses Tor sehr.” Herndl zog ein klares Fazit: „Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft, weil sie das System eins zu eins so umgesetzt hat, wie wir es uns vor dem Spiel vorgenommen haben.”