Zwischen BSV Bad Bleiberg und SV Draschitz entwickelte sich in der 2. Klasse B eine Partie mit zwei Gesichtern: Zur Pause führte Draschitz 1:0, nach dem Seitenwechsel legten die Gäste deutlich zu. Coach Mario Ladinig sprach von einer Reaktion auf die Kritik der Vorwoche, lobte das Kollektiv und blieb zugleich betont nüchtern. Er hob taktische Korrekturen, frische Wechsel und die Laufarbeit in Halbzeit zwei hervor – ohne einzelne Akteure herauszustellen.

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„In der ersten Halbzeit haben wir uns schwergetan.“ Ladinig sah den Schlüssel in der Justierung des Anlaufverhaltens: Früheres Pressing gegen den Bleiberger Aufbau um Armin Jahic, den Gegner bereits vor der Ballverarbeitung stören. Zunächst hatte Bad Bleiberg mehr Ballbesitz und war aktiver, doch der Führungstreffer fiel auf der anderen Seite: In der 22. Minute verwandelte Raphael Martinz per Elfmeter zum 1:0. Nach dem Seitenwechsel setzte sich die neue Klarheit im Pressing durch: „In der zweiten Halbzeit waren wir läuferisch klar stärker, tonangebend, haben sogar noch Topchancen vergeben – das Ergebnis hätte höher ausfallen können.“
Draschitz stellte die Weichen früh im zweiten Durchgang: Patrick Nischlwitzer erhöhte binnen fünf Minuten auf 2:0 (50.) und 3:0 (55.). Bad Bleiberg schwächte sich anschließend selbst: Norbert Balla sah in Minute 70 Rot – Draschitz agierte fortan in Überzahl. Das numerische Plus nutzte die Elf auswärts umgehend: Philipp Abuja schob in der 72. Minute zum 4:0 nach, ehe Florian Kaiser in der 88. Minute mit dem 5:0 den Schlusspunkt setzte. Rückhalt gab auch der Mann zwischen den Pfosten: „Mit Manuel Mostetschnig hatten wir einen sehr guten Tormann, der die eine oder andere Chance der Bleiberger zunichtemachte.“ Ladinigs Fazit passte zum Bild nach dem Seitenwechsel: „In der zweiten Halbzeit waren wir die klar bessere Mannschaft – von der 46. bis zur 90. Minute.“
Ladinig blieb seiner Linie treu: Einzelne Helden seien zweitrangig. „Man sollte am Boden bleiben. Ich bleibe am Boden.“ Er verwies auf die Breite im Kader als Triebfeder der Steigerung: „Wir hatten mit Fabian Rauscher, Florian Kaiser und Hamza Der Top-Joker – im Grunde Stammspieler auf der Bank. Das ist der Hauptgrund, warum wir in der zweiten Halbzeit zulegen konnten.“ Gleichzeitig wollte er den Spannungsbogen nicht mit Superlativen überdehnen: „Die Wahrheit liegt in der Mitte. Die letzte Partie lasse ich mir nicht schlechtreden, und die heutige auch nicht übermäßig gut reden.“ Den größeren Kontext formulierte er deutlich: „Wir haben seit dem 12. Oktober 2025 kein Meisterschaftsspiel mehr verloren – das ist jetzt über ein halbes Jahr.“ Auch die Ziele bleiben realistisch gesteckt: „Wir haben 25 Punkte. Vor der Saison waren 30 Punkte mein Ziel. Ich gehe davon aus, dass wir in den sieben Spielen die fünf Punkte noch erreichen.“ Und der Blick geht sofort nach vorn: „Ich bin in Gedanken schon beim nächsten schweren Gegner.“