In der 2. Klasse B musste sich SG SK Weißenstein/SV Töplitsch am Samstag dem FC Rennweg mit 1:2 geschlagen geben. Nach einem 0:1 zur Pause lag die Mannschaft von Trainer Patrick Staudacher kurz nach dem Seitenwechsel schon 0:2 hinten, kam durch Christoph Ernst Ebner aber noch einmal heran. Der Trainer sah zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten und machte vor allem die bessere Phase nach der Umstellung zum großen Thema.

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Patrick Staudacher hatte vor dem Spiel nach eigenen Worten eine klare Erwartung an seine Mannschaft. „Wir sind nach einer harten Trainingswoche ins Spiel gegangen mit dem Ziel, drei Punkte zu holen“, sagte der Trainer. Auf dem Platz lief es für SG SK Weißenstein/SV Töplitsch aber zunächst nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. FC Rennweg stellte sich aus seiner Sicht gut auf die Partie ein und machte es dem Heimteam schwer. Staudacher beschrieb vor allem die erste Hälfte sehr kritisch: „In der ersten Halbzeit haben Mittelfeld, Verteidigung und Sechser überhaupt nicht zusammengearbeitet.“ Dazu sei zu wenig Bewegung drin gewesen, die Abstimmung habe nicht gepasst und auch im Ballbesitz habe seine Mannschaft kaum die Verbindungen gefunden, die sie gebraucht hätte. „Es wurde viel zu wenig miteinander geredet, ganz wenig Dreiecke gebildet, ganz wenig Ballstafetten gebildet“, sagte er. So blieb oft nur der lange Ball, unter anderem über Martin Preissl und Alexander Kleinbichler, während Christoph Ebner als alleinige Spitze vorne häufig auf sich gestellt war. In der 22. Minute brachte Dejan Bozicic den FC Rennweg dann mit 1:0 in Führung.
Richtig bitter wurde es für SG SK Weißenstein/SV Töplitsch gleich nach Wiederbeginn, als Samuel Seebacher in der 47. Minute auf 2:0 für FC Rennweg stellte. Gerade dieses frühe zweite Gegentor machte die Aufgabe noch schwerer, doch danach kam aus Sicht von Staudacher die beste Phase seiner Mannschaft. Er stellte um, brachte ein 4-4-2 auf den Platz und sah sofort mehr Zugriff. „In der zweiten Halbzeit haben wir dann umgestellt auf 4-4-2. Da sind wir besser ins Spiel gekommen“, erklärte er. Später legte er noch einmal nach: „Ab der sechzigsten, fünfundsechzigsten Minute war bei Rennweg die Luft heraus. Dann haben wir Fußball gespielt.“ Der Ball lief nun öfter am Boden, SG SK Weißenstein/SV Töplitsch wurde aktiver und kam zu den besseren Möglichkeiten. „Wir haben auch die gefährlicheren Torschussgelegenheiten gehabt“, sagte Staudacher. Besonders hob er Bastian Stinnig hervor, der sich aus seiner Sicht hineingehauen und immer wieder angeschoben habe. In der 75. Minute gelang Christoph Ernst Ebner dann der Anschlusstreffer zum 1:2, und damit war die Partie wieder offen. Staudacher sah seine Mannschaft nun klar näher am Ausgleich, meinte aber auch: „Wir haben uns leider nicht belohnen können.“ Dazu kam nach seiner Einschätzung, dass der Tormann von FC Rennweg in mehreren entscheidenden Situationen zur Stelle war.
So deutlich Staudacher die eigene erste Halbzeit ansprach, so klar war auch, worüber er sich nach dem Spiel am meisten ärgerte. Mit mehreren Entscheidungen des Schiedsrichters war der Trainer überhaupt nicht einverstanden. Vor allem die Entstehung des 0:1 und das zweite Gegentor störten ihn. „Der Elfmeter war aus meiner Sicht keiner“, sagte er über die Szene vor dem ersten Treffer von Dejan Bozicic. Auch beim 0:2 legte er seine Sicht offen: „Das war für mich klar Abseits.“ Dazu verwies er auf eine Situation in der 85. Minute, in der SG SK Weißenstein/SV Töplitsch selbst einen Strafstoß gefordert hatte. „Für mich war das dieselbe Situation wie in der ersten Halbzeit“, erklärte Staudacher. Er schilderte die Partie insgesamt als hitzig und sprach von vielen Fouls auf beiden Seiten, bei denen ihm die Linie des Unparteiischen nicht gefallen habe. In der 90. Minute sah Staudacher dann selbst die rote Karte. Der Trainer berichtete, dass es nach einer Szene mit einem zweiten Ball auf dem Feld zu der Entscheidung gekommen sei, nachdem er in der Emotion offen zugegeben habe, den Ball zuvor gegen den Zaun geschossen zu haben. Auch diese Situation passte für ihn zum insgesamt schwierigen Spielverlauf.
Trotz des großen Ärgers fand Staudacher am Ende aber auch versöhnliche Worte in Richtung Gegner. „Ich wünsche dem FC Rennweg alles Gute für die Saison“, sagte der Trainer nach der knappen Niederlage. Gleichzeitig machte er klar, dass sein Team diese Partie nicht einfach abhaken will, sondern aus ihr etwas mitnehmen muss. Der Auftritt habe aus seiner Sicht zwei Gesichter gehabt: eine erste Halbzeit mit zu wenig Bewegung, zu wenig Verbindung und kaum Kontrolle, danach aber eine deutlich bessere Phase, in der SG SK Weißenstein/SV Töplitsch mutiger und gefährlicher wurde. Genau dort wird für die kommenden Wochen der Ansatz liegen. Nach zwei Runden hält SG SK Weißenstein/SV Töplitsch bei drei Punkten, während FC Rennweg den zweiten Sieg im zweiten Spiel feierte. Für Staudacher bleibt die Erkenntnis, dass seine Mannschaft nach der Umstellung näher an ihrem Spiel war. Oder, wie er es selbst formulierte: „Der Ball war am Boden, wir haben gespielt.“