Spielberichte

Christian Rauter (Trainer KAC 1909): „Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht“

SV Donau Klagenfurt
KAC 1909

In der Kärntner Liga musste der KAC 1909 beim SV Donau Klagenfurt - St.Ruprecht eine 0:3-Niederlage (0:2) hinnehmen. Für die Hausherren trafen Damjan Jovanovic und in der Schlussphase Andre Hubert Schmedler, dazu kam ein Eigentor von Patrick Legner. KAC-Trainer Christian Rauter sprach von einem unglücklichen Verlauf: „Die erste Halbzeit war aus meiner Sicht ein klassisches Unentschieden.“ Seine Kernaussage blieb klar: „Wir haben heute zu viele individuelle Fehler gemacht.“ Gleichzeitig betonte er: „Die Schiedsrichterleistung war top.“

Donau schlägt vor der Pause zu – KAC hadert mit Eigenfehlern

Über weite Strecken der ersten Hälfte neutralisierten sich beide Teams. „Beide Mannschaften haben sich mehr oder weniger neutralisiert“, sagte Rauter, der zwischen Minute 35 und 37 sogar „drei gute Chancen“ seiner Elf sah. Kurz darauf kippte die Partie. In Minute 44 stellte Damjan Jovanovic auf 1:0 – ein Treffer, der für den KAC aus einer Kette vermeidbarer Entscheidungen entstand. „Unser Tormann hatte genügend Zeit, den Ball kurz zu spielen. Er wollte ins Zentrum schlagen, dort hatten wir keine Mitspieler positioniert, um auch den Ballgewinn zu erzielen, nach dem Kopfball des Donauer Spielers in unser Verteidigungsdrittel wird unser Innenverteidiger (Anm. Legner) unterlaufen – im Video ein klares Foul, Jovanovic macht es dann aber auch gut“, schilderte Rauter. Noch vor der Pause fiel das 0:2 – aus KAC-Sicht besonders bitter, weil der Ball laut Coach „dreimal zu kontrollieren war, zuerst verlieren wir diesen in der gegnerischen Hälfte sehr unnötig zum ersten Mal, vor dem Eckball hatten wir noch die Möglichkeit zu klären, da fehlte es uns an der Kommunikation sowie kam noch der jugendliche Leichtsinn, welcher uns im gesamten Spiel begleitet hatte, dazu“, ehe der darauffolgende Eckball im eigenen Netz landete. In der Statistik wurde Patrick Legner als Unglücksrabe geführt. Nach dem Seitenwechsel versuchte der KAC, weiterhin Fußball zu spielen, blieb aber ohne zählbaren Erfolg. In der 82. Minute machte Andre Hubert Schmedler mit dem 3:0 alles klar; auch hier sah Rauter einen individuellen Fehler als Ausgangspunkt: „Mein Spieler hätte erkennen müssen, dass der Ball nicht ins Aus gehen kann, der Gegner hat meinen IV umlaufen und einen Stanglpass gespielt, das Tor war dann kein großes Kunststück mehr.“

„Wir wollten Fußball spielen“ – Rauters Sicht auf Leistung, Gegner und Pfeife

Rauter blieb in der Analyse deutlich und nahm sein Team zugleich in Schutz. „Wir waren speziell in der ersten Halbzeit im Ballbesitz nicht so, wie wir uns das vorstellen. Wir haben zu viele Bälle verschenkt, weil wir mit dem 1. Kontakt und den Zuspielen zu unpräzise waren sowie haben wir uns selbst nicht so viel zugetraut.“ Vor allem nach Ballgewinnen sei man „viel zu unsauber“ gewesen und habe dadurch „ganz viel Energie durch Ballrückeroberungen vergeudet“. Trotzdem gefiel ihm der Ansatz: „Wir wollten Fußball spielen – und wir haben Fußball gespielt. Wir hatten gute Ballstafetten und starke Duelle. Mir ist das lieber, als 90 Minuten die Bälle irgendwohin zu schießen.“ Vom Gegner zeigte er sich nicht überrascht: „Wenn wir diese Fehler nicht machen, schießen sie uns wahrscheinlich kein Tor.“ Die Bewertung fällt entsprechend nüchtern aus: „Es war kein Spiel, das man verlieren muss.“ Und zur oft heiklen Frage nach der Pfeife sagte Rauter: „Die Schiedsrichterleistung war top von allen dreien.“ Selbst bei der strittigen Szene vor dem 0:1 blieb er konsequent: „Wenn der Tormann den Ball nicht schlägt, kommt es gar nicht zu dieser Situation.“

Junge Truppe, klare Hausaufgaben – Mut und Präzision fürs letzte Drittel

Den Hauptgrund für das 0:3 verortete der KAC-Coach ohne Umschweife: „Definitiv unsere individuellen Fehler – und das ohne Druck.“ Gleichzeitig verwies er auf die sehr junge Mannschaft: „Wenn wir eine Truppe haben, die knapp über zwanzig Jahre alt ist im Durchschnitt, dann dürfen die noch lernen.“ Genau dort setzt die Arbeit an. „Ich habe das Spiel analysiert und stelle es den Spielern zur Verfügung. Wir müssen extrem schnell lernen, dass geschlagene Bälle gleich schnell zurückkommen wie ein Fehlpass gleich schnell zurückkommen könnte. Wir bleiben mutig und wollen weiter am Spielfeld zocken.“ Auch Standards sieht er als Hebel: „Die haben wir super reingeschossen, waren aber zu wenig entschlossen.“ Für die nächsten Wochen lautet der Plan: „Das letzte Drittel noch besser bespielen, präziser und konsequenter werden – daran werden wir arbeiten.“ In der Tabelle steht Donau mit 41 Punkten auf Rang zwei, der KAC hält bei 23 Zählern auf Platz 13 – genug Motivation, das Gesagte rasch auf den Platz zu bringen.

Kärntner Liga: SV Donau Klagenfurt : KAC 1909 - 3:0 (2:0)

  • 82
    Andre Hubert Schmedler 3:0
  • 47
    Eigentor durch Patrick Legner 2:0
  • 44
    Damjan Jovanovic 1:0