In der Kärntner Liga lieferte sich der TSV Grafenstein mit ASCO ATSV Wolfsberg ein wildes Duell, das die Gäste dank eines späten Treffers 3:4 für sich entschieden. Nach frühem Rückstand drehte Wolfsberg das Spiel, gab eine 1:3-Führung wieder aus der Hand und schlug in Minute 89 doch noch zurück. Obmann Otto Wegscheider sprach von einer über weite Strecken überlegenen Leistung und einem „wunderschönen“ Siegtreffer von Lukas Puff – zugleich mahnte er Effizienz und weniger Gegentore ein.

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Grafenstein erwischte den besseren Start, Bernhard Walzl stellte schon in Minute 7 auf 1:0. Der Tabellenführer zeigte jedoch sofort die richtige Antwort: Nur drei Minuten später glich Patrick Pfennich zum 1:1 aus. „Wir sind nicht gut reingekommen, der Gegner macht schnell das 1:0. Trotzdem gleichen wir aus und waren über die gesamte Spielzeit die überlegene Mannschaft“, sagte Otto Wegscheider nach dem Abpfiff. Wolfsberg hatte nun mehr vom Spiel und belohnte sich noch vor der Pause: Thomas Wagner traf in der 24. Minute zum 1:2, mit dieser Führung ging es auch in die Kabinen. Wegscheider sah darin den Knackpunkt: „Der entscheidende Moment war, dass wir das 0:1 sehr schnell weggesteckt haben und dem Gegner mit unserem Spiel den Stempel aufgedrückt haben.“ Aus Wolfsberger Sicht passte die Mischung: schnelle Antwort, Kontrolle über weite Strecken und die nötige Klarheit im Abschluss vor dem Seitenwechsel.
Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, legte Wolfsberg nach. Wieder war Pfennich zur Stelle und erhöhte in Minute 50 auf 1:3. Alles schien auf einen ruhigen Auswärtssieg hinauszulaufen, doch dann kippte die Partie kurzfristig. Ein Eigentor von Fabian Rothleitner brachte Grafenstein in der 55. Minute zurück ins Spiel, und Bernhard Walzl glich in der 72. Minute tatsächlich zum 3:3 aus. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, indem wir nach der 3:1-Führung mit zwei schweren Eigenfehlern den Gegner auf 3:3 kommen lassen“, ärgerte sich Wegscheider über die wilde Phase seiner Elf. Wolfsberg brauchte danach wieder Ruhe im Passspiel und Geduld – und fand in der Schlussminute den erlösenden Moment. In der 89. Minute traf Lukas Puff zum 3:4. Wegscheider geriet ins Schwärmen: „Das 4:3 war ein wunderschöner Schuss von Lukas Puff, von der halblinken Seite am Sechzehnereck, wunderbar ins Eck. Eine Augenweide.“ Der späte Punch passte zum Spiel: aktiv geblieben, dran geblieben – und am Ende die Chance eiskalt genutzt.
Nach diesem Auf und Ab ordnete der Wolfsberger Obmann die Leistung deutlich ein. „Grundsätzlich waren wir über neunzig Minuten die überlegene Mannschaft, der Gegner hat von unseren Fehlern profitiert und der Sieg war mehr oder weniger hochverdient“, sagte Wegscheider. Gleichzeitig sparte er die Hausaufgaben nicht aus: „Luft nach oben haben wir vor allem in der Chancenauswertung. Wir haben immer wieder viele Chancen, die wir nicht verwerten. Wir bekommen relativ viele Tore, daran müssen wir arbeiten, das zu minimieren.“ Für den Gegner fand er klare Anerkennung: „Der Gegner hat das Spiel nie aufgegeben und bis zur letzten Minute gekämpft.“ Auch die Unparteiischen erhielten Lob: „Der Schiedsrichter hat eine normale Härte spielen lassen, war auf Ballhöhe. Das gesamte Team hat die Aufgabe sehr gut gemacht.“ In der Tabelle steht Wolfsberg mit 50 Punkten an der Spitze und nimmt den hart erkämpften Auswärtssieg als Rückenwind mit. Grafenstein rangiert mit 34 Zählern im gesicherten Mittelfeld, hat mit Walzl aber gezeigt, dass jederzeit Gefahr von vorne ausgeht. Den Unterschied machte aus Wegscheiders Sicht die spielerische Überlegenheit seiner Mannschaft: „Der entscheidende Unterschied war, dass wir spielerisch die bessere Mannschaft waren.“