Spielberichte

Drei Pechmann-Tore reichen Sirnitz nicht: "Gewisse leichte Bälle verteidigen wir ganz schlecht"

SGA Sirnitz
SV Seeboden

In der Kärntner Liga hat sich SGA Sirnitz am Freitag in einer torreichen Partie mit SV Seeboden am Millstättersee 3:3 getrennt. Sirnitz lag früh zurück, drehte das Spiel zweimal und musste sich am Ende doch mit einem Punkt begnügen. Trainer Bernhard Rekelj sprach von einem bitteren Remis, weil seine Mannschaft viel investierte, sich aber in entscheidenden Szenen erneut nicht für den Aufwand belohnte.

Weiß-Blau-Orangener Fußball auf Rasen

Foto von Alfonso Scarpa auf Unsplash

Früher Rückstand, zweimal geführt, am Ende doch nur ein Punkt

Für Sirnitz begann der Abend alles andere als gut. Rekelj sagte offen: "Wir sind ganz schlecht gestartet." Seeboden war in dieser Phase klar besser und ging in der achten Minute durch Jasmin Dindic verdient mit 1:0 in Führung. Die Gastgeber brauchten einige Zeit, fanden dann aber besser in die Partie und kamen in der 21. Minute durch Andreas Pechmann zum 1:1. Mit diesem Spielstand ging es auch in die Pause. Nach Seitenwechsel hatte Sirnitz laut Rekelj eine gute Phase, war das bessere Team und legte durch Pechmann in der 52. Minute das 2:1 nach. Doch die Partie blieb offen: Dindic glich in Minute 68 wieder aus, Pechmann stellte in der 79. Minute auf 3:2, ehe Matteo Tomicek nur zwei Minuten später das 3:3 fixierte.

Pechmann trifft dreimal, hinten bleibt zu viel offen

So sehr sich Sirnitz über den zwischenzeitlichen Spielverlauf freuen konnte, so deutlich war nach Schlusspfiff der bittere Unterton beim Trainer. Vor allem deshalb, weil drei Treffer eines Spielers daheim normalerweise reichen sollten, um mehr mitzunehmen. "Positiv ist natürlich, dass unser Stürmer drei Tore gemacht hat. Dem ist der Knopf wieder aufgegangen", sagte Rekelj mit Blick auf Andreas Pechmann, der alle drei Sirnitzer Tore erzielte. Gleichzeitig sprach der Trainer die Kehrseite klar an. "Bei zwei von drei Gegentoren haben wir wirklich stümperhaft verteidigt. Wenn Spieler im Sechzehner völlig ungehindert zum Abschluss kommen, machen wir in der Defensive irgendwas falsch." Genau diese Mischung aus guter Offensivleistung und zu einfachen Gegentreffern erklärte für ihn, warum Sirnitz den Sieg wieder aus der Hand gab.

Viel Aufwand, aber noch keine Belohnung

Rekelj ordnete das 3:3 deshalb nicht als Ausreißer ein, sondern eher als Fortsetzung eines Musters, das ihn derzeit beschäftigt. "Wir treten zu Hause kompakt auf, wir kämpfen, wir geben alles und wir spielen guten Fußball, aber wir belohnen uns im Moment einfach noch nicht", sagte der Sirnitz-Trainer. Gerade das ärgert ihn, weil aus seiner Sicht längst einmal ein voller Erfolg fällig wäre. Zugleich zollte er dem Gegner Respekt. Seeboden sei "mit sehr, sehr guten Offensivspielern" aufgetreten, spiele viele lange Bälle auf seine starken Angreifer und sei insgesamt "ein starker Gegner". Dass das Remis wegen dieser Offensivstärke "sicher in Ordnung geht", konnte Rekelj anerkennen, auch wenn es für ihn bitter schmeckte. In der Schlussphase, so räumte er ein, hatte seine Mannschaft sogar noch Glück, nicht auch noch das 3:4 zu kassieren.

Geburtstagswunsch bleibt offen

Ein kleiner Zusatz gab dem Abend für Sirnitz noch eine persönliche Note. "Wir wollten alle zusammen dem Co-Trainer heute zum Geburtstag einen Sieg schenken. Das ist uns leider nicht gelungen", sagte Rekelj. Damit war auch erklärt, warum sich der eine Punkt trotz eines torreichen Heimspiels nicht wie ein echter Erfolg anfühlte. Viel wichtiger war ihm ohnehin der Blick auf die eigene Mannschaft. Nächste Woche will Sirnitz den Aufwand endlich in drei Punkte ummünzen und genau das nachholen, was diesmal trotz eines Dreierpacks und zweimaliger Führung liegen blieb.

Kärntner Liga: Sirnitz : Seeboden - 3:3 (1:1)

  • 81
    Matteo Tomicek 3:3
  • 79
    Andreas Pechmann 3:2
  • 68
    Jasmin Dindic 2:2
  • 52
    Andreas Pechmann 2:1
  • 21
    Andreas Pechmann 1:1
  • 8
    Jasmin Dindic 0:1