Spielberichte

"Wir wollten den Sieg viel mehr" – Lendorf antwortet in Dellach sofort auf das 1:1 und gewinnt 4:2

SV Dellach/Gail
FC Lendorf

In der Kärntner Liga hat FC Moden Illiasch Lendorf in Runde 6 bei SV Dellach/Gail mit 4:2 gewonnen und laut Co-Trainer Udo Gasser genau das gezeigt, was aus seiner Sicht den Unterschied ausmachte: mehr Aggressivität, mehr Hunger und auch mehr spielerische Klarheit. Vor allem die direkte Antwort auf den Ausgleich gleich nach der Pause sah Gasser als jenen Moment, in dem sich die Partie wieder klar auf die Seite seiner Mannschaft drehte.

Fußball beim Schuss

Foto von (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash

Früh im Spiel und bis zur Pause vorne

Aus Lendorfer Sicht begann die Partie genau so, wie man sich das auswärts in Dellach wünscht. Gasser sagte, seine Mannschaft sei "von Anpfiff an hellwach" gewesen und habe das Spiel "von der ersten bis zur letzten Minute eigentlich unter Kontrolle gehabt". Gemeint war damit nicht nur das Ergebnis, sondern das Gesamtpaket: Zweikämpfe, erste Bälle und auch der spielerische Teil. Schon in der 17. Minute brachte Christian Wernisch die Gäste mit 1:0 in Führung, und diese Führung hatte bis zur Pause Bestand. Für Gasser war das kein Zufall. Er sprach davon, dass seine Elf im Großen und Ganzen verdient gewonnen habe, weil sie in vielen Bereichen von Beginn an präsenter war als der Gegner und sich diesen Zugriff über weite Strecken auch nicht mehr nehmen ließ.

Die Antwort auf das 1:1 als Knackpunkt

Richtig brisant wurde die Partie dann unmittelbar nach Wiederbeginn. Dellach kam mit dem Tor von Samir Nuhanovic in der 46. Minute sofort zum 1:1 und hätte dem Spiel damit eine ganz neue Richtung geben können. Genau diesen Abschnitt hob Gasser später besonders hervor, allerdings nicht wegen des Ausgleichs selbst, sondern wegen der Reaktion seiner Mannschaft. "Entscheidend war sicher, dass wir nach dem 1:1 gleich in der nächsten Minute das 2:1 gemacht haben. Dann haben wir eigentlich wieder Überwasser bekommen", sagte der Co-Trainer. Kurz darauf stellte Mario Rumbold in Minute 48 auf 1:2, und Lendorf hatte die passende Antwort parat. Danach blieb die Mannschaft am Drücker. Christian Wernisch erhöhte in der 59. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 1:3, ehe Michael Morgenstern in der 65. Minute das 1:4 folgen ließ. Dass Lukas Fabian Santner in der 79. Minute noch auf 2:4 verkürzte, änderte am Lendorfer Eindruck eines kontrollierten Auswärtsauftritts nichts mehr.

Das vierte Tor als Spiegel der Leistung

Besonders in Erinnerung blieb Gasser das vierte Tor. Nicht nur, weil es den Vorsprung auf drei Tore ausbaute, sondern weil es für ihn sehr viel über den Auftritt seiner Mannschaft aussagte. "Das hat hinten beim Tormann angefangen. Gefühlt hat jeder Spieler von uns den Ball gehabt, vom eigenen Sechzehner bis zum gegnerischen Sechzehner, und am Ende ist das Tor auch noch gefallen", schilderte er die Aktion. Er sprach sogar von mehr als zwanzig Stationen. Gerade deshalb stellte er diese Szene heraus, weil sie nicht nur für Effizienz stand, sondern auch für eine Entwicklung, die er zuletzt vermisst hatte. "Was uns in den letzten Wochen abgegangen ist, war auch das Spielerische. Da haben wir uns ziemlich verbessert", sagte Gasser. Dazu kam für ihn die Konsequenz in den Grundtugenden. Lendorf habe die ersten Bälle gewonnen, die zweiten Bälle ebenfalls für sich entschieden und damit die Basis gelegt, um das Spiel auch in dieser Deutlichkeit auf seine Seite zu ziehen.

Viel Hunger, viel Einsatz und ein klares Lob für die ganze Mannschaft

Den Gegner wollte Gasser nach dem Schlusspfiff dennoch nicht kleinreden. Er bezeichnete Dellach als kompakte Mannschaft und verwies darauf, dass es dort grundsätzlich schwierig sei zu gewinnen. Gleichzeitig sah er den entscheidenden Unterschied an diesem Abend sehr klar bei seiner eigenen Elf. "Wir wollten den Sieg einfach viel mehr", sagte er. Für ihn zeigte sich das in vielen kleinen Situationen: mehr Hunger auf Tore, mehr Aggressivität in den Zweikämpfen, Vorteile bei Pressbällen, zweiten Bällen und auch die bessere Konsequenz im Abschluss. Dass Dellach mit nur einem Punkt aus den ersten Runden nicht mit breiter Brust auftritt, sprach Gasser ebenfalls an, ohne dabei überheblich zu werden. Auch zur Spielleitung fand er klare Worte: Der Schiedsrichter habe seine Sache "im Großen und Ganzen sehr gut" gemacht, strittige Szenen habe es nicht gegeben, und insgesamt sei es keine hitzige Partie gewesen. Am Ende blieb beim Co-Trainer vor allem ein geschlossenes Bild hängen. "Es war ein Pauschallob an die ganze Mannschaft. Es hat jeder seine Leistung abgerufen", sagte Gasser. Mit dem 4:2 hält Lendorf nach sechs Runden bei neun Punkten, während Dellach/Gail bei einem Zähler bleibt. Aus Sicht der Gäste war dieser Abend damit mehr als nur ein Auswärtssieg: Er war der Beleg dafür, dass die Mannschaft schwer zu schlagen ist, wenn sie vom ersten Moment an voll da ist.

Kärntner Liga: Dellach/G : Lendorf - 2:4 (0:1)

  • 79
    Lukas Fabian Santner 2:4
  • 65
    Michael Morgenstern 1:4
  • 59
    Christian Wernisch 1:3
  • 48
    Mario Rumbold 1:2
  • 46
    Samir Nuhanovic 1:1
  • 17
    Christian Wernisch 0:1