In der Kärntner Liga hat FC-WR Nußdorf/Debant gegen FC St. Michael/Lav. eine deutliche 0:5-Heimniederlage einstecken müssen. Trainer Christoph Eneo machte nach dem Spiel vor allem den frühen Doppelschlag und die wachsende Kontrolle seiner Elf als Schlüssel aus. „Das schnelle 2:0 hat uns den Weg geebnet“, sagte er nach einem Abend, an dem seine Mannschaft nach anfänglichem Druck des Gegners immer besser ins Spiel fand.

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Der Start gehörte nach Eneos Eindruck zunächst sogar den Gastgebern. „Nußdorf ist überraschend hoch angelaufen in den ersten zwei, drei Minuten“, sagte der Trainer, der dabei auch auf eine ansehnliche Möglichkeit des Heimteams verwies, die in einem Eckball endete. Genau diese Szene wurde für St. Michael aber zum ersten wichtigen Wendepunkt. „Wir haben den Eckball gut wegverteidigt und sind im Umschaltspiel über die rechte Seite zum 1:0 gekommen“, schilderte Eneo den Angriff, an dessen Ende Michael Six schon in der 4. Minute zur Führung traf. Nur fünf Minuten später legten die Gäste nach. Adnan Shabani erhöhte auf 0:2, und Eneo geriet bei der Beschreibung regelrecht ins Schwärmen: „Das 2:0 war ein absolutes Traumtor.“ Ein Pass hinter die Kette, ein abgelegter Ball und der Abschluss ins lange Kreuzeck, so erzählte es der St.-Michael-Coach. Dass Nußdorf danach nicht aufsteckte, hob er ausdrücklich hervor. Die Gastgeber blieben aktiv, suchten weiter den Weg nach vorne und versuchten in der Hälfte der Gäste immer wieder Nadelstiche zu setzen. Klare Torchancen ließ St. Michael zwar nicht zu, ganz ruhig wurde das Spiel aus Sicht der Gäste zunächst aber trotzdem nicht. Erst mit Fortdauer der ersten Hälfte bekam St. Michael die Partie besser in den Griff, ehe Luca Martin Schüssler kurz vor der Pause mit dem 0:3 in der 44. Minute nachlegte. Auch dieses Tor gefiel Eneo, weil seine Mannschaft nach einem Stangenschuss am zweiten Ball aufmerksam blieb und in der Mitte gut besetzt war.
Trotz des klaren 3:0 zur Halbzeit war die Kabinenansprache bei St. Michael alles andere als bequem. „In der Halbzeit war klar, dass wir noch sehr viel investieren müssen, vor allem die erste Viertelstunde gut zu überstehen“, sagte Eneo. Genau das gelang seiner Mannschaft nach seiner Einschätzung. Nußdorf wurde weitgehend vom eigenen Tor ferngehalten, während St. Michael nun immer mehr die Kontrolle übernahm und das Spiel mit Ball so aufziehen konnte, wie es der Trainer sehen wollte. „Über die zweite Halbzeit haben wir dann das komplette Spiel kontrolliert“, meinte Eneo und sprach von Feldüberlegenheit sowie mehreren guten Situationen im letzten Drittel. Der vierte Treffer fiel in der 61. Minute durch Lorenz Opressnig, den der Trainer als Weitschuss beschrieb. Spätestens damit war die Partie aus seiner Sicht endgültig geklärt. „Ab dem 4:0 haben wir die komplette Kontrolle übernommen, defensiv nichts mehr zugelassen und offensiv immer wieder gute Aktionen ausgespielt“, sagte er. Den Schlusspunkt setzte Adnan Shabani mit seinem zweiten Tor des Abends in der 80. Minute. Für Eneo war das 0:5 auch deshalb besonders sehenswert, weil der Angriff „von hinten bis vorne“ sauber ausgespielt worden sei, mit Verlagerungen und forciertem Kurzpassspiel. Gerade dieses Tor stand für ihn sinnbildlich für die Mannschaftsdynamik, die seine Elf an diesem Abend gezeigt hat.
Im Rückblick führte Eneo den klaren Auswärtssieg nicht nur auf die frühe Effizienz vor dem Tor zurück, sondern vor allem auf das Auftreten seiner Mannschaft als geschlossene Einheit. „Wir sind wieder als Team aufgetreten“, sagte der Trainer, der besonders die defensiv gewonnene Stabilität hervorhob. Erst dadurch, so seine Sicht, komme St. Michael in jene Bereiche, in denen die Mannschaft ihre Stärken mit dem Ball ausspielen könne. Gleichzeitig beließ es Eneo nicht beim Lob. Verbesserungsbedarf sieht er weiterhin bei der Positionierung, bei der Raumaufteilung gegen den Ball und auch in der Kommunikation auf dem Platz. „Das ist ein Lernprozess, das geht nicht von heute auf morgen“, erklärte er. Gerade deshalb war ihm wichtig, dass seine junge Mannschaft in einem „mehr oder weniger Sechs-Punkte-Spiel“ so reif auftrat. Mit dem Gegner selbst zeigte er sich gut vorbereitet, mit dem Schiedsrichterteam hatte er grundsätzlich kein Problem. Nur mit einer Regel tat sich der Coach schwer: Dass Spieler das Feld verlassen müssen, welche keine Behandlung benötigen sei für ihn „mühselig“ und bringe immer wieder Abläufe durcheinander. Am Gesamteindruck änderte das aber nichts mehr. Für Eneo blieb unterm Strich entscheidend, dass St. Michael den mutigen Beginn von Nußdorf überstand, danach immer mehr Kontrolle bekam und „offensiv wie defensiv Stabilität und Spielfreude ausgestrahlt“ habe. Deshalb, so sein Fazit, sei der Sieg „auch in der Höhe verdient“ gewesen.