In der 1. Klasse Ost hat Magdalensberg das Heimspiel gegen SV ASKÖ Sittersdorf mit 1:0 gewonnen. Aus Sicht der Gäste war es eine Partie, die lange in ihre Richtung hätte kippen können. Bis zur 80. Minute stand es 0:0, dann traf Julian Rico Glantschnig für die Gastgeber. Trainer Bernhard Erich Starz sah seine Mannschaft vor allem vor der Pause über weite Strecken am Drücker, machte nach dem Schlusspfiff aber vor allem die mangelhafte Chancenverwertung und die größere Kaltschnäuzigkeit des Gegners als Unterschied aus.
Der 0:1-Endstand erzählt die Partie aus Sittersdorfer Sicht nur unvollständig. Starz sagte offen, dass sein Team „nicht gut angefangen“ habe, danach aber vor allem in der ersten Halbzeit klar zulegte. Besonders die letzten 25 Minuten vor der Pause beschrieb der Trainer als Phase, in der seine Mannschaft sehr spielbestimmend war. Genau dort lag für ihn auch der erste große Knackpunkt. „Wir hätten eigentlich mit 1:0 oder 2:0 in die Halbzeit gehen müssen“, sagte Starz. Stattdessen blieb es beim 0:0, weil die Gäste ihre Möglichkeiten nicht nutzten und Magdalensberg damit im Spiel hielten. Auch nach dem Seitenwechsel sah der Sittersdorf-Coach seine Mannschaft nicht schwach. Für ihn war es keine Partie, in der seine Elf komplett unterlegen gewesen wäre, sondern eher eine, in der aus ordentlichen Spielanteilen zu wenig gemacht wurde.
Entscheidend wurde dann die Phase vor dem Treffer in der 80. Minute. Laut Starz hatte Sittersdorf unmittelbar davor „drei bis vier Tausender“, die den Verlauf aus seiner Sicht klar hätten drehen können. Der Trainer ist überzeugt, dass ein eigener Treffer in diesem Moment der Partie eine andere Richtung gegeben hätte: „Da hätten wir einfach ein Tor erzielen müssen, dann wäre das Spiel sicher in unsere Richtung gelaufen.“ Stattdessen ging Magdalensberg wenig später in Führung. Starz schilderte den Treffer von Julian Rico Glantschnig als „Ping-Pong-Tor“: Ein Schuss von außen ging an die Latte, der Ball sprang dem Magdalensberger genau vor die Füße, und Glantschnig schob zum 1:0 ein. Mehr brauchte es am Ende nicht, weil Sittersdorf seine Überlegenheit in Ballbesitz und Spielanteilen nicht in Zählbares ummünzen konnte.
Gerade darin sah Starz den eigentlichen Unterschied zwischen beiden Mannschaften. „Die Kaltschnäuzigkeit vorm Tor“ habe gefehlt, erklärte der Trainer, während Magdalensberg aus wenig genug machte. Die Gastgeber standen nach seiner Einschätzung tief, verteidigten gut und suchten vorne immer wieder ihren Stürmer Glantschnig. „Sie haben sehr gut gekämpft, sehr gut verteidigt und im richtigen Moment das nötige Glück gehabt“, sagte Starz. Den spielerischen Vorteil reklamierte er dennoch für seine Elf: „Wir haben mehr Ballbesitz, wir haben mehr Spielanteile, aber wir schaffen es derzeit nicht, daraus etwas Positives zu machen.“ Diskussionen um den Schiedsrichter wollte er keine aufmachen. „Der war in Ordnung“, sagte der Sittersdorf-Coach. Nach sechs Runden bleibt Sittersdorf damit bei sechs Punkten. Starz sprach nach dem Schlusspfiff aber weniger über die Tabelle als über die eigene Verantwortung: „Wir müssen uns selbst an der eigenen Nase nehmen. Wir lassen die Gegner einfach leben.“ Dazu passt auch sein weiterer Befund, dass dem Team „der letzte Wille“ derzeit ein Stück weit fehle. Genau das müsse sich nun schnell ändern.