In der Kärntner Liga hat sich ASKÖ Köttmannsdorf lange gewehrt, am Ende aber doch KAC 1909 mit 1:3 den Vortritt lassen müssen. Nach dem 0:1 zur Pause drehte der Tabellenführer die Partie noch mit drei Treffern. Trainer Christian Rauter sprach von einer "impulsiven Ansprache" und hob vor allem die Reaktion seiner Mannschaft hervor, die nach schwierigen ersten 45 Minuten ihre Qualität doch noch auf den Platz brachte.

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Der KAC erwischte nach Rauters Einschätzung zwar den besseren Start, richtig ins eigene Spiel fand der Tabellenführer aber zunächst nicht hinein. "Wir sind gut reingestartet, haben die ersten Möglichkeiten vorgefunden, haben dann aber Probleme mit der Art und Weise gehabt, wie der Gegner gespielt hat", sagte der Trainer. Dazu kam aus seiner Sicht ein Untergrund, der der spielerischen Linie seiner Mannschaft aufgrund der großen Hitze in den letzten Wochen nicht entgegenkam. "Wir haben fußballerisch an dem Tag nicht das bringen können, was wir uns erwartet haben", brachte es Rauter auf den Punkt. Köttmannsdorf überraschte die Gäste laut ihm mit einer Dreierkette, die gegen den Ball zur Fünferkette wurde, und blieb vor allem bei Standards unangenehm. Einer dieser ruhenden Bälle brachte in der 36. Minute auch die Führung: Marco Mischkounig traf zum 1:0 für die Gastgeber, mit diesem Spielstand ging es in die Pause.
In der Kabine wurde es danach deutlich. Rauter berichtete von einer "sehr impulsiven Ansprache", gleichzeitig aber auch von einer offenen Runde, in der die Probleme klar angesprochen wurden. Einen exakten Kipppunkt wollte der KAC-Coach dennoch nicht festmachen. "Das Gefühl hat es in dem Spiel gar nicht gegeben, weil es einfach extrem schwierig war und wir gar nicht zu unserem Leistungsniveau gekommen sind", meinte er. Umso höher bewertete er die Antwort seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel. "Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit super reagiert", sagte Rauter, und genau diese Reaktion war für ihn die größte Stärke an diesem Tag. Bemerkenswert fand er das auch deshalb, weil der KAC kurz vor Spielbeginn noch einen verletzungsbedingten Wechsel verkraften musste. Dass seine Spieler nach Rückstand und diesem Umstand trotzdem so zurückkamen, war für ihn alles andere als selbstverständlich.
Belohnt wurde diese Steigerung zunächst in der 65. Minute. Beim 1:1 hob Rauter vor allem die Ausführung hervor: "Da muss ich den Noa Mosser loben, dass er den Freistoß schön abgespielt hat." Danach kam der KAC laut seinem Trainer endlich dorthin, wo er hinwollte. Über die linke Seite wurde der Angriff fortgesetzt, Edin Sadikovic brachte den Ball in die Box, Mihret Topcagic vollendete zum Ausgleich. Eine Viertelstunde später drehte derselbe Spieler die Partie endgültig. Das 2:1 fiel in der 80. Minute per Elfmeter, und Rauter ließ an seiner Sicht keinen Zweifel: "Wenn der Gegner meinen Spieler Mario Gugganig in der Box so einen Check gibt, verstehe ich nicht, was es da zu diskutieren gibt, im Eishockey ist das kein Foul, stimmt, aber wir spielen Fußball und dann ist es einfach ein Foul." In der langen Nachspielzeit setzte der KAC noch einen drauf. Nach einem Konter traf Alexander Kerhe zum 1:3, über dessen erstes Tor für den Verein sich der Trainer ausdrücklich freute.
Trotz des Auswärtssieges sprach Rauter mehrere Punkte offen an. "Ganz klar in den Duellqualitäten" sah er das größte Verbesserungspotenzial und verwies darauf, dass sich seine Mannschaft gegen robuste Gegner noch leichter tun müsse. Gerade auf derzeit schwer bespielbaren Plätzen in Kärnten brauche es dafür noch mehr Anpassung. Gleichzeitig verteilte der Trainer viel Lob. "Da muss ich meine Mannschaft richtig loben", sagte er über die zweite Halbzeit. Auch über den Gegner fand er anerkennende Worte: Köttmannsdorf habe extrem leidenschaftlich gespielt, eine hohe Intensität gehabt und werde mit diesen Tugenden sicher noch Punkte holen. Klar positionierte sich Rauter auch zur Leistung des Schiedsrichterteams: "Die Leistung war absolut in Ordnung." Für den KAC hat der 3:1-Erfolg jedenfalls auch tabellarisch Gewicht, denn nach sechs Runden bleibt die Mannschaft mit 16 Punkten an der Spitze.