In der Kärntner Liga hat sich TSV Grafenstein im Heimspiel gegen KAC 1909 mit einem 0:0 zufriedengeben müssen, obwohl aus Sicht von Trainer Alexander Stroj deutlich mehr drinnen war. Die Gastgeber hatten vor allem vor der Pause mehr vom Spiel, brachten den Ball aber nicht über die Linie. So blieb am Ende ein Remis, das sich in Grafenstein eher wie zwei verlorene Punkte anfühlte.

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Grafenstein wollte die Partie von Beginn an an sich ziehen, und genau so hat es Stroj auch gesehen. „Wir haben versucht, von Anfang an sehr dominant aufzutreten und das Spiel zu bestimmen“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Vor allem in der ersten Halbzeit gelang das den Gastgebern über weite Strecken. Der KAC stand laut Stroj zwar „sehr kompakt und giftig“, kam vor der Pause aber kaum zu nennenswerten Möglichkeiten. Auf der anderen Seite erspielte sich Grafenstein gute Chancen, darunter auch eine Szene, in der ein Grafensteiner allein vor KAC-Tormann Florian Magnes auftauchte. Belohnt hat sich die Mannschaft dafür nicht. Zur Pause stand es 0:0, obwohl der TSV in dieser Phase mehr vom Spiel hatte und klar die aktivere Mannschaft war. „Wir haben das Spiel dominiert, ohne leider in Führung gehen zu können“, brachte es Stroj auf den Punkt.
Nach der Pause veränderte sich das Spiel dann deutlich. Stroj sprach von „sehr vielen Räumen auf beiden Seiten“, und damit wurde die Partie offener als noch in den ersten 45 Minuten. Der KAC wurde im Umschalten gefährlicher und kam nun selbst zu guten Möglichkeiten. Grafenstein ließ defensiv mehr zu, blieb aber gleichzeitig vorne dran und kam im Verlauf der zweiten Hälfte zu mehreren Top-Chancen. Wieder fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss, wieder blieb Magnes in entscheidenden Situationen auf dem Posten. Dass am Ende dennoch auf beiden Seiten die Null stand, lag laut Stroj aber nicht nur am Gäste-Torhüter. Auch Patrick Böck hielt seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel. Der Trainer fand deshalb klare Worte: „Beide Torhüter haben wirklich eine Spitzenleistung gezeigt.“
Trotz des torlosen Remis wollte Stroj seine Mannschaft ausdrücklich nicht kleinreden. Im Gegenteil: Der Grafensteiner Trainer hob hervor, unter welchen Voraussetzungen seine Elf dieses Spiel bestritten hat. „Wenn man hernimmt, dass wir auf circa die halbe Startelf verzichten mussten, muss ich die Spieler, die am Platz gestanden sind, wirklich loben“, sagte er. Besonders Fabian Strasser, Nici Oraze, Thomas Wallner, Samuel Hoffmann sowie Bohdan und Kyrylo Romaniuk stellte er heraus, weil sie Verantwortung übernommen und die Mannschaft mitgetragen hätten. Er relativiert natürlich auch dass der KAC auf wichtige Spieler wie Mosser, Topcagic und Wallner verzichten musste und auch nicht in Bestbesetzung antreten konnte. Noch deutlicher wurde Stroj bei der Einordnung der Gesamtleistung: „Alles andere war heute wirklich von meiner Mannschaft vorhanden. Es hat nur die Qualität und Konzentration im Abschluss gefehlt.“ Genau darin sieht er aber auch ein Thema, das Grafenstein schon länger begleitet. Dieses Muster, zu wenig aus den vorhandenen Chancen zu machen, habe seiner Mannschaft bereits in der Doppelrunde Punkte gekostet. Das 0:0 gegen einen „guten Gegner, schwierig zu bespielen“ passt daher ins Bild: Grafenstein war über weite Strecken das aktivere Team, ließ den entscheidenden Schritt zum Sieg aber liegen.
Der eine Zähler hält Grafenstein nach 15 Runden bei 26 Punkten, wirklich zufrieden klang Stroj nach diesem Nachmittag aber nicht. Dafür war seine Mannschaft dem Sieg aus seiner Sicht zu nahe und dafür waren die eigenen Möglichkeiten zu klar. Gleichzeitig konnte der TSV trotz personeller Probleme zeigen, dass er in dieser Liga nicht nur mithalten, sondern ein Spiel auch kontrollieren kann. Genau das dürfte für den Trainer der Punkt sein, den er aus dieser Partie mitnimmt. Die Basis hat aus seiner Sicht gestimmt, die Bereitschaft ebenso, nur der Abschluss ließ Grafenstein erneut im Stich. Wenn diese Chancen künftig konsequenter genutzt werden, werden aus solchen torlosen Nachmittagen auch wieder Spiele, die Grafenstein für sich entscheidet.