Unterliga West

SV Rothenthurn: „Ich bin die Mischung aus Geben und Nehmen aber mit viel Fingerspitzengefühl!“ Hannes Truskaller

"Eine sehr solide Defensive und die wenigsten Gegentore: Ich bin zufrieden mit dem, was wir im Herbst erreicht haben!“, lautet das Resümee von SV-Rothenthurn-Trainer Hannes Truskaller. Ergänzend meint er: „Primär wollen wir weiter an der Entwicklung der eigenen jungen Spieler arbeiten, wobei wir den Fokus auf die Verbesserung der Effizienz vor dem gegnerischen Tor legen werden. Im Herbstdurchlauf wurden zu viele gute Chancen nicht in Tore umgewandelt.“ Der SV Rothenthurn überwintert in der Unterliga West nach 15 Spieltagen auf dem vierten Tabellenplatz mit 27 Punkten. In einem Ligaportal-Interview analysiert SV-Trainer Hannes Truskaller die letzten Monate, erklärt, an welcher Zielsetzung man sich orientiert, und nennt den SV Gmünd als heißesten Aufstiegskandidaten.

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Foto: Zur Verfügung gestellt von Trainer Hannes Truskaller

Zurückblickend. Wie zufrieden bist du nach 15 Runden der laufenden Meisterschaft?

Die 27 Punkte würde ich als solide Herbstleistung bewerten. Ich bin also nicht unzufrieden, obwohl wir hier und da einige unnötige Punkte verloren bzw. nicht mitgenommen haben. Auch die Art und Weise, wie die jungen Spieler das Fußballspiel angegangen sind, stimmt mich zufrieden. Wir sind noch nicht bei 100 Prozent, aber wir sind auf dem besten Weg und die Entwicklung schreitet stetig voran. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir die Meisterschaft ohne Legionäre bestreiten und trotzdem als Team eine gute Leistung abliefern können. Einzig die Effizienz vor dem gegnerischen Tor muss noch verbessert werden; hier müssen wir uns mehr Kaltschnäuzigkeit aneignen. Wir reden nicht vom Aufstieg und denken auch nicht daran, sondern wollen einfach guten Fußball spielen. Wenn es am Ende der Saison für eine höhere Klasse reicht, umso besser. Wenn nicht, ist es auch kein Beinbruch.

Die UL West ist mit sechs Aufsteigern in die Saison gestartet. Hat sich dadurch etwas verändert?

Zunächst dachte ich, dass die Liga verwässert wird und das Niveau sinkt, aber ich habe meine Gedanken gleich neu sortiert. Denn die Liga ist trotz des Abgangs von Matrei und Nussdorf gleich stark geblieben. Gut! Irschen steht abgeschlagen am Tabellenende, aber Nötsch, Greifenburg, Arnoldstein, Sillian und Malta machen einen sehr guten Job in der Meisterschaft. Vor allem Nötsch beeindruckt mit seiner Art, Fußball zu spielen. Die UL-West ist also nicht schwächer, sondern eher ausgeglichener geworden. Wie schon gesagt, wir haben zu viele Chancen liegen gelassen und deshalb reicht es eben nicht für ganz vorne in der Tabelle.

Wie würde Trainer Hannes Truskaller sich selbst beschreiben?

Das ist keine einfache Frage, aber ich denke, ich bin die Mischung aus: Nehmen und Geben! Ich verlange viel, verzichte aber auf eine extreme Härte im Umgang mit den mir anvertrauten Spielern. Heutzutage braucht ein Trainer vor allem eines: eine große Portion Fingerspitzengefühl. Die Jungs wissen, dass ich ein harter Arbeiter bin und das gleiche auch von ihnen verlange. Ohne Schweiß keinen Erfolg, und nur bei großem Fleiß hat man auch ab und zu das Glück auf seiner Seite, wenn es einmal Spitz auf Knopf steht. Mit dieser Philosophie gehen wir ins Training und ins Match, und sie funktioniert.

Wann geht die Vorbereitung los?

Wir starten bald mit der Vorbereitung auf die Frühjahrssaison und verlegen Mitte Februar ins Trainingslager nach Poreč in Kroatien. An die 60 Leute holen sich dort bei idealen Bedingungen, wie Kunst- und Naturrasenplätzen, den letzten Schliff für das Frühjahr. Wir kennen die Gegebenheiten vor Ort bereits und freuen uns auf die Top-Bedingungen.

Welche Ziele gibt es für das Frühjahr und gibt es einen Meistertipp?

Im Frühjahr wollen wir die nächsten Entwicklungsschritte gehen und natürlich auch punkten. Fußball ist schließlich ein Punktesport. In der Vorbereitung konzentrieren wir uns auf Verbesserungen im Angriff. Hier sehe ich Handlungsbedarf.

Einen Meistertipp? Ich denke, Seeboden ist durch und lässt sich den Titel nicht mehr nehmen. Seid Zukic ist ein Top-Führungsspieler, zudem stehen vier gute Legionäre im Team und die jungen Seeboden-Eigengewächse stehen kurz davor, sich einen Platz in der Startelf zu erkämpfen. Alles in allem steht Seeboden nicht unverdient an der Tabellenspitze.

Als ersten Verfolger sehe ich Gmünd, denn dieses Team hat enorm viel Qualität. Ich bin mir sicher, dass sie auch den Aufstieg in die Kärntner Liga schaffen werden.  

Klaus Slamanig