Für Damir Kukic, Trainer von SV Seeboden am Millstättersee, war der Derby-Auftakt bei WSG VAO Radenthein in der Unterliga West vor allem ein mentales Ringen. „Es war die erste Partie – man weiß nicht genau, wo man steht, und der Gegner auch nicht. Und dann gleich ein Derby; für Radenthein ging es, so mein Eindruck, um wenig. Natürlich waren wir in den Köpfen nicht frei, weil wir oben in der Tabelle stehen.“ Kukic sprach von einer jungen Mannschaft, die Zeit braucht, und betonte die Ausgeglichenheit. Der Tenor: ein braves, sehr ruhiges Duell, in dem Vorsicht, Standards und späte Momente das Geschehen prägten.

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„Es war wirklich ausgeglichen. Wir haben den Spielfluss überhaupt nicht gehabt; wir haben den Ball nicht richtig kontrolliert – eigentlich unsere Stärke“, erklärte Kukic. Der Gegner wirkte in seinen Augen „frischer im Kopf“ und setzte „gute Akzente bis zum Sechzehner, ohne wirklich gefährlich zu werden“. Insgesamt sah der Trainer eine Partie ohne großen Rhythmus, in der beide Seiten zunächst Sicherheit suchten und kein Team längere Phasen dominierte.
Früh zeigte sich, dass Kleinigkeiten den Ausschlag geben würden. Radenthein hätte laut Kukic „durch unsere Eigenfehler“ in Führung gehen können; er erinnerte sich an eine 100-prozentige Möglichkeit durch Marc Sommeregger. Zur Pause stand es 0:0. Nach dem Seitenwechsel haderte Seeboden weiter mit der letzten Konsequenz: „Wir haben zwei, drei Situationen nicht richtig fertig gespielt.“ Die Führung fiel schließlich nach einem Konter – spät, aber effektiv: In der 86. Minute traf Seid Zukic zum 1:0. Radenthein hatte „zum Schluss auch noch eine hervorragende Chance“. Das Fazit des Trainers fiel entsprechend aus: „Im Großen und Ganzen wäre ein Unentschieden gerecht gewesen – wir waren die Glücklicheren.“
Kukic sah die strategische Ausrichtung bestätigt, haderte aber mit der Ausführung: „Vom System her war es 100-prozentig richtig. Wir haben uns vorbereitet, aber nicht richtig umgesetzt. Nächste Woche geht es weiter, und wir versuchen, es besser zu machen.“ Prägend waren aus seiner Sicht ruhende Bälle: „Es ist sehr viel über Standards gegangen – ich hatte das Gefühl, dass eine Standardsituation spielentscheidend sein würde.“ Den Gegner beschrieb er als kopfballstark. Auf Diskussionen um Entscheidungen wollte er nicht eingehen: „Ich kommentiere solche Dinge grundsätzlich nicht.“ Sein Eindruck vom Derby: „Für ein Derby war es ein sehr braves und sehr ruhiges Spiel.“ Für die kommende Woche setzt Kukic klar auf Leichtigkeit: „Ich wünsche mir, dass meine Spieler wieder mit Spaß Fußball spielen – nicht verkrampft, sondern mit Freude am Spiel.“