Nach dem Auswärtsspiel von ATUS VFI-Center Nötsch bei SV Malta in der Unterliga West zeichnete Thomas Gilgenreiner das Bild einer harten, zähen Begegnung. „Eher eine kampfbetonte, zerfahrene Partie mit vielen langen Bällen“, bilanzierte er. Zugleich monierte der Trainer die fehlende Durchschlagskraft im letzten Drittel: „Wir sind eigentlich nicht gefährlich vors Tor gekommen, nur Halbschancen.“ Beim Ballbesitz sah er ein Duell ohne klare Dominanz – intensiv, eng, mit wenig Spielfluss. Die Stimmung: verärgert über das eigene Tempo und die Wucht der Gastgeber, aber ohne Ausreden.

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Die Grundanlage war klar: Nötsch wollte flach und über Kombinationen ins Spiel finden. Warum das nicht gelang, fasste Gilgenreiner so zusammen: „Wir wollten flach spielen, aber es ist leider nicht gegangen. Der Gegner war sehr kampfbetont, hat unser Spiel zerstört, und dann sind wir nie ins Spiel gekommen.“ Diskussionswürdige Szenen hob er nicht hervor; vielmehr rückte er interne Stellschrauben in den Mittelpunkt. Besonders kritisierte er das Verhalten in Umschaltmomenten: „Wir waren leider zu langsam, umzuschalten. Wir haben zu lange gebraucht, bis wir den Ball nach vorne gebracht haben.“ Sein Fazit: ein Duell ohne dominierende Mannschaft, in dem Nuancen, Zielstrebigkeit und Zweikampfhärte entschieden.
Gefahr erzeugte Nötsch vor allem nach ruhenden Bällen: „Wir haben eigentlich nur bei den Eckbällen ein bisschen Gefahr gehabt.“ Auf der anderen Seite attestierte Gilgenreiner den Gastgebern permanente Wucht bei Standards: „Die Malta-Spieler waren bei jedem Einwurf und jeder Standardsituation gefährlich, sehr kopfballstark.“ Der Spielverlauf passte dazu: Nötsch lag früh 0:3 zurück (15., 23., 28.) – die Treffer erzielten Philip Aschbacher, Samuel Striedinger und Maximilian Knötig. Alessandro Ventre verkürzte für Nötsch vor der Pause auf 1:3 (45.) und in der Schlussphase auf 2:3 (97.). In einer intensiven Endphase spielte zudem eine rote Karte gegen Marcel Glanzer (81.) eine Rolle. Am Ende stand aus Nötscher Sicht eine 2:3-Niederlage.
Konkreter als Ausflüchte formulierte Gilgenreiner den Arbeitsplan für die kommenden Tage: „Wir müssen mehr Ballbesitz haben, schneller spielen und aggressiver werden.“ Seine Bilanz ist klar: zu wenig Tiefe, zu wenig Geschwindigkeit im Übergang, zu wenig Präsenz in den entscheidenden Zonen – und das trotz über weite Strecken ausgeglichenen Ballbesitzes. Positiv nahm er mit, dass Standards für Nötsch Chancen eröffneten und Ventre mit zwei Treffern Effektivität bewies. Für Gilgenreiner ist die Richtung gesetzt: schneller, klarer, aggressiver – und mit mehr Kontrolle aus eigenem Ballbesitz.