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SV Union Lind, Trainer Ibel Alempic: „Wir waren offensiv weniger zwingend“ – 0:1 Niederlage gegen Sillian

SV Union Lind
FC Sillian

Ein intensives, faires Ringen mit wenigen Höhepunkten – so ordnete Ibel Alempic das Heimspiel des SV Union Lind gegen den FC Union Raiffeisen Sillian Heinfels ein. Der Trainer akzeptierte das 0:1 als folgerichtig, weil der Gegner zielstrebiger agierte. Er hob das hohe Tempo, solide Abwehrarbeit und die Unterstützung beider Fanlager hervor und sprach zugleich über Ausfälle, junge Kräfte und die Entwicklungsrichtung seines Teams in der Unterliga West.

Ball mit Fußballschuhen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Frühes Gegentor, viel Laufarbeit

Die Partie bekam früh eine klare Richtung: In der 5. Minute stellte Pascal Brandstätter auf 0:1 – ein früher Nadelstich, der die Begegnung prägte. Alempic ordnete das Geschehen klar ein: „Wir waren vor dem Tor weniger gefährlich als Sillian.“ Seine Mannschaft kam lange nicht entscheidend durch, während auf der Gegenseite bereits vor der Pause ein gefährlicher Abschluss von Denis Kerrniqi den Heimtorhüter forderte. Lind arbeitete sich dennoch in die Partie, blieb aber über weite Strecken auf Distanz: „Eigentlich haben wir weniger nach vorne gemacht als Sillian.“ Die beste Heimchance fiel spät: Nach einem kurzen Doppelpass zwischen Rene Löschnig und Florian Lanegger tauchte Letzterer frei im Sechzehner vor dem Torhüter auf – Sekunden später klärten die Verteidiger entschlossen und verhinderten den möglichen Ausgleich.

Standards ohne große Gefahr – fast

Bei ruhenden Bällen blieb es lange unspektakulär. Alempic lobte die Disziplin beider Defensivreihen: „Beide Abwehrreihen haben ihren Job so gut gemacht, dass bei Standards auf beiden Seiten kaum Gefahr entstand.“ Erst ganz am Ende wurde es noch einmal brenzlig: Nach einem Eckball landete der Ball bei Alexander Preissl, der aus etwa fünf Metern abschloss, den Gegenspieler am Bauch traf und damit die wohl beste Möglichkeit der Gastgeber unglücklich ungenutzt ließ. Insgesamt blieb es bei einem Spiel, das vor allem von stabiler Organisation, vielen Wegen ohne Ball und konsequenter Defensivarbeit geprägt war – Qualitäten, die laut Alempic auf beiden Seiten viel Laufarbeit erforderten und Offensivräume eng hielten.

Fair, schnell – und der Blick nach vorn

Die Atmosphäre beschrieb der Trainer als von Fairness und Tempo getragen: „Die Zuschauer in Lind sind mehr oder weniger immer freundlich, und viele Sillianer waren auch dabei, ihre Mannschaft zu unterstützen. Der Platz war in gutem Zustand, das Tempo sehr hoch.“ Auch das Schiedsrichterteam passte für ihn ins Bild eines ruhigen, hart umkämpften, aber sauberen Spiels: „Die drei Schiedsrichter haben ihren Job gut gemacht und die Partie solide kontrolliert.“ Bei den Einzelkritiken nannte Alempic klare Fixpunkte: In seiner Mannschaft überzeugten Alexander Preissl in der Defensive und Timo Huber als Motor im Mittelfeld. Bei den Gästen beeindruckte ihn die stete Gefahr von Denis Kerrniqi; im Zentrum setzte Johannes Ganner Akzente. Dass Lind in der Offensive nicht zwingender wurde, führte Alempic auch auf Ausfälle zurück: Vier wichtige Offensivspieler fehlten – darunter zwei Legionäre, der verletzte Kapitän und ein berufsbedingt abwesender Akteur.

Umso wichtiger ist ihm die Entwicklung junger Kräfte und neuer Abläufe. Er betonte, dass eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz stand und ein neues System bereits gut funktionierte. Dabei setzt er bewusst auf Talente und Geduld: Der 15-jährige Samir Delic feierte sein Debüt, weitere Einsätze junger Spieler sollen folgen. Das Credo des Trainers bleibt klar: ohne Druck, mit konsequentem Fokus auf Fortschritt von Spiel zu Spiel.

Unterliga West: SV Lind : FC Sillian - 0:1 (0:1)

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    Pascal Brandstätter 0:1