In der 1. Klasse Nord hat der SC mapo Marchegg gegen den ATSV W.E.B Auersthal ein wildes 3:4 hinnehmen müssen. Die Gäste lagen zur Pause trotz früher Führung 1:2 zurück, blieben laut Trainer Esad Palos aber bei ihrem Plan. Genau darin sah er den Grund für die Wende: ATSV W.E.B Auersthal sei geduldig geblieben, habe das Spiel weiter kontrolliert und sich mit dem späten Siegtor noch belohnt.

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Die Partie begann für ATSV W.E.B Auersthal nach Maß, weil Samuel Noel Murar schon in der 2. Minute das 0:1 erzielte. Trotzdem nahm das Spiel danach einen Verlauf, den Esad Palos aus seiner Sicht zwiespältig bewertete. Einerseits sah der Trainer seine Mannschaft über weite Strecken als das aktivere Team. "Eigentlich hatten wir die ganze Zeit das Spiel unter Kontrolle. Wir hatten mehr Ballbesitz, haben alle vier Spielphasen richtig umgesetzt, und unser Spielplan hat funktioniert", sagte Palos. Andererseits drehte SC mapo Marchegg die Partie noch vor der Pause. Adam Yilmaz glich in der 21. Minute aus, Adam Nomilner stellte in der 36. Minute auf 2:1, und genau diese Phase führte Palos auf eigene Fehler zurück: "Wir haben wieder zwei unnötige Tore kassiert."
Entscheidend war für den Trainer deshalb nicht nur der späte Siegtreffer, sondern vor allem die Reaktion seiner Mannschaft auf den Rückstand zur Pause. "Der entscheidende Moment war der Kopf unserer Spieler", sagte Palos und erklärte damit, warum ATSV W.E.B Auersthal nach dem 1:2 nicht von seiner Linie abwich. "Wir waren zur Halbzeit im Rückstand, aber wir haben nicht aufgehört. Wir haben weiter unseren Spielplan umgesetzt, hatten Geduld, hatten spielerisch viel mehr vom Spiel und am Ende haben wir uns belohnt." Nach dem Seitenwechsel schlug sich das auch im Ergebnis nieder. Simon Pammer stellte in der 54. Minute auf 2:2, Üveys Karabulut brachte ATSV W.E.B Auersthal in der 65. Minute wieder nach vorne. Als SC mapo Marchegg durch Ales Stroncer in der 85. Minute noch einmal zum 3:3 kam, war die Partie wieder offen. Den letzten Ausschlag gab dann Halil Günay in der Nachspielzeit. Gerade dieses 3:4 hob Palos hervor: "Wir haben das gut über die linke Seite ausgearbeitet, dann kam eine flache Flanke auf die zweite Stange und das Tor."
Aus Sicht des Trainers war der Auswärtssieg deshalb kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines klaren Plans, den seine Mannschaft über fast die gesamte Spielzeit durchzog. Gleichzeitig beließ es Palos nicht beim Lob. Trotz vier erzielter Tore sprach er einen Punkt an, der ihn weiterhin beschäftigt. "Luft nach oben gibt es bei der Chancenverwertung. Wir erarbeiten uns pro Spiel sicher sieben, acht oder zehn Chancen, haben im Moment aber ein kleines Problem mit der Chancennutzung", meinte er. Dass es diesmal trotzdem reichte, erklärte er mit der spielerischen Überlegenheit seiner Elf. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir spielen gut, unser Spielplan funktioniert", sagte Palos. Den Gegner erlebte er vor allem im ersten Durchgang als unangenehm. SC mapo Marchegg habe gut verteidigt, sei kompakt gestanden und habe versucht, über Konter vor das Tor zu kommen. Zur Leistung des Schiedsrichterteams wollte sich Palos zwar nicht näher äußern, merkte aber an: "Ich möchte die Schiedsrichterleistung nicht kommentieren, aber es gab viele diskutierbare Entscheidungen, besonders vom Linienrichter."
Unterm Strich blieb beim Trainer des ATSV W.E.B Auersthal daher ein klarer Eindruck hängen. "Wir waren heute die stärkere Mannschaft. Wir haben den Sieg verdient", fasste Palos zusammen und führte als entscheidenden Unterschied an, dass seine Mannschaft spielerisch besser gewesen sei, die Umschaltmomente gut gelöst und den Plan geduldig durchgezogen habe. Mit dem 4:3-Auswärtssieg hält ATSV W.E.B Auersthal nach zwei Runden nun bei drei Punkten, während SC mapo Marchegg weiter auf die ersten Zähler wartet. Lange wollte Palos den Abend trotzdem nicht nachklingen lassen. "Wir haken das jetzt ab und bereiten uns ab Montag langsam auf das nächste Match vor – hoffentlich wieder auf die nächsten drei Punkte", sagte er.