Im Derby der 1. Klasse Nord musste sich der SV Bad Pirawarth dem USV Schrick mit 0:2 geschlagen geben. Nach einem wackeligen Beginn fand Schrick laut Trainer Alexander Bitter immer besser in die Partie, gewann viele Zweikämpfe und legte mit viel Laufbereitschaft den Grundstein für den ersten Saisonsieg. Entscheidend waren am Ende nicht nur die Tore, sondern vor allem, wie konsequent die Gäste über 90 Minuten dagegenhielten.

Foto von Mike Robinson auf Unsplash
Es war von Beginn an das Spiel, das man sich in einem Derby erwartet: viele Zweikämpfe, wenig Raum und ein hoher Aufwand auf beiden Seiten. Bitter sagte offen, dass seine Mannschaft in der Anfangsphase Probleme hatte: „Die ersten zehn Minuten haben wir noch Probleme gehabt, ins Spiel zu finden. Da waren wir auch in der Raumaufteilung ein bisschen konfus.“ Genau diese ersten Minuten gefielen dem Schrick-Coach nicht, weil seine Elf zunächst nicht sauber in die Duelle kam. Danach änderte sich das Bild aber deutlich. „Nach zehn Minuten sind wir besser ins Spiel gekommen, haben das Heft in die Hand genommen und die Zweikämpfe angenommen“, schilderte Bitter. In dieser Phase fiel dann auch die Führung. In der 32. Minute traf Ramon Redzepovic zum 0:1. Bitter beschrieb die Entstehung als schöne Kombination über die linke Seite, ehe der Ball ins Zentrum kam, wo Redzepovic mit Tempo abschloss.
Mit der knappen Führung im Rücken hatte Schrick das Spiel noch lange nicht entschieden. Bitter sprach von einer „relativ ausgeglichenen“ zweiten Halbzeit, und genau so entwickelte sich die Partie auch weiter. Die Gäste blieben zwar stabil, mussten aber mehrere heikle Situationen überstehen. Der Trainer verschwieg dabei nicht, dass seine Mannschaft auch das nötige Glück hatte: Bad Pirawarth köpfte einmal an die Latte, dazu gab es eine Szene, in der man laut Bitter „einen Elfmeter geben kann“. Dazu kam ein starker Rückhalt im Tor der Gäste. „Unser Torwart, Günther Arnberger, hat super pariert. Der hat zwei Bälle in Eins-gegen-Eins-Situationen gehalten und uns da im Spiel gehalten“, sagte Bitter. Die Vorentscheidung fiel dann in der 77. Minute, als der eingewechselte Marko Grabovac nach einer Klärung abzog und zum 0:2 traf. Bitter sprach von einem „echt schönen Tor“. Später ärgerte sich der Schrick-Coach noch über ein aberkanntes weiteres Tor, bei dem ein Kopfball von Grabovac unter die Latte gegangen war. Für ihn war das kein Abseits.
Für Bitter lag der entscheidende Unterschied zwischen beiden Mannschaften nicht in einer einzelnen Szene, sondern in der Haltung seiner Elf über die gesamte Spielzeit. „Wir haben sehr viele Zweikämpfe gewonnen und ganz einfach Leidenschaft in jedem Zweikampf im ganzen Spiel gezeigt“, sagte der Trainer. Dazu kam für ihn eine hohe Laufbereitschaft, die Schrick vor allem nach der schwierigen Anfangsphase immer stärker machte. Bitter formulierte es sehr deutlich: „Wir haben das Herz am Platz gelassen und schlussendlich verdient gewonnen.“ Auch die Art, wie sein Team gegen den Ball arbeitete, hob er hervor. Schrick habe keinen Zweikampf gescheut, den Gegner permanent gestört und über volle 90 Minuten dagegengehalten. Bad Pirawarth versuchte aus seiner Sicht, über Zweikämpfe und schnelles Umschalten zum Erfolg zu kommen. Doch gerade in diesen Bereichen sah Bitter seine Mannschaft „über weite Strecken der neunzig Minuten“ besser aufgestellt.
Entsprechend zufrieden fiel das Fazit des Trainers nach dem Schlusspfiff aus. „Ich bin sehr, sehr stolz auf die Jungs“, sagte Bitter und stellte dabei weniger das Ergebnis als vielmehr die Einstellung seiner Mannschaft in den Mittelpunkt. Für ihn war der Auftritt deshalb so wertvoll, weil Schrick nicht nur zwei Tore machte, sondern die Partie in einem kampfbetonten Derby auch mental annahm. Einen Anteil am Auswärtssieg sprach er außerdem den vielen mitgereisten Anhängern zu. „Natürlich freut es mich auch, dass so viele Leute mitgekommen sind von unserem Verein, die uns gestern unterstützt haben. Das war wirklich ganz große Klasse“, sagte Bitter. Diese Unterstützung habe die Mannschaft zusätzlich gepusht. Mit dem 0:2 nimmt Schrick damit drei wichtige Punkte aus Bad Pirawarth mit und hält nach drei Runden bei vier Zählern. Für den Trainer war es vor allem ein Sieg, der zeigt, worauf sich seine Mannschaft in dieser Liga verlassen will: Einsatz, Laufarbeit und konsequentes Zweikampfverhalten.