In der 1. Klasse Nord setzte sich SV Bad Pirawarth am Freitagabend mit 2:1 gegen USV 1950 Hauskirchen durch. Aus Sicht der Gäste war vor allem der Beginn der Knackpunkt. Sektionsleiter Julian Trötzmüller sprach nach dem Spiel von zu wenig Spannung und Bereitschaft und sah den Gastgeber über weite Strecken "aggressiver, williger und kampfbereiter". Damit war der Grundton dieser Niederlage schnell gesetzt.

Foto von Marcel Strauß auf Unsplash
Für Hauskirchen begann der Abend denkbar schlecht. Schon in der 2. Minute traf Manuel Öller zum 1:0 für Bad Pirawarth, nachdem die Gäste laut Trötzmüller durch einen Ballverlust im Mittelfeld überhaupt erst in diese Lage geraten waren. "Wenn man in der ersten Minute 1:0 hinten ist, wird der Spielverlauf gleich auf den Kopf gedreht", sagte der Sektionsleiter, die Daten führen den Treffer allerdings in Minute zwei. Ganz weg war Hauskirchen danach trotzdem nicht. Trötzmüller sah durchaus eine Reaktion und auch gute Ansätze, aber im letzten Drittel blieb seine Mannschaft zu harmlos. Die Gäste hatten nach seiner Einschätzung sogar mehr Spielanteile, spielten sich immer wieder bis an den Strafraum heran, "mehr ist dann nicht gekommen", weil die gefährlichen Abschlüsse fehlten. Bad Pirawarth blieb dagegen mit dem schnellen Umschalten laufend unangenehm und legte kurz vor der Pause nach. In der 39. Minute war wieder Öller zur Stelle und stellte auf 2:0, ehe Marek Ondryas in Minute 41 mit dem 2:1 den Anschluss noch vor der Halbzeit wieder herstellte.
Gerade in diesem Gegensatz lag für Trötzmüller der Hauptgrund für die Niederlage. "Bei uns war leider nicht die Spannung und die Bereitschaft da, die wir in den letzten Wochen gehabt haben", sagte er offen und sprach damit nicht die spielerische Linie an, sondern vor allem das Auftreten gegen den Ball. Bad Pirawarth sei von Beginn an bissig gewesen, habe aggressiv gespielt und den größeren Willen gezeigt. Hauskirchen wollte vieles spielerisch lösen, fand dabei aber zu selten den Weg in echte Druckphasen vor dem Tor. "Vielleicht war das auch unser Manko, dass wir alles spielerisch lösen wollten, aber das ist unser Fußball", sagte Trötzmüller. Das erklärt auch, warum seine Mannschaft zwar längere Ballbesitzphasen hatte, daraus aber wenig Kapital schlug. Die Gastgeber verteidigten kompakt, arbeiteten als Team gut zusammen und blieben mit ihren direkten Umschaltmomenten die Mannschaft, die aus weniger Ballbesitz mehr Gefahr machte.
Das 2:1 durch Ondryas kurz vor der Pause hielt Hauskirchen in der Partie und gab den Gästen noch einmal neue Hoffnung. Trötzmüller hatte das Gefühl, dass seine Mannschaft diesen Treffer in die zweite Hälfte mitnehmen könnte, und genau so schilderte er auch die Phase nach dem Seitenwechsel. "Wir sind besser in die Partie gekommen und hätten noch zwei, drei Situationen gehabt, wo man vielleicht den Ausgleich machen hätte können", sagte er. Gerade deshalb war die Niederlage aus seiner Sicht zwar ärgerlich, aber nicht unverdient. "Die wenigen Chancen, die wir noch gehabt hätten, hätten wir klüger ausspielen müssen", meinte Trötzmüller. Eine Szene sprach er noch an, als beim Stand von 2:1 aus seiner Sicht zu Unrecht auf Corner für Bad Pirawarth entschieden worden sei und daraus eine gefährliche Serie entstanden sei. Insgesamt stellte er dem Schiedsrichter aber ein ordentliches Zeugnis aus. Viel schwerer wog für ihn etwas anderes: "Summa summarum haben wir verdient verloren." Für Hauskirchen geht es nun darum, genau jene Aggressivität und Bereitschaft wieder auf den Platz zu bringen, die laut Trötzmüller diesmal gefehlt haben.