In der 1. Klasse Nord hat sich der SC Orth/Donau am Samstag mit 1:0 gegen den SV GG Haringsee durchgesetzt. Aus Sicht von Haringsee-Trainer Lukas Kiss war das Spiel lange offen, auch wenn seine Mannschaft zunächst nur schwer hineinfand. Entscheidend blieb am Ende ein Standard vor der Pause, weil die Gäste ihre besseren Phasen danach nicht in ein Tor ummünzen konnten.

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Für Kiss war die Begegnung vor allem in ihrer Entwicklung klar zu lesen. Haringsee brauchte einige Minuten, um in Orth wirklich anzukommen, und musste zunächst akzeptieren, dass die Gastgeber den besseren Einstieg erwischten. „Am Anfang haben wir uns schwergetan, ins Spiel reinzufinden“, sagte der Trainer nach der Partie. Erst nach rund zwanzig Minuten habe sich das Bild verändert. Von da an sei es aus seiner Sicht ein offenes Spiel gewesen, in dem seine Mannschaft endlich wieder jene Dinge auf den Platz brachte, die zuletzt zu selten zu sehen waren. „Ab der 20. Minute haben wir begonnen, unser Spiel wieder zu spielen“, erklärte Kiss. Genau das war für ihn ein wichtiger Punkt, weil Haringsee nicht nur besser in die Zweikämpfe kam, sondern auch wieder zu Chancen fand und die Partie zunehmend auf Augenhöhe gestaltete.
Dass Orth trotzdem mit einer Führung in die Kabine ging, lag an jener Szene, die den Nachmittag letztlich entschied. In der 37. Minute traf Roman Sabler zum 1:0 für die Gastgeber, und aus Sicht des Haringseer Trainers war die Entstehung des Tores schnell erklärt. „Es war ein Eckball, dann kommt ein Gegenspieler frei zum Kopfball. Das darf nicht passieren, aber es ist passiert“, fasste Kiss die Szene zusammen. Viel mehr wollte er daraus gar nicht machen, weil er das Spiel insgesamt nicht auf einen einzigen großen Wendepunkt reduzieren wollte. „Es gibt keinen entscheidenden Knackpunkt in Wahrheit“, sagte er. Trotzdem blieb genau dieser Standard der Moment, der das Ergebnis festlegte. Mit dem 0:1 zur Pause lief Haringsee einem Rückstand nach, obwohl die Gäste die Begegnung nach dem schwierigen Beginn längst offener gestaltet hatten.
Gerade deshalb fiel das Urteil von Kiss trotz der Niederlage nicht grundsätzlich negativ aus. Er betonte vielmehr, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel vieles so umgesetzt habe, wie er sich das vorgestellt hatte. „Zweite Halbzeit müssen wir eigentlich fast ein Tor machen, damit wir uns selbst belohnen“, sagte der Trainer. Vor allem im eigenen Spiel mit dem Ball sah er klare Fortschritte. „Wir haben den Ball endlich wieder gut laufen lassen und die Ketten des Gegners gut überspielt“, so Kiss, der seine Elf ausdrücklich in Schutz nahm. „Meiner Mannschaft mache ich den wenigsten Vorwurf“, stellte er klar und schob nach: „Wir haben bis zur letzten Sekunde alles gegeben.“ Auch deshalb sprach er von „keiner verdienten Niederlage“ und hielt fest: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“ Den Gegner beschrieb er als „gut eingestellt“ und „kompakt“, den Schiedsrichter nahm er ausdrücklich aus jeder Diskussion. Für Haringsee bleibt damit zwar ein 0:1 ohne Ertrag, zugleich aber auch eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt, wenn die zweite Halbzeit zum Maßstab für die nächsten Wochen wird.