Spielberichte

Trotz Rot zum 6:2 – Auersthal gewinnt, weil "wir immer wie eine Mannschaft auftreten"

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ATSV Auersthal
SC Großengersdorf

In der 1. Klasse Nord hat ATSV W.E.B Auersthal am Samstag gegen SC Großengersdorf mit 6:2 gewonnen – und das trotz einer Roten Karte schon in der 21. Minute. Trainer Esad Palos sprach von einer Partie, die seine Mannschaft "90 Minuten in der Hand" gehabt habe. Gerade die Reaktion nach dem zwischenzeitlichen 2:2 war für ihn der beste Beleg dafür, warum der Sieg am Ende so klar ausgefallen ist.

Spieler mit Schuh am Ball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Frühe Führung, dann die Zäsur mit Rot

Die Gastgeber waren von Beginn an auf Kurs und hatten sich schon früh ein Polster erarbeitet. Ömer Ünal brachte Auersthal in der 14. Minute in Führung und legte nur vier Minuten später gleich das 2:0 nach. Dann bekam die Partie aber eine neue Richtung, weil Andreas Pikal in der 21. Minute die Rote Karte sah und Auersthal damit lange in Unterzahl spielen musste. Großengersdorf nutzte diese Phase zunächst, kam durch Nicolae Imbre in der 25. Minute auf 1:2 heran und glich in der 36. Minute durch Patrick Pöschl sogar zum 2:2 aus. Wer in diesem Moment eine wackelige Schlussphase der Heimelf erwartet hatte, bekam aber das Gegenteil zu sehen. Fast im direkten Gegenzug stellte Ünal mit seinem dritten Treffer auf 3:2, und kurz vor der Pause erhöhte Samuel Noel Murar noch auf 4:2. Damit war schon zur Halbzeit klar, dass Auersthal den Rückschlag nicht nur weggesteckt, sondern noch vor dem Seitenwechsel wieder für klare Verhältnisse gesorgt hatte.

Die direkte Antwort auf das 2:2 war für Palos bezeichnend

Für Trainer Esad Palos lag genau darin die wichtigste Aussage dieser Partie. "Wir haben das Spiel 90 Minuten in der Hand gehabt und am Ende verdient hoch gewonnen", sagte er nach dem Schlusspfiff und stellte damit weniger das Ergebnis als die Art und Weise in den Vordergrund. Besonders wichtig war ihm der Umgang mit der langen Unterzahl. "Nach der Roten Karte hatten wir 70 Minuten Unterzahl. Trotzdem haben wir in dieser Phase ein 4:2 geschafft", sagte Palos. Gerade dieser Satz erklärt, warum er mit dem Auftritt seiner Mannschaft so zufrieden war. Auersthal ließ sich vom Ausgleich nicht aus der Ruhe bringen, sondern antwortete sofort wieder mit Toren. Das 3:2 noch in der 37. Minute und das 4:2 vor der Pause waren aus seiner Sicht nicht bloß wichtige Treffer, sondern Ausdruck dessen, was seine Mannschaft derzeit auszeichnet. "Das zeigt, dass wir eine sehr gute Mannschaft sind, dass wir zusammenhalten – in schwierigen Situationen, in Unterzahl, in Überzahl und in jeder Spielphase."

Auch nach der Pause blieb Auersthal am Drücker

Dass der Trainer von einem kontrollierten Auftritt sprach, zeigte sich auch nach dem Seitenwechsel. Auersthal ließ nicht nach, sondern legte rasch nach. Ivan Popovic erhöhte in der 49. Minute auf 5:2, Mario Mijic stellte in der 58. Minute den 6:2-Endstand her. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Partie entschieden, auch wenn die Heimelf weiterhin nur zu zehnt auf dem Platz stand. Palos begründete die klare zweite Hälfte damit, dass sein Team den eigenen Plan konsequent durchgezogen habe. "Alle vier Spielphasen haben gut funktioniert, trotz Unterzahl. Wir haben unseren Spielplan gut umgesetzt", sagte der Trainer. Dazu kam aus seiner Sicht ein klares Plus in den Grundlagen des Spiels. "Wir waren läuferisch viel besser" und insgesamt "konditionell, läuferisch und taktisch überlegen", erklärte Palos. Über die Rote Karte oder andere Entscheidungen wollte er dabei gar nicht lange sprechen. "Über den Schiedsrichter möchte ich überhaupt nicht diskutieren. Die Rote Karte war klar", hielt er fest.

Lob an die Mannschaft und der Blick auf die nächste Aufgabe

So blieb nach dem Schlusspfiff vor allem das Gefühl eines Auftritts, der intern wohl höher bewertet wird als ein gewöhnlicher Heimsieg. Auersthal hat nicht nur sechs Tore erzielt, sondern nach dem Platzverweis auch gezeigt, dass die Mannschaft geschlossen reagiert. Genau diesen Punkt hob Palos mehrfach hervor. "Wir treten auf dem Platz immer wie eine Mannschaft auf, und wir gewinnen und verlieren wie eine Mannschaft", sagte er. Zum Abschluss richtete er den Blick noch einmal bewusst auf seine Spieler: "Ich möchte mich in erster Linie bei meinen Spielern bedanken. Sie trainieren gut, sie spielen gut, sie sind diszipliniert, sie halten Ordnung und sie halten zusammen." Viel Zeit zum Feiern will er sich dennoch nicht nehmen. "Heute haken wir das ab, ab morgen bereiten wir uns auf die nächste Aufgabe vor." Mit dem 6:2 und nun 18 Punkten nach sieben Spielen bleibt Auersthal in der Tabelle jedenfalls ganz vorne.

1. Klasse Nord: Auersthal : Großengersdorf - 6:2 (4:2)

  • 58
    Mario Mijic 6:2
  • 49
    Ivan Popovic 5:2
  • 44
    Samuel Noel Murar 4:2
  • 37
    Ömer Ünal 3:2
  • 36
    Patrick Pöschl 2:2
  • 25
    Nicolae-Alin Imbre 2:1
  • 18
    Ömer Ünal 2:0
  • 14
    Ömer Ünal 1:0