In der 1. Klasse Nord hat SV GG Haringsee gegen USV Schrick trotz spielstarker erster Hälfte und später Führung nur 2:2 gespielt. Für die Gäste war es ein Auswärtspunkt mit Gewicht, den Trainer Alexander Bitter vor allem auf Disziplin, Laufbereitschaft und aggressive Zweikämpfe zurückführt. Nach Rückstand, Elfmeter-Ausgleich und einem unglücklichen Eigentor kämpfte sich Schrick in der Schlussphase noch verdient zurück.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Alexander Bitter beschrieb den Beginn sehr deutlich und ließ keinen Zweifel daran, wer in der Anfangsphase den Ton angegeben hatte. „In den ersten 45 Minuten hat Haringsee das Spiel bestimmt, war sehr flexibel, hatte viele Positionsrotationen und hat den Ball sehr gut laufen lassen“, sagte der Schrick-Trainer. Diese Überlegenheit zeigte sich auch früh auf der Anzeigetafel, als Jan Richard Lunczer die Gastgeber in der 13. Minute mit 1:0 in Führung brachte. Schrick zog sich in dieser Phase weit zurück und lauerte auf Fehler, musste viel arbeiten und immer wieder gegen den Ball verteidigen. Bitter gefiel dabei trotzdem, dass seine Mannschaft nicht auseinanderfiel. „Wir haben das eigentlich ganz gut wegverteidigen können“, sagte er. Der Ausgleich zum 1:1 fiel dann in Minute 18 durch Günther Arnberger vom Elfmeterpunkt. Bitter sprach von einem klaren Handspiel und war überzeugt, dass der Strafstoß berechtigt war. Danach blieb Haringsee weiter die aktivere Mannschaft, hatte laut Bitter viel Ballbesitz und zwang Schrick häufig dazu, dem Ball hinterherzulaufen. Ganz zwingend wurde die Heimmannschaft aus seiner Sicht aber nicht immer, auch wenn ein Stangenschuss zeigte, wie viel Druck weiter auf der Schricker Defensive lag.
Dass Schrick trotz aller Defensivarbeit wieder mit einem Rückstand dastand, war aus Sicht von Bitter besonders bitter. Er verwies auf eine eigene gute Szene noch vor der Pause, die seine Mannschaft nicht sauber zu Ende spielte, und sah darin einen Moment, der mehr drin gehabt hätte. „Da müssen wir den Ball ganz einfach aufs Tor bringen und verwerten“, sagte er über diese Aktion. Offiziell fiel das 2:1 für Haringsee dann unmittelbar nach Wiederbeginn, als Niklas Maier mit einem Eigentor in der 47. Minute unglücklich zum 2:1 traf. Für die Gäste war das ein Rückschlag, der das Spiel aber nicht entschied. Bitter stellte vielmehr heraus, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel genau das umgesetzt habe, was in der ersten Hälfte noch nicht durchgehend gelungen war. „Wir haben probiert, in der zweiten Halbzeit mehr Zugriff auf den Gegner zu haben, und das ist uns ganz gut gelungen“, erklärte er. Schrick wurde aggressiver in den Zweikämpfen, stand kompakter und ließ Haringsee nicht mehr so sauber kombinieren wie vor der Pause. Gerade dieser Wechsel im Zugriff war für Bitter der Grund, warum die Partie später noch kippte.
Je länger das Spiel dauerte, desto mehr sah der Schricker Trainer seine Mannschaft im Kommen. Bitter hatte den Eindruck, dass Haringsee nicht mehr dieselbe Frische wie in der starken ersten Halbzeit auf den Platz brachte. „Sie haben sehr viel investiert, und mit Fortschritt des Spiels haben wir immer besser ins Spiel gefunden“, sagte er. Für ihn war das kein Zufall, sondern eine Folge aus Laufbereitschaft, Zweikampfhärte und konsequentem Stören. Genau daraus entstand schließlich auch der verdiente Lohn, als Stefan Mayer in der 79. Minute das 2:2 erzielte. Bitter machte aus seiner Zufriedenheit keinen Hehl. „Ich bin sehr, sehr glücklich über das 2:2. Wir haben dann auch verdient den Ausgleich gemacht“, sagte der Trainer. Gleichzeitig sah er sogar noch Luft nach oben. Schrick hatte in der offeneren zweiten Hälfte einige Abschlüsse, doch für mehr als den Punkt fehlte ihm in den entscheidenden Momenten die letzte Konsequenz. „Vielleicht hat uns im letzten Drittel die Zielstrebigkeit gefehlt“, meinte Bitter, der den Zähler trotzdem ausdrücklich mitnahm.
Gerade weil Bitter den Gegner so hoch einschätzte, hatte dieses 2:2 für ihn besonderes Gewicht. „Bis dato war das die spielstärkste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben“, sagte er über Haringsee und sprach den Gastgebern ausdrücklich ein Kompliment für ihre Ballsicherheit und ihr Tempo aus. Umso mehr gefiel ihm der Auftritt seiner eigenen Mannschaft nach der Pause. „Unsere Zweikampfstärke und unser Wille waren der Schlüssel zum Punkterfolg“, brachte er den Nachmittag auf den Punkt. Dazu passte auch seine abschließende Bilanz: „Ich bin froh, dass wir dort mit einem Punkt wegfahren können.“ Nach sieben Runden steht Schrick nun bei sechs Punkten. Viel wichtiger als die nackte Zahl dürfte für die Gäste aber sein, wie dieser Punkt zustande kam: gegen einen spielstarken Gegner, nach Rückstand und mit einer zweiten Halbzeit, in der Einsatz, Disziplin und Beharrlichkeit am Ende doch noch belohnt wurden.