In der 1. Klasse Nord hat SV AUST-BAU Großkrut gegen USV Schrick trotz einer Aufholjagd mit 2:4 verloren. Die Gäste führten früh 3:0, ließen den Gegner dann aber wieder herankommen und brauchten am Ende auch eine Portion Glück. Schricks Trainer Alexander Bitter sprach offen von einem "ganz schlechten Spiel" seiner Mannschaft – und genau das machte diesen Auswärtssieg aus seiner Sicht so ungewöhnlich.

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Bitter erlebte von Beginn an eine offene Partie. "Beide Mannschaften haben von Anfang an probiert, offensive Aktionen zu setzen", sagte der Schricker Trainer, der sein Team aber schon in dieser Anfangsphase nicht wirklich überlegen sah. Dennoch stand es nach 24 Minuten 3:0 für die Gäste. Stefan Mayer brachte Schrick in der 13. Minute in Führung, nachdem Großkrut einen Ball nach einer Verlagerung nicht klären konnte. In der 22. Minute legte Jagseer Gill nach, zwei Minuten später erhöhte Mayer auf 3:0, nachdem ein Rückpass zu kurz geraten war. Bitter sprach selbst von Geschenken des Gegners: "Wir haben in den ersten 25 Minuten drei Tore geschossen, wobei zwei Tore Geschenke waren von der Hintermannschaft von Großkrut, die wir Gott sei Dank genutzt haben." Ganz einseitig war das Spiel nach seinem Eindruck aber auch da schon nicht. "Großkrut war nicht schlecht. Sie waren sehr aggressiv in den Zweikämpfen", sagte er. Die Gastgeber blieben also in der Partie und verkürzten schon in der 27. Minute durch Martin Ambra, der nach einem Freistoß und dem Abpraller zur Stelle war, auf 1:3.
Mit dem 1:3 zur Pause war die Partie aus Schricker Sicht alles andere als erledigt. Bitter störte vor allem, dass seine Mannschaft kaum Kontrolle fand und im eigenen Ballbesitz zu fehlerhaft blieb. "Wir haben ganz einfach zu schnell die Bälle verloren", sagte er rückblickend, und genau das brachte Großkrut immer wieder ins Spiel. In der 63. Minute verkürzte Filip Palkovic auf 2:3. Spätestens da war die Partie völlig offen. Bitter formulierte es passend: "Dann war es ein Spiel auf Messers Schneide." Genau dieses Gefühl zog sich aus seiner Sicht durch die gesamte zweite Hälfte.
Ein klarer Wendepunkt kam erst spät. In der 81. Minute sah Martin Ambra die Rote Karte, und auch wenn Bitter diese Szene als entscheidend einordnete, wollte er daraus kein großes Gerechtigkeitsthema machen. "Ich hätte sie persönlich nicht gegeben", sagte er offen und erklärte, dass er in dieser Aktion keine Absicht gesehen habe. Für Schrick brachte die Überzahl trotzdem einen Vorteil, weil das Spiel beim Stand von 3:2 völlig offen war. "Das war dann der entscheidende Punkt, dass wir Überzahl hatten", meinte Bitter. Wirklich souverän wurde sein Team aber auch danach nicht. Im Gegenteil: "Der Gegner war trotz Unterzahl immer brandgefährlich, weil wir ganz einfach nicht in die Zweikämpfe gekommen sind." Erst in der 89. Minute setzte Ramon Redzepovic mit dem 4:2 den Schlusspunkt. Selbst dieses Tor blieb nicht ohne Diskussion, denn nach Bitters Aussage sei der Ball davor "angeblich im Toraus" gewesen. Der Treffer zählte aber, und damit war die Partie entschieden.
Dass Bitter nach einem 4:2-Auswärtssieg ungewöhnlich deutlich wurde, lag an seiner Gesamteinschätzung des Auftritts. "Das Einzige, was positiv heute wirklich funktioniert hat, war die Chancenauswertung", sagte der Schricker Trainer. Mit und gegen den Ball sah er seine Mannschaft klar unter ihren Möglichkeiten. "Das Spiel gegen den Ball war nicht gut. Das Spiel mit dem Ball war nicht gut", stellte er nüchtern fest. Ein Sonderlob bekam deshalb Torhüter Günther Arnberger, den Bitter als wichtigen Rückhalt hervorhob: "Wir können uns heute eigentlich nur bei Günther Arnberger bedanken, der Schlimmeres verhindert hat." Auch dem Gegner zollte er Respekt. Großkrut sei "offensiv bärenstark" gewesen und "auf keinen Fall schlechter, wenn nicht sogar besser". Umso mehr nahm Bitter die eigenen Spieler in die Pflicht. "Ganz schlechtes Spiel, aber drei Punkte."