In der 1. Klasse Nord musste sich SV GG Haringsee am Sonntag im Heimspiel gegen SK Spannberg mit einem 1:1 begnügen. Nach einer starken Anfangsphase und der frühen Führung durch Dominik Wukitsevits sah Trainer Lukas Kiss den Knackpunkt klar bei der eigenen Mannschaft: Haringsee habe nach zehn guten Minuten den Faden verloren und den Gästen damit den Weg zurück in die Partie geöffnet.

Image by Phillip Kofler from Pixabay
Aus Sicht der Gastgeber begann die Partie genau so, wie man es sich wünscht. Lukas Kiss sprach von sehr guten ersten zehn Minuten und davon, dass seine Mannschaft diesmal vom Anpfiff weg aktiv und präsent war. Schon früh lag mehr drin als nur die knappe Führung. „Du musst nach vier Minuten schon 1:0 führen. Wir machen das Tor nicht“, sagte der Haringsee-Trainer. Zwei Minuten später fiel dann doch das 1:0, als Dominik Wukitsevits in der 6. Minute eine laut Kiss „sehr gute Aktion“ erfolgreich abschloss. Weil vor der Pause aber noch eine weitere hundertprozentige Möglichkeit ungenutzt blieb, ging Haringsee nur mit einem 1:0 in die Kabine, obwohl nach der Anfangsphase mehr möglich gewesen wäre.
Für Kiss lag genau dort der entscheidende Punkt dieser Partie. Nicht das frühe Tor, sondern das, was danach passierte, war für ihn ausschlaggebend. „Der entscheidende Moment war, dass wir aufgehört haben, Fußball zu spielen“, brachte er es deutlich auf den Punkt. Der Trainer sah seine Mannschaft anfangs klar überlegen, danach aber nicht mehr konsequent genug. „Wir haben in den ersten zehn Minuten klar dominiert, haben zwei hundertprozentige Torchancen gehabt, haben leider nur eine gemacht und haben dann irgendwie aufgehört, Fußball zu spielen“, sagte Kiss. Spannberg kam dadurch besser hinein, wurde nach seiner Einschätzung „immer stärker und stärker“, und genau dieses Bild setzte sich vor allem nach dem Seitenwechsel fort. Haringsee führte zur Pause noch 1:0, hatte das Spiel aber längst nicht mehr so im Griff wie zu Beginn.
Auch nach Wiederbeginn blieb für die Gastgeber die große Möglichkeit aus, die Partie früh zuzumachen. Kiss sprach davon, dass seine Mannschaft direkt nach dem Wiederanpfiff wieder eine hundertprozentige Chance vorfand, diese aber erneut nicht nutzte. Dazu kamen laut seiner Schilderung noch weitere Möglichkeiten sowohl beim Stand von 1:0 als auch nach dem Ausgleich. Weil Haringsee daraus kein zweites Tor machte, blieb Spannberg im Spiel und bekam mit zunehmender Dauer mehr Anteile. „Nichtsdestotrotz war in der zweiten Halbzeit ein Dauerdruck von Spannberg zu spüren. Es war einfach mehr Spielanteil bei Spannberg“, sagte Kiss. In der 81. Minute fiel dann der Ausgleich, als Nicolas Pulz zum 1:1 traf. Es war jener Treffer, der sich über den Verlauf der zweiten Hälfte angekündigt hatte und den Haringsee mit besserer Chancenverwertung wohl hätte verhindern können.
Interessant war nach dem Schlusspfiff vor allem, wie klar Kiss die Verantwortung bei seiner eigenen Mannschaft suchte. Zwar wollte er einzelne Entscheidungen nach dem Spiel ausdrücklich nicht zum Thema machen. „Daran will ich mich jetzt nicht aufhängen. Immerhin sind wir für unsere Leistung verantwortlich und nicht der Schiedsrichter“, stellte er klar. Viel wichtiger war ihm die eigene Lehre aus diesem 1:1. „Du musst einfach die Tore machen und darfst nie aufhören, Fußball zu spielen. Du musst immer weiter, weiter, weiterspielen“, sagte Kiss. So bleibt für Haringsee nach Runde zehn bei 15 Punkten zwar ein Zähler, gefühlt aber wohl mehr die verpasste Chance, gegen den Tabellenfünften aus Spannberg deutlich mehr mitzunehmen.