Freitagabend traf der SC Retz auf die Admira Wacker Amateure. Der Erstgenannte hatte in der vergangenen Runde eine hauchdünne Niederlage in Korneuburg kassiert. Im eigenen Wohnzimmer dagegen verfügte er noch immer über eine makellose Bilanz. Entsprechend freute sich die Mannschaft auf den nächsten Auftritt vor ihren Fans. Dabei nahm sie es mit einem Kontrahenten aus den unteren Tabellenregionen auf, welchem letzte Woche eine Niederlage von Meisterschaftsmitfavorit Wr. Neustadt verpasst worden war. Nun setzte es die nächste Pleite. Die Hausherren drehten einen Rückstand und setzten sich knapp durch.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Rund 430 Zuschauer verspürten Bock auf das Kräftemessen. Bei der beeindruckenden Heimstärke ist es natürlich eine spannende Option, seine Freizeit am Sportplatz zu verbringen. Für die ortsansässigen Anhänger scheint es ja zurzeit eine Garantie dafür zu geben, einen vollen Erfolg der Burschen zu Gesicht zu bekommen. Dann findet man sich natürlich umso lieber auf der Tribüne ein. In dem Match jedoch blieb ihnen in der unmittelbaren Auftaktphase das Lachen im Halse stecken. Der Referee sprach ihren Jungs einen Elfmeter zu. Fatlum Kreka richte sich den Ball her und lief an. Dieses Unterfangen stellte ja normalerweise eine Pflichtübung für den Routinier dar. Nicht dieses Mal. Er versemmelte ihn. Das Auswärtsteam dagegen fackelte nicht lange rum und legte seinerseits in der sechsten Minute vor. Riad Kadrija versenkte einen Freistoß direkt und ließ den lokalen Fan verstummen. Die Geschehnisse versprachen nichts Gutes für das Team von Trainer Manfred Wachter. Trotzdem rannte es natürlich an und direkt vor der Pause glückte tatsächlich das angestrebte Tor. Benjamin Hahn schloss einen von ihm selbst eingeläuteten Umschaltmoment perfekt ab. Gleich darauf beendete der Referee die Hälfte.
Beide Seiten durften sich in der Halbzeit noch berechtigte Hoffnungen machen, final als Gewinner hervorzugehen. Das Momentum sprach klarerweise für die Heimischen. So ein Treffer mit dem Pausenpfiff quasi kann oft Wunder bewirken. Dieses war aber in Wirklichkeit gar nicht notwendig. Die Truppe, welche gerade den Rückstand egalisiert hatte, musste nur einfach ihre PS auf den Rasen bringen. Das ist bekanntermaßen nicht so einfach, wenn der Kontrahent nicht mitspielt. Aber sie tat es tatsächlich, unmittelbar sogar. Die Admira Amateure schienen mental noch nicht bereit zu sein, als sie plötzlich ins Hintertreffen gerieten. Manuel Maurer ließ die Verteidiger wie Slalomstangen stehen und wuchtete die Wuchtel aus recht kurzer Distanz in das Netz. Der Goalgetter stellte seine Strikerqualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Die Fans sprangen erleichtert auf. Der Lärmpegel stieg gehörig an. Man weiß ja, wie dort der Bär steppt, wenn das Ergebnis einen Grund dafür liefert. Etwa eine Viertelstunde später fand der Angreifer die Möglichkeit vor, ein weiteres Tor nachzulegen. Die frühe Vorentscheidung glückte nicht. Ein Akteur war im Weg. Dann scheiterte auf der anderen Seite der Mann des Führungstreffers, ehe hintenraus wieder die Weinstädter mehr Dominanz ausstrahlten. Da sie mit ihren Chancen zu leichtfertig umgingen, blieb es bis zum Schluss spannend. Den vollen Erfolg ließen sich die Retzer nicht mehr entreißen. Nach dem Abpfiff feierten sie völlig zurecht mit dem Support die makellose Heimbilanz von 15 Punkten.
Werner Mischling (Sektionsleiter SC Retz):
„Eine verrückte Partie! Der Start verlief natürlich gar nicht nach unserem Geschmack. Toll, wie sich die Burschen hineingefightet haben. Letztlich schossen wir unsere Tore zu mental sehr guten Zeitpunkten. Zum Glück hielten wir die Konzentration gegen den Ball hoch und brachten den Vorsprung ins Ziel. Die Fans unterstützen uns zu Hause schon enorm. Sie verleihen den Jungs ordentlich Kraft!“
Der Beste: Manuel Maurer (Sturm SC Retz)