Spielberichte

„Nach dem Tor haben wir zum Spielen aufgehört“ – Hauskirchen erfüllt beim 4:2 nur die Pflicht

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USV Hauskirchen
USV Gaweinstal

In der 1. Klasse Nord hat USV 1950 Hauskirchen gegen USV Gaweinstal mit 4:2 gewonnen, wirklich zufrieden war man bei den Gastgebern danach aber nur mit dem Ergebnis. Sektionsleiter Julian Trötzmüller sprach von einer erledigten Pflichtaufgabe, nicht von einem starken Abend. Gerade nach den letzten Wochen zählte für ihn vor allem, dass die drei Punkte in Hauskirchen blieben.

Fußball und Fußballschuh bei Eckball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Guter Beginn, frühe Führung und dann der Bruch im Spiel

Trötzmüller machte nach dem Schlusspfiff kein Geheimnis daraus, wie er die Leistung seiner Mannschaft einordnete. „Ausgezeichnet haben wir uns mit dieser Leistung nicht, aber wir haben die Pflicht erfüllt“, sagte er und brachte die 90 Minuten damit ziemlich genau auf den Punkt. Hauskirchen kam ordentlich in die Partie, vor allem die Anfangsviertelstunde gefiel ihm noch. Schon in der 6. Minute stand es 1:0, als Stefan Zeiner über den Flügel durchkam und Christoph Perci bediente, der die frühe Führung machte. Genau dort hatte Trötzmüller eigentlich gehofft, dass seine Mannschaft nachsetzt und die Partie in ruhigere Bahnen lenkt. Stattdessen sah er das Gegenteil. „Da habe ich eigentlich gehofft, dass wir weiter drauflegen können, aber wir haben nach dem Tor zum Spielen aufgehört“, sagte er. Hauskirchen passte sich nach seiner Einschätzung zu sehr dem Gegner an, hatte zwar noch mehrere Abschlüsse, kam bis zur Pause aber zu keinen wirklich klaren Chancen mehr. So blieb es beim knappen 1:0 zur Halbzeit, obwohl der Start zunächst auf mehr hingedeutet hatte.

Gaweinstal kommt zurück, Hauskirchen antwortet jedes Mal sofort

Auch nach Wiederbeginn wurde das Spiel aus Sicht der Gastgeber nicht besser. Trötzmüller hatte gehofft, „dass wir nach der Pause einen Gang höher schalten“, doch dieses Bild zeigte sich nicht. In der 52. Minute gelang Harun Akaslan der Ausgleich zum 1:1, und plötzlich war wieder alles offen. Entscheidend für Hauskirchen war an diesem Abend aber, dass auf jeden Rückschlag sofort eine Antwort kam. Nur eine Minute nach dem 1:1 brachte Florian Schön die Gastgeber wieder nach vorne. Nach einer Flanke von Filip Kukucka vollendete er mit links zum 2:1. Trötzmüller sah darin den wichtigsten Punkt des Abends: „Wir haben immer die richtige Antwort auf das Gegentor gehabt und sofort das nächste Tor geschossen.“ Beruhigt war Hauskirchen damit trotzdem nicht. „Das 2:1 hat uns noch nicht gutgetan“, sagte er offen, und auch diese Einschätzung passte zum Spiel. Erst in der 75. Minute legte Perci mit seinem zweiten Treffer auf 3:1 nach. Trötzmüller sprach von einem „super Tor“ aus dem Zentrum ins rechte Kreuzeck und glaubte da schon an die Entscheidung. Doch als Akaslan in der 83. Minute auf 3:2 verkürzte, blieb das Zittern kurz zurück. Wieder folgte die schnelle Reaktion: Nur eine Minute später stellte Marek Ondryas auf 4:2. Dass Hauskirchen trotz mehrfacher Führung nie wirklich Sicherheit ausstrahlte, fasste Trötzmüller mit einem knappen Satz zusammen: „In diesem Spiel kein einziges Mal“ habe er das Gefühl gehabt, dass die Partie endgültig in Hauskirchens Richtung kippt.

Die drei Punkte zählen, die Suche nach dem Selbstvertrauen bleibt

Gerade deshalb fiel die Analyse nach dem Sieg so nüchtern aus. Auf die Frage nach der größten Stärke seiner Mannschaft wollte Trötzmüller gar nicht erst große Worte verlieren. „Da kann ich gar nicht so viel sagen, weil wir nicht wirklich unsere Stärken ausgespielt haben“, meinte er. Für ihn war es vielmehr ein Spiel, das nach den vergangenen Wochen mental unangenehm war: gegen einen Gegner ohne Punktgewinn, dazu in einer Phase, in der bei Hauskirchen wenig zusammenläuft. Auch Gaweinstal machte es den Gastgebern nicht leicht. „Der Gegner war gegen den Ball sehr brav“, sagte Trötzmüller, und er hatte zudem das Gefühl, dass beim Tabellenletzten nach dem Trainerwechsel eine gewisse Aufbruchsstimmung zu spüren war. Bei Hauskirchen selbst geht es nun vor allem darum, wieder an bessere Wochen anzuschließen. „Aktuell haben wir leider kein Selbstvertrauen. Uns gelingt sehr wenig“, sagte der Sektionsleiter. Sein Blick geht deshalb weniger auf das nackte Ergebnis als auf die Entwicklung der Mannschaft. Hauskirchen steht nach Runde elf bei 19 Punkten, doch Trötzmüller denkt schon weiter: „Wir müssen mit der richtigen Einstellung und mit der richtigen Bereitschaft wieder Fußball spielen und uns das Glück erzwingen.“ Der 4:2-Sieg hilft in der Tabelle, ganz zufrieden machte er die Gastgeber aber nicht.

1. Klasse Nord: Hauskirchen : Gaweinstal - 4:2 (1:0)

  • 84
    Marek Ondryas 4:2
  • 83
    Harun Akaslan 3:2
  • 75
    Christoph Perci 3:1
  • 53
    Florian Schön 2:1
  • 52
    Harun Akaslan 1:1
  • 6
    Christoph Perci 1:0