In der 1. Klasse Nordwest-Mitte hat der ESV Keyif Krems am Samstag gegen den SV Hollenburg trotz einer 2:1-Pausenführung noch klar mit 2:5 verloren. Aus Sicht der Gäste lag der Schlüssel in der Reaktion nach dem Rückstand. Leopold Steiner sprach von einer entschlossenen zweiten Hälfte und davon, dass vor allem die drei Treffer unmittelbar nach Wiederbeginn die Partie endgültig kippen ließen.

Foto von Chaos Soccer Gear auf Unsplash
Der Beginn gehörte nach Einschätzung der Gäste klar Hollenburg. Leopold Steiner schilderte einen Auftritt, in dem seine Mannschaft von Anfang an gut im Spiel war und sich schon in der Anfangsphase einiges erarbeitet hatte. „Wir sind sehr gut in die Partie gestartet, haben in den ersten fünfzehn Minuten mehrere Chancen herausgespielt und sind dann völlig verdient in Führung gegangen“, sagte der Sportliche Leiter. Diese Führung fiel in der 22. Minute, als Jonas Exinger nach einer gelungenen Aktion das 0:1 erzielte. Danach änderte sich das Bild aber. Hollenburg blieb nicht fehlerfrei, und genau das brachte die Gastgeber zurück. Muarem Hajrulahi glich in der 27. Minute zum 1:1 aus, kurz vor der Pause drehte Dzezahir Ismajli die Partie mit dem 2:1. Steiner formulierte es deutlich: „Leider haben sich danach ein paar Fehler bei uns eingeschlichen, und der ESV Krems ist besser ins Spiel gekommen.“
Was Hollenburg nach dem Seitenwechsel zeigte, war dann aus Sicht der Gäste die entscheidende Antwort auf den Rückstand. Schon kurz nach Wiederbeginn schlug die Partie in eine ganz klare Richtung aus. Hans Gill stellte in der 49. Minute auf 2:2, Lukas Krcmarik legte nur zwei Minuten später das 2:3 nach, und in der 53. Minute sorgte Jonas Exinger mit seinem zweiten Treffer des Abends bereits für das 2:4. Damit war das Spiel binnen weniger Minuten gedreht. Steiner sah genau darin den Wendepunkt: „Nach der Pause sind wir wieder fokussiert und völlig entschlossen zurück ins Spiel gekommen. Die drei Tore innerhalb kürzester Zeit haben klar gezeigt, dass wir die bessere und entschlossenere Mannschaft waren.“ Hollenburg hatte damit das Momentum wieder auf seiner Seite, wie Steiner es beschrieb, und ließ die Partie danach nicht mehr entgleiten. Den Schlusspunkt setzte Patrik Hrnko in der 78. Minute mit dem Treffer zum 2:5, womit der Auswärtssieg auch am Ergebnis deutlich ablesbar wurde.
Besonders wichtig war für Steiner dabei nicht nur die starke Phase nach Wiederbeginn, sondern die Art, wie seine Mannschaft mit Rückschlägen umging. Weder die vergebenen Möglichkeiten zu Beginn noch der zwischenzeitliche Rückstand hätten das Team aus dem Konzept gebracht. „Wir haben uns durch die vergebenen Chancen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben uns durch den zwischenzeitlichen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben an uns geglaubt und gemeinsam Lösungen gefunden, dieses Spiel zu gewinnen“, sagte er. Genau diese Entschlossenheit sei an diesem Tag klar auf Hollenburger Seite gewesen. Gleichzeitig schob Steiner nach dem deutlichen Sieg auch gleich nach, dass noch nicht alles rund laufe. Vor allem im Spielaufbau und im Spiel nach vorne würden sich immer wieder vermeidbare Fehler einschleichen. Mit Blick auf die junge Mannschaft ordnete er das aber nüchtern ein und betonte, dass weiter gearbeitet werden müsse. Der Gegner aus Krems wurde von ihm als faire Mannschaft und guter Gastgeber beschrieben, auch mit der Leistung des Schiedsrichters zeigte er sich einverstanden.
Durch den Auswärtssieg bleibt Hollenburg nach sechs Runden mit 13 Punkten auf Rang drei und bestätigt damit den gelungenen Start in die Saison. Steiner machte auch daraus kein großes Thema, sondern blieb bei der Linie, die er seiner Mannschaft mitgeben will. „Grundsätzlich sind wir mit dem Saisonstart mehr als zufrieden, stehen verdient auf Platz drei und freuen uns schon auf die nächsten Aufgaben“, sagte er. Gleichzeitig stellte er klar, dass die Tabelle im Moment eher Begleiterscheinung als Zielvorgabe ist. Hollenburg wolle von Spiel zu Spiel denken, sich weiter verbessern und noch besseren Fußball zeigen. Nach einem Abend, an dem die Gäste einen 1:2-Rückstand noch in einen deutlichen 5:2-Erfolg drehten, passt diese Einordnung gut: Vieles funktioniert bereits, aber in Hollenburg sieht man auch nach fünf erzielten Toren noch genügend Punkte, an denen weiter gearbeitet werden soll.