In der 1. Klasse Nordwest-Mitte nahm SV Manhartsberg am Samstag gegen SV Zellerndorf ein 1:1 mit, aus Sicht der Gäste blieb aber vor allem hängen, dass der Sieg bis kurz vor Schluss greifbar war. Nach dem 0:1 zur Pause durch David Strombach glich Jan Nespesny erst in der 87. Minute aus. Ewald Bussek meinte: "Wir hätten uns zum Schluss weiter aktiv zeigen müssen."

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Aus Zellerndorfer Sicht hatte die Partie eine klare Entwicklung. Bussek sagte, seine Mannschaft sei "von Beginn an im Mittelfeld überlegen" gewesen und habe diese Überlegenheit auch nach der Pause lange halten können. Das spiegelte sich zunächst auch im Ergebnis wider, denn David Strombach brachte die Gäste in der 43. Minute mit 1:0 in Führung. Mit diesem Vorsprung ging es in die Kabinen, und auch danach blieb Zellerndorf laut Bussek zunächst in dem Spiel, das man sich vorgenommen hatte. Erst gegen Mitte der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild, weil Manhartsberg mehr Druck aufbaute und das Zellerndorfer Mittelfeld immer weiter nach hinten drängte. Ganz verhindern konnten die Gäste den späten Treffer dann nicht mehr: Jan Nespesny erzielte in der 87. Minute das 1:1.
Dass Bussek den Punkt nicht als ganz runde Sache sah, hatte vor allem mit dem Eindruck zu tun, dass für seine Mannschaft mehr drinnen gewesen wäre. "Grundsätzlich waren wir näher am Sieg, weil wir läuferisch stärker waren, konditionell stärker waren und das Kombinationsspiel besser aufziehen konnten", sagte der Obmann-Stellvertreter. Gerade dieses Zusammenspiel war für ihn ein wesentlicher Unterschied im Spiel. Gleichzeitig nannte er auch die Momente, in denen Zellerndorf die Partie hätte zumachen können. "Den Unterschied hätten wir machen können, wenn David Strombach das 2:0 macht oder Markus Hauer seine Torchance voll trifft", meinte Bussek. Genau diese fehlende zweite Belohnung machte sich aus seiner Sicht am Ende bemerkbar, weil Manhartsberg dadurch bis in die Schlussphase im Spiel blieb.
Bussek konnte trotz des späten Ausgleichs auch einiges ansprechen, das bei seiner Elf funktioniert hat. "Die Verteidigung und das Passspiel zu den Stürmern haben gut funktioniert", sagte er, und damit beschrieb er genau jene Bereiche, auf denen Zellerndorf seine ordentliche Leistung aufbaute. Vor allem defensiv hielt man lange stand, obwohl die Gastgeber laut Bussek sehr direkt agierten. "Der Gegner hat Kick and Rush gespielt, also aus der Verteidigung die Bälle weit auf die Stürmer geschlagen", schilderte er die Spielweise von Manhartsberg. Auch zur Leitung des Spiels hatte Bussek eine klare, aber nüchterne Einschätzung. Der Unparteiische habe "durchschnittlich" gepfiffen, dazu seien aus seiner Sicht einige Foulspiele eher großzügig weiterlaufen gelassen worden.
Der Satz, der aus Zellerndorfer Sicht über dieser Partie steht, kam von Bussek selbst: "Wir hätten uns zum Schluss weiter aktiv zeigen müssen." Genau darin lag für ihn der Grund, warum aus der Pausenführung und dem langen 1:0 am Ende kein Auswärtssieg geworden ist. So blieb nach 90 Minuten ein Remis, mit dem Manhartsberg in der Tabelle einen Punkt vor Zellerndorf bleibt. Viel mehr als nackte Zahlen nahm Bussek aber die Atmosphäre mit. "Spannend ist immer ein Derby, die Stimmung ist besonders, und darauf freuen wir uns im Frühjahr schon wieder", sagte er. Der späte Ausgleich schmerzte also, doch die nächste Auflage dieses Nachbarschaftsduells ist bei den Gästen schon jetzt präsent.