Ein intensiver Nachmittag, der von Plan und Disziplin lebte: Christoph Rahming, Co-Trainer des UFC Wildendürnbach, ordnet das 2:2 in der 1. Klasse Nordwest gegen den SC Stronsdorf mit klaren Worten ein. Er beschreibt ein bewusst taktisch angelegtes Spiel, in dem seine Mannschaft in längeren Phasen ohne Ball leidenschaftlich verteidigte und Stronsdorfs Schaltzentrale um Dominik Urbancok neutralisierte. Im Fokus stehen für Rahming eine frühe Rote Karte gegen den Gegner, starke Defensivarbeit im Verbund und eine verpasste Großchance vor der Pause. Gleichzeitig hebt er Körpersprache und Teamgeist hervor und richtet den Blick auf saubere, spielerische Lösungen für die kommenden Wochen.

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Rahming fasst den Charakter der Begegnung so zusammen: „Es war von unserer Seite sehr taktisch orientiert, aber wir haben an Zweikampfstärke und Zweikampfhärte nichts vermissen lassen – mit einer super Umsetzung durch die gesamte Mannschaft.“ Zum Kräfteverhältnis im Ballbesitz erklärt er: „Ballbesitz war eher auf Seiten von Stronsdorf, auch aufgrund unserer taktischen Ausrichtung. Stronsdorf hat sicher mehr den Ball gehabt als wir, aber keine Lösungen gegen unseren Verbund gefunden – vor allem, weil wir ihren Schlüsselspieler, Spielmacher Dominik Urbancok, über 90 Minuten komplett aus dem Spiel genommen haben.“ Den Punkt ordnet Rahming klar dem gewählten System zu: „Ich denke, der Punktgewinn ist großteils auf das gewählte Spielsystem umzumünzen. Die beiden Defensivspieler Adam Teichmann und Florian Schuckert haben es wirklich perfekt umgesetzt und die Nummer 10 aus dem Spiel genommen. Wir haben immer wieder Nadelstiche gesetzt und waren da absolut gefährlicher.“
Die Tore fielen verteilt über beide Halbzeiten: Für Stronsdorf traf Denis Frimmel zum 0:1 in der 38. Minute, Wildendürnbach antwortete zwei Minuten nach der Pause durch Manuel Schütz zum 1:1. Stronsdorf ging durch Mark Liskowetz erneut mit 1:2 in Führung in Minute 71, ehe in der 85. Minute durch Gabriel Harrach der 2:2-Ausgleich fiel. Besonders vor der Pause sah Rahming den möglichen Dosenöffner auf dem Fuß seines Teams: „In der ersten Halbzeit haben wir leider Gottes die einzige hundertprozentige Torchancen liegen lassen. Nach einem guten, scharfen Stanglpass von Vojtech Pazdera ist Manuel Schütz zwei Meter vor dem leeren Tor zum Kopfball gekommen, wurde aber ein bisschen irritiert, weil der gegnerische Torhüter den Ball mit den Fingerspitzen noch perfekt abgelenkt hat. Damit hatte er ein wenig Rücklage – den könnte man dann machen. Ansonsten war es ein eher chancenarmes Spiel auf beiden Seiten.“ Prägend war zudem eine Rote Karte in Minute 31 gegen Stronsdorf Keeper Matej Snepfenberg, die das Kräfteverhältnis zugunsten von Wildendürnbach verschob und die Partie strukturell veränderte.
Bei ruhenden Bällen sah Rahming wenig Ertrag: „Leider negativ. Standards waren von beiden Seiten, egal ob Ecken oder Freistöße, eher nicht gut getreten.“ Von einem „Geniestreich“ per direktem Corner, der zur zwischenzeitlichen 1:2-Führung der Gäste führte, sprach er dennoch – Torschütze war Mark Liskowetz. Zur Spielleitung und einer kniffligen Szene mit Platzverweis erklärt er: „Der Schiedsrichter war im Großen und Ganzen okay – nicht sonderlich gut, nicht sonderlich schlecht. Nach einem Ballverlust des gegnerischen Torhüters hat sich Manuel Schütz den Ball vorbeigelegt, dann hat der Tormann Matej Snepfenberg außerhalb des Sechzehners den Ball mit der Hand berührt. Folgerichtig gab es die rote Karte für den gegnerischen Torhüter.“ Den Platz beschreibt Rahming als der Jahreszeit angemessen: „Kein Wembley-Rasen, aber für die 1. Klasse vernünftig – da passiert auch mal ein Stopfehler, der so eine Szene auslöst.“ Für die kommenden Wochen hält er fest: „Wir hätten einen Plan gehabt, wie wir agieren wollen. Das ist nicht immer aufgegangen – aufgrund der frühen roten Karte des Gegners oder des doch schlechten Platzes. Spielerisch ist bei uns absolut noch Luft nach oben. Wir werden in den nächsten Wochen gezielt trainieren und es sicher nächste Woche noch besser machen.“ Direkt nach Abpfiff gab er der Mannschaft eine klare Marschroute mit: „Von der Körpersprache her, vom Einsatz her, vom Teamgefüge her war das alles wirklich top. Auf das müssen wir setzen, um spielerische Lösungen zu finden und noch besser zu werden. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft den Willen und die Überzeugung hat, sich verbessern zu wollen – und sich auch verbessern wird.“