Bei ATSV Hollabrunn sprach Roland Haider nach dem Duell mit dem SV Spillern in der 1. Klasse Nordwest von einem fordernden Abend, geprägt von Ausfällen, defensivem Fokus und verpassten Momenten, die das Spiel hätten kippen lassen können. Sein Team überließ dem Gegner bewusst mehr Ballbesitz, setzte auf Konter und tat sich vor der Pause in den Zweikämpfen schwer, steigerte sich aber nach dem Seitenwechsel. Der Endstand von 0:3 rückte für ihn hinter die Lehren: taktische Abläufe nachschärfen, Standards stabilisieren und das eigene Spiel mutiger durchziehen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Haider ordnete das Chancenbild klar ein: „Spillern hatte mehr Torchancen.“ Auch in der Spielanlage lag die Initiative beim Gegner: „Beim Ballbesitz hatte Spillern mehr. Wir haben uns auf die Verteidigung konzentriert und aufs Kontern.“ Entscheidende Momente sah er dennoch: Er verwies auf eine Elfmeter-Szene beim Stand von 0:2 und betonte, dass ein eigener Treffer die Partie „noch einmal interessanter“ gemacht und beim Gegner Nervosität ausgelöst hätte. Unterm Strich fiel die Bilanz nüchtern aus: Die Marschroute war risikominimiert, die Umschaltmomente aber nicht durchschlagend genug.
In der Bewertung der Umsetzung blieb der Trainer selbstkritisch: „1. Halbzeit nicht so besonders. 2. Halbzeit war es besser, aber auch noch nicht 100 Prozent. Wir sind noch am Arbeiten. Dadurch, dass wir immer wieder Ausfälle haben, ist es schwer, im taktischen Bereich etwas zu trainieren.“ Besonders ins Gewicht fallen derzeit die ruhenden Bälle: „Weil wir taktisch wenig arbeiten können, stehen wir vor allem bei Ecken nicht gut, und das ist in unserer Defensive immer ziemlich gefährlich.“ Die Botschaft ist klar: Mehr Trainingszeit für Abläufe, Zuteilung und erste Kontakte bei Standards soll die Defensive stabilisieren.
Die physische Präsenz sah Haider vor der Pause nicht auf dem nötigen Level: „In der 1. Halbzeit sind wir nicht richtig in die Zweikämpfe gegangen. In der 2. Halbzeit war es besser, aber noch nicht perfekt. Wir müssen den Kampf noch mehr annehmen.“ Für die nächsten Einheiten formulierte er einen klaren Fokus: „Wir müssen im taktischen Bereich besser werden. Wir müssen wieder mehr in den Zweikampf gehen, wie in den ersten zwei Matches. Wir müssen unser Spiel spielen und uns nicht das Spiel der anderen aufzwingen lassen und bei den Standardsituationen besser stehen.“ Trotz des Resultats hob er zwei Akteure hervor: Jürgen Schmid und Bernhard Neumayer. Sein Fazit dazu: „Die haben wirklich eine ausgezeichnete Partie gespielt.“