Spielberichte

Bernd Zinser (SC Stronsdorf): „Zweistellig – und noch Luft nach oben“

ATSV Hollabrunn
SC Stronsdorf

Im Duell zwischen ATSV Hollabrunn und SC Stronsdorf in der 1. Klasse Nordwest herrschte nach einer klaren Vorstellung spürbare Zufriedenheit beim Gäste-Coach. Bernd Zinser sprach von früher Kontrolle, viel Ballbesitz und dennoch Phasen, in denen sein Team Tempo und Konzentration vermissen ließ. Er lobte die Konsequenz vor dem Tor, haderte aber mit eigenen Nachlässigkeiten, blickte bereits auf den nächsten Topgegner – und hielt fest, dass er einzelne Schlüsselszenen im Video nochmals prüfen will.

Spieler in gelben Stutzen und türkisen Schuhen mit Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Früher Zugriff und ein Dämpfer vor der Pause

Stronsdorf legte rasant los: In Minute 4 eröffnete Dominik Urbancok, in der 15. Minute erhöhte Leon Bogner auf 2:0, und nach 26 Minuten stellte Kevin Seiter auf 3:0. Zinser schilderte den Start als souverän und betonte, man sei „gut reingestartet“ und habe die Partie zunächst im Griff gehabt. Danach jedoch ließ seine Mannschaft nach, spielte zu langsam und verlor an Schärfe – was Hollabrunn nutzte: Josef Ctvrtnicek verkürzte in der 40. Minute auf 3:1. Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeit. Dass der klare Abstand insgesamt verdient war, fasste Zinser knapp zusammen: „Ja, auf alle Fälle.“

Zweikämpfe, kleine Brüche – und ein Stronsdorfer Schlusssprint

Kurz nach Wiederbeginn meldete sich Hollabrunn zurück: Yakubu Shaibu traf in der 51. Minute zum 3:2. Stronsdorf antwortete mit Druck und Effizienz: Christoph Lachmayer stellte in Minute 61 auf 4:2, und Seiter legte in der 64. Minute nach, bevor Stefan Edelbauer in der 74. Minute das 6:2 markierte. In der Schlussphase drehte Urbancok weiter auf und schnürte binnen neun Minuten einen Hattrick: Er traf in der 77., 84. und 86. Minute und schraubte den Spielstand damit auf 9:2. Parallel nahm die Intensität zu.

Zinser ordnete das körperliche Spiel so ein: „In der zweiten Halbzeit gab es zwei, drei härtere Fouls auf beiden Seiten – für den Spielstand eigentlich unnötig.“

Ballbesitz, Standards und der Blick nach vorn

In seiner Analyse hob Zinser rund 70 Prozent Ballbesitz hervor. Er monierte, man habe den Ball zwar gut laufen lassen, aber zu langsam zirkuliert; auch der Platz sei „nicht in einem guten Zustand“ gewesen. Standards sah er nicht als Faktor: „Nein, Standards waren da jetzt nicht entscheidend für das Spiel.“

Im Abschluss zeigte sich Stronsdorf kaltschnäuzig, dennoch blieb beim Trainer der Eindruck, dass sogar mehr möglich gewesen wäre: „Wir hätten zweistellig gewinnen können oder sogar müssen.“ Offene Fragen will er im Videostudium klären – konkret, ob der gegebene Elfmeter für sein Team berechtigt war und ob beim zweiten Gegentreffer eine Abseitsposition vorlag.

Trotz des deutlichen 9:2 überwiegt der Blick nach vorn: Gegen einen der besten Klubs der Liga fordert Zinser Fehlerminimierung und höhere Effizienz – und genau jene Konsequenz, die sein Team über weite Strecken bereits gezeigt hat.

1. Klasse Nordwest: Hollabrunn : Stronsdorf - 2:9 (1:3)

  • 86
    Dominik Urbancok 2:9
  • 84
    Dominik Urbancok 2:8
  • 77
    Dominik Urbancok 2:7
  • 74
    Stefan Edelbauer 2:6
  • 64
    Kevin Seiter 2:5
  • 61
    Christoph Lachmayer 2:4
  • 51
    Yakubu Shaibu 2:3
  • 40
    Josef Ctvrtnicek 1:3
  • 26
    Kevin Seiter 0:3
  • 15
    Leon Bogner 0:2
  • 4
    Dominik Urbancok 0:1