Im Duell von SG Obritz / Hadres-M. und SV Leobendorf II in der 1. Klasse Nordwest blickt Co-Trainer Gerhard Sturm auf eine Partie zurück, die sich für ihn trotz Punktgewinn wie eine verpasste Chance anfühlte. Nach frühem Rückstand, viel Tempo und einer intensiven zweiten Halbzeit in Unterzahl betonte er Dominanz, Moral und das fehlende letzte Quäntchen Konsequenz im Abschluss. Sein Tenor: zufrieden mit der Leistung, selbstkritisch im letzten Drittel und optimistisch für die nächsten Schritte.

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Leobendorf fand nach Sturms Eindruck erst nach rund 15 Minuten richtig ins Spiel – zuvor setzten die Hausherren den Ton. Bereits in der 3. Minute lag Leobendorf nach einem Treffer von Abba Schaffer 0:1 zurück. Danach übernahm der SVL zunehmend das Kommando und stellte in der 30. Minute durch Luca Marschler auf 1:1. Im ersten Durchgang entwickelten beide Teams viel Zug nach vorn, kamen zu mehreren klaren Abschlüssen – auf beiden Seiten verhinderte zudem je ein Aluminiumtreffer Schlimmeres. Zur Halbzeit stand es 1:1, die Begegnung blieb intensiv und offen.
Nach Wiederbeginn musste Leobendorf mit einem Mann weniger auskommen: Tarik Klicic sah Gelb-Rot nach zwei Halteaktionen. Sturm ordnete die zweite Verwarnung als umstritten ein – der Gegenspieler habe sich theatralisch fallen lassen, der Schiedsrichter die Szene wohl nicht optimal gesehen. Trotz Unterzahl sah er sein Team klar spielbestimmend. Obritz zog sich zurück, Leobendorf drängte die Gastgeber tief in deren Hälfte. Was fehlte, war die letzte Konsequenz im letzten Drittel, um aus guten Ansätzen zwingende Chancen zu machen. Bitter für den Youngster: Klicic ist erst 17 Jahre alt – aus solchen Momenten werde man lernen.
Ruhende Bälle spielten laut Sturm keine entscheidende Rolle: Ecken gab es auf beiden Seiten, ohne echte Gefahr. Die Rahmenbedingungen passten – bestes Fußballwetter, ein grüner, stellenweise holpriger Platz – und die Partie verlief fair.
Ein einzelnes „Man of the Match“ wollte Sturm nicht küren; stattdessen hob er die geschlossene Teamleistung hervor, insbesondere Moral, Kampf und Einsatzbereitschaft in Unterzahl. Inhaltlich bleibt der Arbeitsauftrag klar: mehr Effizienz im letzten Drittel. Die spielfreie Woche will Leobendorf nutzen, um an Abschlüssen und Konsequenz zu feilen. Auf der gezeigten Leistung lässt sich aufbauen – auch wenn sich der eine Zähler diesmal wie zwei verlorene anfühlte.