Spielberichte

Markus Wolf (Trainer USV Niederleis): „Der Elfer war der Knackpunkt“

USV Niederleis
Großrußbach

Im Spitzenspiel der 1. Klasse Nordwest unterlag der USV Niederleis dem USVG Großrußbach mit 1:2. Nach einem nervösen Beginn und einem schnellen 0:2 meldete sich Niederleis noch vor der Pause durch Dominic Weisi zurück. Nach dem Seitenwechsel hatte die Wolf-Elf mehr vom Spiel, setzte die Gäste lange unter Druck – verpasste aber den Ausgleich vom Punkt. Trainer Markus Wolf sprach von einer deutlichen Steigerung nach der Halbzeit, sah den verschossenen Elfmeter aber als Moment, der die Wende verhinderte.

Spieler rutscht mit Ball auf Rasen

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Früher Doppelschlag der Gäste, dann das Lebenszeichen vor der Pause

Niederleis erwischte keinen guten Start. „Wir haben schlecht gestartet, waren nervös und unkonzentriert und haben uns das erste und zweite Tor unnötig eingefangen“, hielt Markus Wolf fest. Großrußbach nutzte die frühen Unsicherheiten eiskalt: In Minute 15 traf Lukas Milanovich zum 0:1, in der 21. legte Tobias Berthold zum 0:2 nach. Wolf ordnete die Gegentreffer so ein: „Beim Ersten verlieren wir in der Mitte den Ball, dann geht er in die Tiefe auf Milanovich, der ist sehr schnell und verwertet. Beim Zweiten verteidigen wir auf engem Raum schlecht, das darf so nicht passieren.“ Kurz vor der Pause keimte Hoffnung: Nach einem Freistoß in den Strafraum setzte sich Niederleis im Luftduell durch, und Dominic Weisi drückte in der 39. Minute zum 1:2 über die Linie – das wichtige Anschlusstor, mit dem die Hausherren wieder an sich glaubten.

Nach der Pause am Drücker: Niederleis nimmt die Zweikämpfe an

Aus der Kabine kam Niederleis mit anderer Körpersprache. „Wir haben das in der Halbzeit klar angesprochen und korrigiert. Dann haben wir die Nervosität abgelegt“, sagte Wolf. „In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft.“ Die Gastgeber gingen nun aggressiver in die Zweikämpfe, gewannen im Zentrum mehr zweite Bälle und hielten die Partie weit weg vom eigenen Tor. „Großrußbach hat dann eher auf Verwalten umgestellt, defensiv stabil gestanden, weite Bälle gespielt und auf Konter gelauert“, beschrieb Wolf die Phase. Ein Schlüssel war die Lufthoheit in der Mitte: „Klapka hat jeden Kopfball gehabt“, lobte der Trainer seinen Abwehrchef ausdrücklich. Niederleis blieb am Drücker, schnürte den Tabellenführer phasenweise ein und hatte mehr vom Spiel – nur der letzte Punch fehlte an diesem Abend noch.

Elfer an die Latte als Knackpunkt – Wolf trauert dem Remis nach

Die größte Chance auf den Ausgleich bot sich vom Punkt. Wolf bezeichnete genau diese Szene als Wendepunkt: „Wir hatten in unserer Drangphase bei 1:2 einen Elfer. Das wäre zum 2:2 in einem perfekten Zeitpunkt für uns gewesen, wir waren da überlegen. Stattdessen ging der Ball an die Latte. Das war der Knackpunkt.“ Trotz der verpassten Möglichkeit blieb seine Mannschaft dran, doch der Lohn blieb aus. In der Summe sah Wolf eine faire Teilung als möglich: „Erste Halbzeit waren wir schwach, zweite Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen.“

Für den Tabellenführer Großrußbach sind es wichtige Punkte, Niederleis nimmt aus der starken zweiten Hälfte aber reichlich Positives mit – Intensität, Zweikampfverhalten und Präsenz. „Ein Lob an die Mannschaft, die nicht aufgibt und immer mehr will“, so Wolf. Genau darauf möchte seine Elf im Saisonfinale aufbauen.

1. Klasse Nordwest: Niederleis : Großrußbach - 1:2 (1:2)

  • 39
    Dominic Weisi 1:2
  • 21
    Tobias Berthold 0:2
  • 15
    Lukas Milanovich 0:1