Spielberichte

„Unterstinkenbrunn war bissiger“ – SC Laa/Thaya verliert nach spätem Ausgleich noch 1:2

SC Laa/Thaya
Unterstinkenbrunn

In der 1. Klasse Nordwest hat SC Laa/Thaya am Freitagabend gegen SV Unterstinkenbrunn eine 1:2-Heimniederlage hinnehmen müssen. Nach einem lange offenen Spiel und dem späten Ausgleich durch Manuel Gruber schien zumindest ein Punkt in Reichweite, ehe SC Laa/Thaya in der Schlussphase doch noch den entscheidenden Treffer kassierte. Sportlicher Leiter Josef Gottwald sah den Unterschied vor allem in der Zweikampfführung: „SV Unterstinkenbrunn war bissiger.“

Torhüter legt sich Ball für Abstoß zurecht

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Viele Zuschauer, ausgeglichener Beginn und ein torloser erster Durchgang

Die Erwartungen rund um dieses Spiel waren laut Josef Gottwald durchaus groß. Er sprach von einer guten Stimmung und von vielen Zuschauern schon vor dem Anpfiff, dazu entwickelte sich zunächst eine Partie, in der sich keine Mannschaft sofort entscheidend absetzen konnte. „Am Anfang war das Spiel sehr ausgeglichen“, sagte der sportliche Leiter von SC Laa/Thaya, und genau so stellte sich der erste Abschnitt auch dar. Die erste Topchance gehörte laut Gottwald SC Laa/Thaya durch Petr Kirschner, auf der anderen Seite kam aber auch SV Unterstinkenbrunn zwei- oder dreimal zu guten Möglichkeiten. Wirklich klar war die Sache also nicht, auch wenn Gottwald schon in dieser Phase den Eindruck hatte, dass der Gast „ein bisschen bissiger“ war. Dass es mit einem 0:0 in die Pause ging, passte deshalb zu einem Spiel, in dem zwar einiges los war, in dem aber noch niemand den entscheidenden Vorteil auf seine Seite ziehen konnte.

Ein eigener Eckball kippt das Spiel, Manuel Gruber antwortet sehenswert

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Charakter der Partie zunächst wenig. Josef Gottwald beschrieb auch diese Phase als ein Hin und Her, ehe eine Szene das Spiel erstmals deutlich in eine Richtung drückte. In der 50. Minute bekam SC Laa/Thaya einen Eckball zugesprochen, spielte diesen kurz ab und verlor dabei den Ball. Was aus Sicht der Heimischen dann folgte, ärgerte Gottwald besonders, denn SV Unterstinkenbrunn schaltete schnell um und ging durch Dominik Bader mit 1:0 in Führung. „So ein Tor darf einfach nicht passieren“, sagte Gottwald später, und damit sprach er genau jenen Moment an, der SC Laa/Thaya vor eine ganz andere Aufgabe stellte. Plötzlich war die Mannschaft gefordert, einem Rückstand nachzulaufen. SC Laa/Thaya versuchte in dieser Phase laut Gottwald alles, um wieder ins Spiel zu kommen, und wurde in der 82. Minute tatsächlich belohnt. Manuel Gruber traf mit einem Fallrückzieher zum 1:1, ein Tor, das Gottwald als „wunderschön“ bezeichnete. Mit diesem Treffer schien die Partie noch einmal auf die Seite der Heimischen zu kippen. „Dann hat man eigentlich das Momentum auf unserer Seite“, sagte Gottwald.

Der späte Konter sitzt, der letzte Punch fehlt

Gerade deshalb war das Ende aus Sicht von SC Laa/Thaya besonders bitter. Statt den Ausgleich in die Schlussphase mitzunehmen und vielleicht noch mehr daraus zu machen, kassierte die Mannschaft in der 87. Minute erneut nach einem Konter das 1:2. Florian Kaudela traf für SV Unterstinkenbrunn und entschied damit eine Partie, die lange offen gewesen war. Josef Gottwald formulierte die Niederlage auf seine Art nüchtern, machte in der Analyse aber dennoch klar, woran es aus seiner Sicht lag. „Der letzte Punch hat gefehlt“, sagte er, und noch deutlicher wurde er beim Vergleich der beiden Mannschaften: „Der Gegner war aggressiver, ist besser in die Zweikämpfe gegangen und war vor dem Tor glücklicher.“ Für Gottwald war damit auch klar, warum der Sieg an SV Unterstinkenbrunn ging. „Sie wollten den Sieg einfach mehr wie wir“, lautete seine Einschätzung. Diskussionen über den Unparteiischen wollte er ausdrücklich nicht führen. „Die Schiedsrichterleistung war sicher nicht entscheidend für die Niederlage.“

Zur Niederlage kommt die Sorge um Petr Kirschner

Neben dem späten Gegentor blieb bei SC Laa/Thaya auch die Verletzung von Petr Kirschner hängen. In der Schlussphase kam es laut Josef Gottwald zu einem Zusammenstoß mit dem Tormann, danach sprach der sportliche Leiter von zwei ausgekugelten Fingern beim Stürmer. Damit setzte sich aus Sicht von SC Laa/Thaya eine unangenehme Serie fort, denn Gottwald erinnerte auch daran, dass Justin Jakisch erst in der Vorwoche einen Armbruch erlitten hatte. Sportlich bleibt nach Runde zwei eine Niederlage, die SC Laa/Thaya vor allem wegen der beiden Kontergegentore und der fehlenden Konsequenz weh tun muss. Die Mannschaft hält damit weiter bei drei Punkten, während SV Unterstinkenbrunn auf vier Zähler stellt und sich in der Tabelle vorne festsetzt. Für SC Laa/Thaya wird es nun darum gehen, die Ursachen rasch aufzuarbeiten, denn der Spielverlauf hat aus Sicht von Josef Gottwald deutlich gezeigt, dass in engen Partien oft genau jene Bissigkeit den Unterschied macht, von der er nach dem Schlusspfiff gesprochen hat.

1. Klasse Nordwest: Laa/Thaya : Unterstinkenbrunn - 1:2 (0:0)

  • 87
    Florian Kaudela 1:2
  • 82
    Manuel Gruber 1:1
  • 50
    Dominik Bader 0:1