In der 1. Klasse Nordwest hat der UFC Wildendürnbach gegen SV Leobendorf II nach einem 0:2 zur Pause noch ein 2:2 geholt. Trainer Christoph Rahming sah genau die Partie, die er erwartet hatte: viel Ballbesitz bei den Gästen, viel Arbeit gegen den Ball bei seiner Elf und nach dem Seitenwechsel eine Reaktion, die den Rückstand noch wettmachte. Für ihn war das Remis am Ende „auf alle Fälle gerecht“.

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Rahming hatte das Bild des Spiels früh vor Augen. „Leobendorf hat natürlich mehr vom Ball gehabt, wir haben auf Umschaltmomente gewartet“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Wildendürnbach stand kompakt, suchte die Zweikämpfe in der eigenen Hälfte und wollte aus Ballgewinnen schnell nach vorne kommen. Gerade darin sah Rahming seine Mannschaft in der ersten Halbzeit sogar im Vorteil. „Wir waren viel aggressiver und haben mehr Torchancen gehabt“, meinte er. Umso bitterer war aus seiner Sicht, dass nicht die Gastgeber in Führung gingen. Statt eines möglichen 1:0 oder 2:0 fiel in der 33. Minute das 0:1, als Elias Groll nach einem langen Ball den Torhüter überhob. Fünf Minuten später legte Aimen Ghribi das 0:2 nach. Rahming sprach bei diesem Treffer von einer „perfekt ausgespielten“ Aktion mit Flanke in die Mitte und starkem Kopfballabschluss.
Mit dem 0:2 zur Halbzeit war die Aufgabe klar, aufgegeben wurde sie in Wildendürnbach aber nicht. „Wir haben die Jungs in der Halbzeit motiviert, dranzubleiben und weiter Gas zu geben“, sagte Rahming. Die Antwort kam schnell. In der 51. Minute verkürzte Vojtech Kamas auf 1:2. Der Trainer beschrieb den Abschluss als Szene, in der der Ball „im Sechzehner eiskalt per Halbvolle unter die Latte“ ging. Dieses Tor tat den Gastgebern sichtbar gut, weil sie danach weiter am Drücker blieben und sich für den Aufwand belohnten. In der 62. Minute fiel dann tatsächlich der Ausgleich. Ein Pass hinter die Kette reichte, Martin Rehola lief ein und stellte auf 2:2. Für Rahming war dieser Treffer „absolut verdient“, weil seine Mannschaft nach der Pause genau jene Energie auf den Platz brachte, die er schon vor dem Spiel eingefordert hatte.
Auch nach dem 2:2 blieb die Partie offen, genau deshalb sprach Rahming von einem Ergebnis, das „auf 90 Minuten auf alle Fälle gerecht“ sei. Er machte zugleich klar, dass diese Begegnung jederzeit in beide Richtungen hätte kippen können. Hätte Wildendürnbach die Möglichkeiten in der ersten Halbzeit genutzt, wäre ein anderer Verlauf möglich gewesen. Hätte Leobendorf in der zweiten Halbzeit noch das dritte Tor nachgelegt, wäre es für die Heimischen deutlich schwieriger geworden. Dass es beim Remis blieb, lag für Rahming auch an einer starken Aktion des eigenen Tormanns. Der fischte einen Distanzschuss von Tobias Frühwirth laut seinem Trainer „aus dem Kreuzeck“. In der Schlussphase stand aus Sicht der Gastgeber noch eine Elfmeter-Szene im Raum, doch auch das wollte Rahming nicht groß machen. Er sagte offen, dass er die Situation noch nicht mit einem Spieler besprochen und auch kein Video gesehen habe.
Mindestens ebenso aufschlussreich war Rahmings Einordnung des Gegners und der eigenen Leistung. „Leobendorf ist für mich spielerisch die mit Abstand beste Mannschaft der Liga“, sagte er, und er legte sogar nach: „Diese Mannschaft hat spielerisch Gebietsliga-Niveau.“ Das ist für den Trainer kein leeres Lob, sondern erklärt auch, warum er mit dem Punkt leben kann. Gleichzeitig wusste er sehr genau, was seiner Mannschaft an diesem Nachmittag gut gelungen ist. „Die Jungs haben den Matchplan großteils sehr gut umgesetzt. Wir waren kompakt, wir waren aggressiv gegen den Ball, und jeder war bereit, für seinen Mitspieler Meter zu machen“, sagte Rahming. Entwicklungspotenzial sieht er trotzdem klar. „Wo wir Entwicklungspotenzial haben, ist beim Spiel mit dem Ball. Da können wir teilweise ruhiger werden.“ Nach acht Runden bleibt Wildendürnbach mit 16 Punkten erster Verfolger von Tabellenführer Leobendorf, und dieses 2:2 passt genau dazu: ein hart erarbeiteter Punkt gegen das aus Rahmings Sicht spielstärkste Team der Liga.