In der 1. Klasse Nordwest hat sich USC Muckendorf/Zeiselmauer lange gewehrt, am Ende nahm aber USV Niederleis mit einem 1:0-Auswärtssieg doch noch alle drei Punkte mit. Trainer Markus Wolf sprach nach dem 0:0 zur Halbzeit von einer durchwachsenen ersten Hälfte, sah seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel aber klar am Drücker. Der späte Treffer von Stanislav Skuta war für ihn deshalb die verdiente Belohnung.

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Wolf hatte genau das Spiel erwartet, das dann auch auf dem Platz zu sehen war. Muckendorf/Zeiselmauer zog sich in der eigenen Hälfte zusammen, machte die Räume eng und zwang Niederleis zu Geduld. „Wir haben gewusst, dass wir Geduld brauchen und die richtigen Pässe spielen müssen. Wir durften nicht zu überhastet die hohen Bälle spielen“, schilderte der Trainer. Ganz schlecht fand er den Beginn seiner Mannschaft nicht, im Gegenteil: „Die ersten fünfzehn Minuten sind wir gut ins Spiel gekommen.“ Danach verlor die Partie aus seiner Sicht aber an Klarheit. Wolf sprach von einem zerfahrenen Abschnitt, in dem es insgesamt ein offenes Spiel gewesen sei. Dass es mit einem 0:0 in die Kabinen ging, passte daher zum Eindruck eines Abends, an dem Niederleis zwar Lösungen suchte, sie vorerst aber nicht konsequent genug fand.
In der Pause stellte Wolf nach eigenen Worten vor allem das Zentrum in den Mittelpunkt. Seine Mannschaft musste dort aggressiver werden und die zweiten Bälle früher in den Griff bekommen. Genau das sah er nach dem Wechsel deutlich besser. „Zweite Halbzeit waren wir klar am Drücker, nur die Tore haben gefehlt“, sagte er. Niederleis erhöhte den Druck, kam öfter in gefährliche Zonen und ließ mehrere gute Möglichkeiten liegen. Wolf nannte einen Lattenschuss und einen Stangenschuss, dazu fehlte im Abschluss immer wieder das letzte Stück Präzision. So blieb die Partie bis in die Schlussphase offen, obwohl die Gäste längst mehr vom Spiel hatten. Richtig laut wurde es aus Sicht des Trainers dann in der 90. Minute, als Frantisek Lörinczi nach einer Szene im Strafraum zunächst keinen Elfmeter bekam:
„Für mich war die Szene in der 90. Minute eindeutig. Lorenzi wurde beim Springen vom hohen Fuß eines Gegenspielers am Kopf getroffen und blutete. Das hätte ganz klar Elfmeter geben müssen, auch wenn es kurz vor Schluss und gegen die Heimmannschaft ist. Besonders unverständlich ist, dass der Schiedsrichterassistent direkt vor unserer Trainerbank über das Mikrofon einen Elfmeter angezeigt hat, die Schiedsrichterin aber trotzdem nicht darauf eingegangen ist. Wozu hat man diese Kommunikation, wenn man sich nicht helfen lässt? Ich begrüße grundsätzlich Schiedsrichterinnen, aber solche Spiele sind vielleicht noch eine Nummer zu hoch. Jeder macht Fehler, doch die Schiedsrichterleistung muss entsprechend bewertet werden. Es ist aus meiner Sicht der falsche Weg, jemanden nur deshalb zu fördern, weil es eine Frau ist. Hätten wir nicht zwei Minuten später durch Lorenzi, der mittlerweile mit einem Turban weiterspielen musste, doch noch einen Elfmeter bekommen, wären wir trotz 90 Minuten harter Arbeit mit nur einem Punkt nach Hause gefahren. Das wäre aufgrund dieser klaren Fehlentscheidung besonders bitter gewesen.“
Dass der Sieg am Ende so spät fiel, hatte für Wolf nicht nur mit dem Gegner, sondern auch mit der eigenen Chancenverwertung zu tun. „Wir hätten die Partie viel früher entscheiden müssen“, sagte er sehr deutlich. Gerade mit dem Ball sieht er weiter Arbeit vor seiner Mannschaft, auch wenn die drei Punkte natürlich vieles angenehmer machen. Gleichzeitig verteilte er Respekt an die Gastgeber. „Sie verteidigen in der eigenen Hälfte sehr, sehr brav, machen die Räume eng und setzen immer wieder Nadelstiche“, meinte Wolf über Muckendorf/Zeiselmauer. Genau deshalb war er mit dem Ergebnis am Ende umso zufriedener. Niederleis nahm wichtige Punkte mit, obwohl es kein glanzvoller Auftritt über die gesamten 90 Minuten war. Wolf sprach von Luft nach oben, vor allem in Phasen, in denen seine Mannschaft zu viele Lücken im eigenen Spiel habe. Der Trainer wollte den Abend trotzdem nicht kleiner machen, als er war: Nach einer starken zweiten Halbzeit und viel Geduld durfte Niederleis doch noch jubeln.