In der 1. Klasse Ost lieferte der FSV Velm dem Tabellenzweiten ASC Götzendorf Oranjezz einen offenen Schlagabtausch, verlor am Ende aber 2:4. Velm-Trainer Alexander Stiglitz haderte nach einer engagierten Vorstellung vor allem mit eigenen Aussetzern: "Wir haben vier Geschenke verteilt." Trotz des Ergebnisses hob er den Auftritt seiner Mannschaft hervor: Viele Chancen, viel Moral, aber zu wenig Ertrag. "Die Moral war top, wir sind immer wieder zurückgekommen. Jetzt geht’s nur noch darum, uns für solche Leistungen zu belohnen."

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Die Partie begann denkbar ungünstig für Velm: Bereits in Minute zwei traf Soma Lörinczy zum 0:1. Aus Velmer Sicht war die Szene umstritten, Stiglitz hielt fest: "Gleich in der zweiten Minute langer Ball hinter unsere Abwehr zum 0:1 – meiner Meinung nach abseitsverdächtig." Götzendorf legte nach, wieder war Lörinczy zur Stelle und erhöhte in der 23. Minute auf 0:2. "Auch da ein langer Ball, der Tormann kommt raus, verschätzt sich, und der Gegner schiebt ins leere Tor ein", schilderte Stiglitz. Velm ließ sich davon nicht beirren, kam zu etlichen Möglichkeiten und wurde noch vor der Pause belohnt: Marcel Ebinger verkürzte in Minute 41 auf 1:2. Das 1:2 zur Halbzeit spiegelte einen Abschnitt wider, in dem Götzendorf eiskalt zuschlug, Velm aber spürbar im Spiel war und dranblieb.
Nach dem Wechsel suchte Velm den Ausgleich, doch wieder stach die Effizienz der Gäste: Lörinczy schnürte in Minute 65 seinen Dreierpack und stellte auf 1:3. Stiglitz ärgerte sich über die Entstehung: "Das dritte war ein geschenkter Eckball." Velm gab nicht auf und kam rasch zurück: In der 72. Minute traf erneut Marcel Ebinger zum 2:3, die Hoffnung lebte. Chancen waren da, doch das Tor fiel auf der anderen Seite: In Minute 86 sorgte Marcel Lücke mit dem 2:4 für die Entscheidung. "Nur in den Eigenfehlern und in den Toren, die wir hergeschenkt haben, lag der Unterschied. Sonst waren wir meiner Meinung nach die bessere Mannschaft", sagte Stiglitz und ergänzte zur Effizienzfrage: "Wir hatten acht super Chancen – zwei Tore sind gegen so einen Gegner einfach zu wenig."
Auch wenn es am Ende keine Punkte wurden, nahm der Velm-Trainer viel Positives mit. "Die Moral von der Mannschaft war top. Wenn du nach zwei Minuten gegen den Zweiten hinten bist und in unserer Situation immer wieder zurückkommst und dir Chancen erspielst – das zeigt Charakter", betonte Alexander Stiglitz. Über strittige Szenen wollte er nichts sagen: "Über den Schiedsrichter möchte ich lieber nichts sagen." Klare Worte fand er hingegen für den Gegner: "Götzendorf hat unsere Fehler ausgenutzt und seine Chancen eiskalt verwertet." Für den Tabellenzweiten war es ein Auswärtsdreier, für Velm bleibt die Erkenntnis: Die Leistung stimmt über lange Strecken, jetzt braucht es Kaltschnäuzigkeit im Abschluss, um sich endlich zu belohnen.