In der 1. Klasse Ost hat sich der SC Leopoldsdorf am Freitagabend gegen den SC Höflein trotz einer starken zweiten Halbzeit mit 1:2 geschlagen geben müssen. Höflein legte vor der Pause zwei Treffer vor und brachte den Vorsprung danach mit viel Disziplin ins Ziel. Trainer Ernst Horvath brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Heute war nicht wichtig, schön zu spielen, sondern effektiv zu spielen.“
Ernst Horvath hatte von Beginn an das erwartet offene Spiel gesehen. „Beide Mannschaften haben sich defensiv sehr stabil gezeigt“, sagte der Höflein-Trainer, der in der Anfangsphase auf beiden Seiten vor allem Distanzschüsse als Gefahr wahrnahm. Lange deutete wenig auf eine klare Richtung hin, doch mit Fortdauer der ersten Hälfte kam Höflein besser zu seinen Möglichkeiten. In der 32. Minute fiel dann das 0:1 durch Tarik Yildiz. Horvath schilderte die Entstehung genau: „Der erste Treffer war ein langer Abschlag von unserem Tormann Fatih Bayram. Der Ball wurde per Kopf verlängert für den durchstartenden Tarik Yildiz, und der hat den Tormann sehr schön überlupft.“ Kurz vor der Pause legten die Gäste nach. In der 44. Minute erhöhte Andrej Nemec auf 2:0. „Wir haben hoch attackiert, einen Ballgewinn erzielt und mit zwei Pässen Andrej Nemec freigespielt, der ins lange Eck getroffen hat“, sagte Horvath über das zweite Tor.
Mit dem Seitenwechsel bekam die Partie aber sofort wieder eine andere Richtung. Leopoldsdorf verkürzte in der 51. Minute durch Philip Sikora auf 1:2 und brachte damit genau jene Spannung zurück, die Horvath nach dem Verlauf der ersten Hälfte erwartet hatte. „Leopoldsdorf hat mit dem frühen Anschlusstreffer mehr Druck aufbauen können“, sagte der Trainer. Von da an war Höflein weit weg von einer ruhigen Schlussphase und musste verteidigen, laufen und viele Zweikämpfe annehmen. Horvath formulierte es deutlich: „Wir mussten sehr viel kämpfen, an unsere Leistungsgrenze gehen. Leopoldsdorf hat uns alles abverlangt.“ Dass der Vorsprung am Ende trotzdem hielt, lag aus seiner Sicht nicht daran, dass das Spiel plötzlich nur noch reagierend geführt wurde, sondern daran, dass seine Mannschaft in dieser heiklen Phase dagegenhielt und den knappen Vorteil mit großem Aufwand über die Zeit rettete.
Gerade deshalb stellte Horvath weniger die spielerische Note als vielmehr die Herangehensweise in den Vordergrund. „Für uns war heute nicht wichtig, schön zu spielen, sondern effektiv zu spielen“, sagte er, und genau dieser Satz erklärte den Höfleiner Auftritt an diesem Abend wohl am besten. Der Trainer sah seine Mannschaft taktisch diszipliniert und in den entscheidenden Situationen wach. „Die Mannschaft hat ein Zeichen gesetzt, dass wir nicht nur spielen können, sondern auch kämpferisch Topleistungen bringen können“, meinte Horvath. Dazu passte, dass Höflein seine Chancen vor der Pause nutzte, während die Partie insgesamt offen blieb. Horvath sprach von einem offenen Schlagabtausch mit Möglichkeiten auf beiden Seiten, nannte einen Stangenschuss der Gastgeber und zwei Aluminiumtreffer seiner Mannschaft. Es war also kein Abend, an dem nur eine Seite nach vorne etwas zustande brachte, sondern ein Spiel, in dem die Gäste ihre guten Phasen konsequenter ausnutzten.
Auch im Urteil über den Gegner blieb Horvath klar. Leopoldsdorf habe einige Torchancen gehabt, zudem musste Fatih Bayram nach seinen Worten „zwei, drei tolle Paraden“ zeigen, damit der Ausgleich nicht mehr fiel. Genau das unterstrich noch einmal, wie eng diese Partie nach dem 1:2 tatsächlich war. Gleichzeitig lobte der Höflein-Trainer den Charakter des Spiels insgesamt. Er sprach von einer flotten und fairen Begegnung zweier guter Mannschaften, die schnell den Weg in die Tiefe suchten. Für Höflein zählen am Ende vor allem die drei Punkte. Dieser Auswärtssieg in Leopoldsdorf war nicht nur wegen des Resultats wichtig, sondern auch, weil die Mannschaft laut ihrem Trainer gezeigt hat, dass sie ein solches Spiel auch kämpferisch annehmen und gewinnen kann. Nach fünf Runden hält Höflein damit bei neun Punkten und nimmt spürbar Rückenwind in die nächsten Aufgaben mit.