Was für eine Wende in der 1. Klasse Ost: Der SC Reisenberg führte gegen den ATSV Fischamend bis zur 59. Minute mit 3:1 und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Die Gäste drehten die Partie noch in ein 5:3, und für Trainer Günther Kastner lag der Hauptgrund nicht in Einzelaktionen, sondern „einfach in der Einstellung der Mannschaft“.

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Kastner beschrieb einen Start, der für seine Mannschaft eigentlich vielversprechend war. „Wir sind recht gut reingestartet, haben die ersten zwanzig Minuten schon einige gute Torchancen gehabt, die wir leider nicht genutzt haben“, sagte der Trainer. Statt einer Führung für die Gäste ging aber Reisenberg in der 21. Minute voran, als Alfred Werner das 1:0 aus einem Elfmeter erzielte. Fischamend brauchte auf diesen Rückschlag keine lange Antwort. Florian Chilla stellte in der 29. Minute auf 1:1 und hielt seine Mannschaft damit im Spiel. Trotzdem nahm der erste Durchgang noch einmal eine Wendung zugunsten der Gastgeber, denn Alfred Werner legte in der 34. Minute das 2:1 nach. Kastner sah einen Gegner, der „sehr defensiv“ auftrat, auf hohe Bälle setzte und auf Fehler wartete. Genau diese Fehler nutzte Reisenberg vor der Pause aus.
Nach dem Seitenwechsel schien die Partie zunächst eher in Richtung der Hausherren zu kippen, obwohl Kastner seine Mannschaft ganz anders wahrnahm. „Wir sind nach der Halbzeit topmotiviert rausgekommen“, sagte er, und laut seiner Schilderung hatte Fischamend innerhalb kurzer Zeit gleich drei Hochkaräter. Genutzt wurde keine davon. Stattdessen erhöhte Joshua Ndukwu in der 59. Minute auf 3:1 für Reisenberg. Genau da hätte das Spiel für die Gäste auch endgültig verloren gehen können. Doch nur zwei Minuten später verkürzte Luciano Pizzonia auf 3:2, und für Kastner war das der entscheidende Moment: „Da hat man gemerkt, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht.“ Von da an lief die Partie tatsächlich anders. Pizzonia glich in der 67. Minute zum 3:3 aus, und als Stefan Sandriesser in der 71. Minute das 4:3 nachlegte, war die Wende komplett.
Spätestens mit dem Anschlusstreffer war aus Sicht des Fischamend-Trainers zu sehen, warum seine Mannschaft dieses Spiel noch drehen konnte. „Es waren gar keine Aktionen. Es war einfach die Einstellung der Mannschaft nach dem 3:1, wo keiner aufgegeben hat“, sagte Kastner. Seine Spieler hätten sich auf dem Platz sofort gegenseitig motiviert, dass noch alles möglich sei, und genau dieser Glaube trug die Gäste bis zum Ende. Hisham El Khouli setzte in der 90. Minute den Schlusspunkt zum 5:3, nachdem Fischamend nach dem Ausgleich immer weiter am Drücker geblieben war. Ganz ohne Kritik wollte Kastner den Abend aber nicht abhaken. „Das Abwehrverhalten“ nannte er sofort als Punkt, an dem gearbeitet werden müsse: „Das kann nicht sein, dass der Gegner aus zwei Torchancen drei Tore macht.“ Dazu kam, dass Kastner auch Reisenberg ein ordentliches Zeugnis ausstellte. Die Gastgeber seien gut eingestellt gewesen, haben nach dem Trainerwechsel unter der Woche motivierter und kompakter gewirkt als zuletzt. Unterm Strich überwog bei Fischamend dennoch das Positive: Mit 17 Punkten bleibt die Mannschaft nach acht Runden auf Rang drei, und für Kastner war es ein Abend, bei dem „die Zuschauer voll auf ihre Rechnung gekommen sind“.