In der 1. Klasse Ost hat der SC Leopoldsdorf am Donnerstagabend gegen den ASK Marienthal einen sicher geglaubten Heimsieg in der Schlussphase noch hergegeben. Nach dem frühen Traumtor von Tim Härtel reichte es nur zu einem 1:1, weil Peter Tar kurz vor dem Ende ausglich. Trainer Kurt Jusits sprach danach von zwei verlorenen Punkten und machte vor allem die Chancenverwertung als Knackpunkt aus.

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Leopoldsdorf war sofort im Spiel und ging schon in der 3. Minute in Führung. Tim Härtel traf dabei nach Angaben von Jusits mit einem Schuss aus rund 25 Metern genau ins Kreuzeck und brachte seine Mannschaft damit früh auf Kurs. Der Trainer sah seine Elf danach klar im Vorteil. Rund 15 Minuten später sei sogar das 2:0 auf dem Fuß gelegen, doch aus kurzer Distanz ging der Ball über das Tor. Weil dieser zweite Treffer ausblieb, blieb die Partie trotz der Führung offen. Zur Pause stand es zwar 1:0, wirklich beruhigend war dieser Vorsprung aus Sicht der Gastgeber aber nicht, auch wenn Marienthal nach Darstellung des Trainers bis dahin kaum zu Möglichkeiten kam.
Jusits war nach dem Schlusspfiff überzeugt, dass seine Mannschaft über weite Strecken das bessere Team war. „Wir waren ganz klar näher am Sieg, weil wir die spielerisch bessere Mannschaft waren und mehr Torchancen hatten“, sagte der Leopoldsdorf-Coach. Besonders ärgerte ihn, dass seine Elf die Partie im zweiten Durchgang nicht entschied. „Wir haben vier Großchancen herausgespielt und eine davon hätten wir verwerten müssen“, meinte er. Gleichzeitig lobte er den Auftritt gegen den Ball deutlich. „Die Mannschaft hat alles reingeworfen, super gekämpft, taktisch diszipliniert und nichts zugelassen“, sagte Jusits. Auch im eigenen Spielaufbau sah er vieles ordentlich: „Defensiv sind wir top gestanden. Im Spielaufbau haben wir sehr viele Torchancen kreiert, gute Pässe in die Tiefe gespielt und sind gut über den Flügel gekommen.“
Weil Leopoldsdorf die Entscheidung nicht nachlegte, bekam Marienthal in der 89. Minute noch die Gelegenheit zum Ausgleich – und nutzte sie durch Peter Tar zum 1:1. Für Jusits war das der bittere Schlusspunkt eines Abends, an dem seine Mannschaft aus seiner Sicht zu wenig aus ihrem Aufwand machte. „Für Marienthal ist es ein glückliches Unentschieden. Für uns ist es eine kleine Tragödie, weil wir wirklich sehr viel investiert haben“, sagte er. Den Gegentreffer bezeichnete er als vermeidbar. Zudem sprach er ein aberkanntes 2:0 von Oliver Winkler an, das der Assistent zurückgepfiffen hatte und das er kritisch sah. Grundsätzlich wollte der Trainer aber nicht nur auf diese Szene schauen. Vielmehr verwies er auf ein Problem, das seine Mannschaft schon länger begleitet: „Das verfolgt uns schon die komplette Meisterschaft. Wir kreieren sehr viele Chancen, aber in der Verwertung haben wir Defizite. Da müssen wir kontrollierter, genauer und präziser sein.“ Trotz des Frusts richtete Jusits den Blick sofort wieder nach vorne: „Mund abwischen, wir konzentrieren uns schon auf nächsten Freitag auf Reisenberg auswärts.“