Spielberichte

„Nach einem 2:0 kommen nicht mehr viele zurück“ – Fischamend dreht Derby fast noch ganz

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ATSV Fischamend
ASK Klein-Neusiedl

Im Derby der 1. Klasse Ost hat der ATSV Fischamend gegen den ASK Klein-Neusiedl nach einem 0:2 noch ein 2:2 geholt. Trainer Günther Kastner sah vor rund 600 Zuschauern erst eine starke Anfangsphase seiner Mannschaft, dann zwei unnötige Gegentore und am Ende eine Aufholjagd, die beinahe sogar noch mit dem Sieg geendet hätte.

Spieler mit Schuh am Ball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Starker Beginn, dann kippt die erste Hälfte

Fischamend begann so, wie es sich Kastner vorgestellt hatte. „Wir haben recht gut ins Spiel gefunden, waren die ersten 25 Minuten spielbestimmend“, sagte der Trainer nach dem Derby. Schon in der Anfangsminute gab es eine gute Möglichkeit, wenig später folgte die nächste große Chance. Gerade in dieser Phase, so Kastner, hätte seine Mannschaft aus der Feldüberlegenheit mehr machen müssen. Nach gut 20 bis 25 Minuten änderte sich das Bild aber spürbar. „Da haben wir die Kontrolle übers Spiel mehr oder minder verloren“, meinte er. Die Partie wurde ausgeglichener, Klein-Neusiedl kam besser hinein und hatte durch Semir Kapic eine große Möglichkeit. Kurz vor der Pause fiel dann auch die Führung der Gäste: Nach einer Fischamender Standardsituation schaltete Klein-Neusiedl schnell um, in der 38. Minute traf Kapic zum 0:1. Fast noch vor dem Halbzeitpfiff lag der Ausgleich in der Luft, doch einen Kopfball von Manuel Mader fischte der Gästetormann laut Kastner „sensationell mit dem Reflex“ heraus.

Nach der Pause drückt Fischamend, der Rückstand wird trotzdem höher

Nach dem Seitenwechsel war Fischamend sofort wieder aktiver und schob den Gegner tief in dessen Hälfte zurück. Kastner sagte: „Seit der Halbzeit haben wir den Gegner in die eigene Hälfte gepresst.“ Vieles spielte sich nun in der Hälfte der Gäste ab, dennoch lief das Spiel zunächst genau in die andere Richtung. Gerade in dieser Drangphase fing sich Fischamend das 0:2 ein. Kastner ärgerte sich vor allem über das Verteidigen im Mittelfeld: „Da ist ein Spieler eigentlich unbedrängt durchs Mittelfeld gelaufen.“ Den ersten Abschluss hielt der Heimtormann noch stark, den Abpraller verwertete Florian Kremser in der 66. Minute. Fischamend war damit zwar schwer getroffen, gab die Partie aber nicht auf. Die Gastgeber blieben am Drücker, kamen über Standards und Kopfbälle immer wieder in gute Zonen und verkürzten in der 76. Minute: Hisham El Khouli traf nach einer ruhenden Situation zum 1:2. In der langen Nachspielzeit folgte dann der zweite Schlag. Wieder nach Standard, wieder per Kopf, stellte Manuel Mader in der 96. Minute auf 2:2.

„Der Charakter auf jeden Fall“ und die Diskussion um das aberkannte 3:2

Dass es am Ende überhaupt noch zu diesem Punktgewinn kam, war für Kastner vor allem eine Frage der Mentalität. „Der Charakter hat auf jeden Fall gepasst“, hob er hervor. Nach einem 0:2 gegen einen starken Derbygegner noch einmal zurückzukommen, sei alles andere als selbstverständlich gewesen. „Da gibt es nicht mehr viele Mannschaften, die nach einem 2:0 noch zurückkommen“, sagte der Trainer und sprach seiner Elf ein „großes Kompliment“ aus. Aus seiner Sicht war in der Schlussphase sogar noch mehr drin. Direkt nach dem Ausgleich landete der Ball noch einmal im Tor, Stefan Sandriesser traf zum vermeintlichen 3:2. Der Treffer zählte jedoch nicht, weil auf Handspiel entschieden wurde. Kastner hielt mit seiner Meinung dazu nicht hinter dem Berg: „Wir haben ein Video, auf dem klar zu sehen ist, dass es kein Handspiel war.“ Gleichzeitig stellte er klar, dass seine Kritik nicht der gesamten Spielleitung galt. „Der Schiedsrichter hat ausgezeichnet gepfiffen“, sagte Kastner, sprach aber von einer „sehr unglücklichen Entscheidung“ des Schiedsrichterassistenten.

Viele Zuschauer, viel Derby, und ein Punkt mit zwei Gesichtern

Mindestens ebenso wichtig wie der späte Ausgleich war für den Fischamend-Coach die Einordnung der gesamten 90 Minuten. Er sah nicht nur Moral, sondern auch verpasste Möglichkeiten. „Vor allem in den ersten 20 Minuten hätten wir unsere Chancen besser nutzen müssen“, sagte Kastner. Dann wäre das Derby womöglich in eine andere Richtung gelaufen, statt dass seine Mannschaft wieder einem Rückstand hinterherlaufen musste. Gleichzeitig zollte er dem Gegner Respekt und beschrieb eine erste Halbzeit, in der beide Teams einander genau kannten und lange kein unnötiges Risiko eingehen wollten. Nach der Pause habe Fischamend dann „einen enormen Druck entwickelt“, während Klein-Neusiedl fast nur noch verteidigte. So blieb am Ende ein 2:2, mit dem die Gastgeber in der Spitzengruppe bleiben. Und es blieb ein Abend, den Kastner trotz aller Diskussionen um das aberkannte Tor gerne in Erinnerung behalten wird: „Es waren rund 600 Leute da, die Stimmung war super. Das war Werbung für den Fußball in der 1. Klasse.“

1. Klasse Ost: Fischamend : Klein-Neusiedl - 2:2 (0:1)

  • 96
    Manuel Mader 2:2
  • 76
    Hisham El Khouli 1:2
  • 66
    Florian Kremser 0:2
  • 38
    Semir Kapic 0:1