Spielberichte

„Wenn du nichts von der Bank bringen kannst, wird es ganz schwer“ – Reisenberg gibt 1:0 noch aus der Hand

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
SV Zwölfaxing
SC Reisenberg

In der 1. Klasse Ost hat der SV Zwölfaxing am Abend ein 0:1 zur Pause noch in einen 2:1-Heimsieg gegen den SC Reisenberg gedreht. Aus Sicht von Reisenbergs Co-Trainer Alexander Blaha lag der Unterschied weniger in der Spielanlage als in einfachen Fehlern und den Möglichkeiten von außen: Seine Mannschaft führte durch Joshua Ndukwu, brachte sich danach aber um den möglichen Ertrag.

Mehrere Fußbälle auf Rasen

Foto: Pixabay

Reisenberg geht voran, lässt aber mehr liegen

Reisenberg war in der ersten Halbzeit nicht nur wegen der Führung gut im Spiel, sondern hatte nach Blahas Einschätzung auch die Möglichkeit, noch klarer wegzuziehen. Das 0:1 in der 23. Minute erzielte Joshua Ndukwu, vorbereitet von einer Hereingabe, die der Co-Trainer ausdrücklich hervorhob: „Das 1:0 war eine perfekte Flanke von unserem Kapitän.“ Blaha sah danach noch mehrere Situationen, die seine Mannschaft besser hätte zu Ende spielen müssen. „Wir hätten noch drei, vier Situationen gehabt. Das waren keine Hundertprozentigen, aber wenn man es besser spielt, können das Hundertprozentige werden“, sagte er. Ganz einseitig war diese Phase aber nicht. Blaha räumte offen ein, dass auch Zwölfaxing im ersten Durchgang zu seinen Möglichkeiten kam. „Wir müssen froh sein, dass die Zwölfaxinger in der ersten Halbzeit nicht auch ein Tor schießen, nachdem sie einmal oder eigentlich zweimal alleine aufs Tor gelaufen sind, aber auch wieder durch einen schweren Abwehrfehler von uns.“ So nahm Reisenberg zwar ein 1:0 mit in die Pause, wirklich abgesichert war diese Führung aber nicht.

Die Partie kippt nach der Pause

Nach Wiederbeginn sah Blaha zunächst sogar den Moment, in dem seine Mannschaft das Spiel hätte in eine andere Richtung lenken können. Gleich nach der Halbzeit habe Reisenberg eine „Riesenchance“ auf das 2:0 gehabt, erklärte er. Wäre dieser Ball drin gewesen, hätte sich das Spiel wohl anders entwickelt. Stattdessen kam Zwölfaxing zurück und glich in der 62. Minute durch Oguzhan Aklanoglu aus. Genau dieser Treffer ärgerte Blaha besonders, weil er aus seiner Sicht viel zu leicht fiel. „Beim 1:1 stellen wir uns absolut nicht gut an. Das war viel zu billig“, sagte er. Trotzdem blieb seine Einschätzung klar: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Keiner war stärker, keiner war schlechter.“ Den Unterschied machte am Ende, dass die Gastgeber den letzten Treffer setzten. Denis Ivanovic traf in der 85. Minute zum 2:1 und drehte die Partie damit endgültig.

Der Unterschied kam für Blaha auch von der Bank

Dass Zwölfaxing in der zweiten Halbzeit noch zulegen konnte, führte Blaha nicht nur auf den Spielverlauf selbst zurück, sondern vor allem auf die personelle Lage beider Teams. „Die Zwölfaxinger haben in der zweiten Halbzeit frischen Wind gebracht mit den Spielern, die sie einwechseln. Das können wir einfach nicht“, sagte er. Reisenberg sei seit Wochen extrem dünn besetzt, dazu würden vier Stammkräfte schwer verletzt fehlen. „Das sind elf Kaderspieler plus mich selber, wobei ich nicht einmal mittrainiere. Ich bin der einzig Frische auf der Bank“, schilderte der Co-Trainer die Situation. Für ihn ist das kein Nebenaspekt, sondern ein zentrales Problem. Die Spieler, die Woche für Woche durchspielen, wollte er ausdrücklich nicht kritisieren, doch ohne Wechselmöglichkeiten werde es von Spiel zu Spiel schwerer. „Wenn du fünfzehn Spiele hast und fünfzehn Mal mit derselben Elf spielen musst und nicht wechseln kannst, wirst du nicht in der Liga bleiben können“, sagte Blaha.

Klare Worte zur Lage in Reisenberg

Blaha machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl, wollte die Niederlage aber nicht am Schiedsrichter festmachen. Zwar sprach er von einer Szene in der ersten Halbzeit, die für ihn „ganz klar Rot“ gewesen sei, zugleich stellte er klar: „Wir verlieren die Spiele nicht wegen den Schiedsrichtern.“ Viel schwerer wiegt für ihn die Gesamtlage seiner Mannschaft, die er sehr offen ansprach. „Wir verteidigen einfach schlecht, halten vorne die Bälle zu wenig und haben zu wenig Quantität und anscheinend auch zu wenig Qualität in der Mannschaft“, sagte er. Dazu komme, dass im Training oft nur neun bis zwölf Spieler da seien. Für Reisenberg bleibt damit auch nach der elften Runde der bittere Befund bestehen: Wieder reichte eine Führung nicht, wieder blieb der Tabellenletzte ohne Punkte, und die Sorgen im Abstiegskampf werden nicht kleiner. Blahas Satz vom fehlenden frischen Wind von der Bank passte an diesem Abend deshalb über das ganze Spiel hinweg.

1. Klasse Ost: Zwölfaxing : Reisenberg - 2:1 (0:1)

  • 85
    Denis Ivanovic 2:1
  • 62
    Oguzhan Aklanoglu 1:1
  • 23
    Joshua Ndukwu 0:1