In der 1. Klasse Ost hat der SC Reisenberg gegen den ASK Kaltenleutgeben mit 2:1 gewonnen und damit einen lange ersehnten Erfolg gefeiert. Co-Trainer Alexander Blaha sprach nach dem Schlusspfiff offen über eine "grottenschlechte" erste Halbzeit, aber auch über eine starke Reaktion nach der Pause. Am Ende stand laut Blaha der erste Sieg seit über einem Jahr und zugleich der erste Heimsieg seit mehr als eineinhalb Jahren.

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Dass Reisenberg an diesem Abend noch als Sieger vom Platz gehen würde, war nach den ersten 45 Minuten alles andere als klar. Kaltenleutgeben ging schon in der 9. Minute durch Elias Roohi Fard mit 1:0 in Führung und hätte aus Sicht von Blaha bis zur Pause deutlich höher führen können. "Erste Halbzeit waren wir grottenschlecht. Wir müssen froh sein, dass wir nicht mit 5:2 oder 6:2 hinten liegen", sagte der Co-Trainer unverblümt. Ganz ohne eigene Momente war der SC aber nicht, denn Blaha erinnerte auch an zwei große Chancen seiner Mannschaft. Der Ausgleich durch Alfred Werner in der 16. Minute war daher für den weiteren Abend enorm wichtig, auch wenn das 1:1 zur Pause den Spielverlauf nach seiner Einschätzung nur bedingt widerspiegelte.
Die Wende setzte für Blaha klar nach der Pause ein, genauer gesagt nach der Roten Karte gegen Philipp Mayer in der 49. Minute. "Die ersten fünf Minuten nach der Roten Karte hat man nicht wirklich gemerkt, dass sie einen Spieler weniger waren. Aber danach sind wir immer besser reingekommen", schilderte er die Phase nach dem Seitenwechsel. Was in der ersten Hälfte noch unsicher und offen wirkte, bekam nun eine andere Richtung. Reisenberg wurde aktiver, stand laut Blaha hinten deutlich stabiler und ließ Kaltenleutgeben in dieser zweiten Halbzeit kaum noch zu wirklichen Torchancen kommen. Als Joshua Ndukwu in der 65. Minute auf 2:1 stellte, wuchs bei der Heimelf auch die Überzeugung. "Ab dem 2:1 habe ich gewusst: Das könnte sich heute ausgehen", sagte Blaha. Zum Treffer selbst meinte er knapp: "Das hat unser Stürmer richtig richtig gut gemacht."
Bemerkenswert war dieser Heimsieg auch deshalb, weil Reisenberg personell wieder früh improvisieren musste. Bereits um die 20. Minute gab es laut Blaha den ersten verletzungsbedingten Wechsel, in der 60. Minute fiel dann auch noch der rechte Verteidiger aus. Der Co-Trainer sprach von Spielern mit Trainingsrückstand, Rückkehrern nach Verletzungen und Akteuren, die schon 90 Minuten in der Reserve absolviert hatten, die danach spielen mussten. Gerade deshalb stellte er die Leistung nach der Pause besonders heraus. "Kämpferisch, läuferisch, da hat jeder das getan, was man tun muss, um so ein Spiel zu gewinnen", sagte Blaha. Dazu kam, dass Reisenberg nach dem Führungstor noch Chancen auf das 3:1 und 4:1 hatte. Auch diesen Punkt sprach er deutlich an, weil seine Mannschaft das Spiel nach seiner Sicht am Ende noch klarer hätte entscheiden können.
Der Ertrag zählte an diesem Abend ohnehin mehr als jede Schönheitsnote. "Drei Punkte sind drei Punkte und das ist das Wichtigste", betonte Blaha, der den Erfolg als ersten Sieg seit über einem Jahr und als ersten Heimsieg seit mehr als eineinhalb Jahren einordnete. Über Kaltenleutgeben sagte er, dass der Gegner vor allem vor der Pause gefährlich war, in der zweiten Hälfte aber nicht mehr die Gegenwehr zeigte, die er von dieser Mannschaft kennt. Auch dem Schiedsrichter stellte er ein klares Lob aus: "Der Schiedsrichter hat das richtig gut gemacht. Er hat auf beiden Seiten seine Linie durchgezogen." Bei der Frage nach Verbesserungspotenzial wollte Blaha angesichts der vielen Ausfälle keine große Kritik formulieren. "Wir müssen bis zum Winter da durch", sagte er. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt also nicht, denn schon nächste Woche wartet aus seiner Sicht "das nächste wichtige Spiel gegen einen direkten Konkurrenten".