In der 1. Klasse Süd hat USC Wampersdorf gegen SV Bad Erlach nach einer 1:0-Pausenführung noch mit 2:3 verloren. Die Gäste lagen zur Pause zurück, kamen danach aber deutlich entschlossener aus der Kabine und drehten die Partie. Trainer Mario Pürrer machte vor allem das 1:1 zum Schlüsselmoment und sprach nach dem Schlusspfiff von einem „anderen Gesicht“ seiner Mannschaft.

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Aus Sicht von Mario Pürrer begann die Partie für Bad Erlach zunächst durchaus so, wie er sie sich vorgestellt hatte. „Die ersten zehn Minuten waren wir genau im Spiel, so wie wir es haben wollten“, sagte der Trainer. In dieser Phase hatten die Gäste auch zwei Großchancen, einmal ging ein Abschluss an die Stange. Pürrer meinte deshalb auch: „Da hätten wir uns das eine Tor schon verdient.“ Danach kippte die erste Hälfte aber aus seiner Sicht deutlich. Bad Erlach setzte zu wenig von den Vorgaben um, weder offensiv noch defensiv, und Wampersdorf kam besser in die Partie. Kurz vor der Pause fiel dann auch noch das 1:0 für die Gastgeber, als Marcel Mottl in der 45. Minute traf. Pürrer beschrieb die Entstehung als unübersichtlich und sprach von einem „Flipperball“, der vor den Füßen eines Wampersdorfers landete.
Entsprechend gedrückt war die Stimmung bei Bad Erlach in der Kabine. „Nach so einer Halbzeit waren die Köpfe am Boden“, schilderte Pürrer den Moment recht offen. Gerade deshalb sei in der Pause vor allem eines wichtig gewesen: die Mannschaft wieder aufzurichten. „Wir haben genug Zeit, dass wir das Spiel drehen können“, gab er seinen Spielern mit. Genau das setzte seine Elf nach Wiederbeginn dann auch deutlich besser um. Pürrer sprach von Mentalität, Charakter und vom unbedingten Willen, das Spiel noch zu gewinnen. Als Marcel Raisinger in der 66. Minute den Ausgleich zum 1:1 erzielte, war das für den Bad-Erlach-Coach der ganz entscheidende Impuls. „Das 1:1 war auf jeden Fall sehr wichtig. Da sind wir noch besser ins Spiel gekommen, und da war das Spiel schon mehr auf unserer Seite“, sagte er.
Mit dem Ausgleich war die Partie aus Sicht der Gäste noch lange nicht perfekt, aber sie hatte nun klar eine andere Richtung. Pürrer betonte, dass seine Mannschaft nach dem 1:1 nicht aufgehört habe, an ihrem Plan festzuhalten. „Wir haben nicht aufgegeben und weiter unser Spiel gespielt“, sagte er. Für ihn war dabei auch spürbar, dass die Lockerheit zurückkam: „Da hat man richtig gesehen, dass die Spiellaune da ist, der Spielspaß da ist.“ Bad Erlach belohnte sich in dieser Phase auch auf der Anzeigetafel. Marcel Raisinger schnürte in der 76. Minute mit dem 2:1 seinen Doppelpack, ehe Julian Puffler in der 83. Minute auf 3:1 erhöhte. Ganz erledigt war die Sache damit dennoch nicht, weil Marcel Mottl in der 88. Minute noch auf 2:3 verkürzte und Wampersdorf damit bis zuletzt im Spiel blieb.
Pürrer ordnete den Auswärtssieg trotz der geglückten Wende nüchtern ein. „Es war nicht alles gut heute, auch in der zweiten Halbzeit nicht. Es gibt immer Luft nach oben“, sagte der Trainer. Gerade diese Mischung aus Selbstkritik und Erleichterung passte zu seiner gesamten Analyse. Er hatte Wampersdorf so erwartet, wie es sich vor allem vor der Pause präsentierte, und sah bei seiner eigenen Mannschaft auch eine Portion Verunsicherung nach zwei Niederlagen in Serie. „Wenn wir mit mehr Selbstvertrauen hineingestartet wären, hätten wir das Spiel viel länger in unserer Hand gehabt“, meinte er. Umso wichtiger war für Bad Erlach, dass nach dem Rückstand die Reaktion kam. Unterm Strich blieb für Pürrer deshalb ein verdienter 3:2-Erfolg, mit dem die Gäste nach sechs Runden bei zehn Punkten halten. Wampersdorf bleibt nach der sechsten Runde bei vier Zählern.