In der 1. Klasse Süd lieferten sich SV Bad Erlach und SV Weikersdorf ein torreiches Duell, das die Gäste am Ende mit 5:3 für sich entschieden. Trainer Mario Pürrer sah bei seiner Mannschaft viel Einsatz und immer wieder gute Phasen, machte nach dem offenen Schlagabtausch aber vor allem zwei Dinge für die Niederlage verantwortlich: „Standards und Eigenfehler haben das Spiel entschieden.“

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Der Abend begann aus Sicht der Gastgeber durchaus ordentlich, auch wenn Pürrer gleich darauf hinwies, dass Weikersdorf zu Beginn die erste gute Aktion hatte. Danach kam Bad Erlach aber besser ins Spiel und setzte laut dem Trainer vieles von dem um, was man sich vorgenommen hatte. In der 10. Minute brachte Maximilian Breitsching die Heimelf mit 1:0 in Führung, und Pürrer sprach davon, dass seine Mannschaft in solchen Momenten sofort einen spürbaren Schub bekam. Lange hielt der Vorsprung allerdings nicht, weil ein Eigentor von Manuel Pürrer in der 16. Minute den Ausgleich brachte. Bad Erlach ließ sich davon zunächst nicht aus der Bahn werfen und ging durch Nico Karner in der 22. Minute erneut in Front. Bis kurz vor der Pause sah es damit nach einer knappen Führung aus, ehe Maximilian Rottensteiner in der 44. Minute noch das 2:2 für Weikersdorf erzielte. Gerade diese erste Hälfte passte zu Pürrers Gesamteindruck, dass es „ein starkes Spiel von beiden Seiten“ gewesen sei.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen, doch mit Fortdauer bekam Bad Erlach die Offensive der Gäste immer weniger in den Griff. In der 69. Minute stellte Christopher Hatzl auf 2:3, aber auch darauf hatte die Heimelf noch einmal eine Antwort. Nur zwei Minuten später gelang Marcel Raisinger der Ausgleich zum 3:3, und genau diesen Punkt hob Pürrer nach dem Spiel hervor: „Wenn wir ein Tor gemacht haben, war immer ein Ruck nach vorne da, und wir hatten das Spiel auf unserer Seite.“ Bad Erlach zeigte also Moral und kam noch einmal zurück. Entscheidend war aber, dass Weikersdorf in der Schlussphase wieder nachlegen konnte. Hatzl traf in der 83. Minute ein zweites Mal zum 3:4, und in der Nachspielzeit setzte André Greiner mit dem 3:5 den Schlusspunkt. Pürrer musste danach anerkennen, dass seine Mannschaft am Ende nicht mehr genug Druck aufbauen konnte, um zumindest noch einen Punkt in Bad Erlach zu behalten.
Warum das Spiel letztlich kippte, erklärte der Bad-Erlach-Trainer sehr klar. Für ihn lag ein wesentlicher Grund im Defensivverhalten seiner Mannschaft. „Durch die starke Offensive von Weikersdorf hatten wir Probleme im defensiven Spiel, haben uns verunsichern lassen und sind öfter zu spät in die Zweikämpfe gekommen“, sagte Pürrer. Besonders wichtig war ihm dabei der Hinweis, dass seine Elf den Gegner früher hätte anlaufen müssen. „Wir hätten schon früher den Gegner stören müssen, damit sie keinen Platz bekommen beziehungsweise keine Luft“, formulierte er es deutlich. Dazu kam aus seiner Sicht noch ein zweiter Punkt, der das Spiel zusätzlich in die falsche Richtung lenkte. „Die Eigenfehler müssen wir abstellen “, forderte Pürrer. Fehler werde es immer geben, sagte er sinngemäß, aber in so einer torreichen Partie hätten diese Nachlässigkeiten besonders schwer gewogen. Dass er dabei auch die Standards als entscheidenden Faktor nannte, zog sich wie ein roter Faden durch seine Analyse.
Pürrer redete die Niederlage nicht klein, suchte die Gründe aber vor allem bei seiner eigenen Mannschaft und in der Qualität des Gegners. Über Weikersdorf sagte er: „Offensiv und auch defensiv waren sie sehr gut, vor allem in der Offensive.“ Schon vor der Saison habe man gewusst, dass dort eine starke Mannschaft zusammenstehe, und Pürrer legte nach: „Wenn sie so weiterspielen, werden sie um den Titel mitspielen.“ Damit ordnete er auch den Auftritt der Gäste ein, die sich mit nunmehr 14 Punkten in der Spitzengruppe festsetzen. Den Schiedsrichter wollte der Trainer dagegen gar nicht groß zum Thema machen. Es gebe in jedem Spiel kleine strittige Situationen, meinte er, „aber ansonsten war alles gut“ – und genau das sei ohnehin zweitrangig. Für Bad Erlach bleibt nach dem 3:5 daher vor allem die Aufgabe, die eigene Fehlerzahl zu senken und im Defensivspiel früher dran zu sein. Oder, wie es Pürrer knapp zusammenfasste: „Schlussendlich hat diesmal die Qualität gesiegt.“