Ein turbulenter Nachmittag in Nondorf prägte die Eindrücke von Trainer Martin Glaser: Zwischen großer Zufriedenheit mit dem Plan und späten Emotionen sah er sein Team aus Brand-Nagelberg auswärts gegen den SCU Koller Nondorf in der 1. Klasse Waldviertel taktisch voll auf Kurs – und haderte zugleich mit einem nicht gegebenen Elfmeter, einer Gelb-Roten Karte sowie dem späten Ausgleich in der Nachspielzeit. Ballbesitzvorteile beim Gegner, starke Physis im eigenen Team und ein intensiver Schlagabtausch bestimmten seine Analyse.

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Glaser beschrieb den Start als Umsetzung nach Plan: „Verlauf des Spiels: Es ist alles so, was wir uns vorgenommen haben, der Matchplan, alles perfekt aufgegangen.” Früh brachte Jindrich Kucera Brand-Nagelberg in Minute 13 mit 1:0 in Führung. Benjamin Steininger glich in Minute 34 zum 1:1 aus – zur Pause stand es 1:1. Nach dem Seitenwechsel stellte Daniel Granov in der 54. Minute auf 2:1. Nondorf antwortete durch Alexander Bruckner (73., 2:2), ehe Jan Hiller nur drei Minuten später nach einem Eckball erneut vorlegte (76., 3:2). In einer hitzigen Schlussphase schlug Nondorf noch einmal zurück: Doppeltorschütze Alexander Bruckner traf in der Nachspielzeit in der 95. Minute zum 3:3. Aus Glasers Sicht fielen die Ausgleiche „aus einem Standard”, und auch das 3:2 sei „aus einem Eckball” entstanden – sinnbildlich für eine Partie, in der ruhende Bälle oft den Ausschlag gaben.
In Glasers Bewertung erzählten Ballbesitz und Chancen zwei verschiedene Geschichten. „Der Gegner hat sicher mehr Ballbesitz vorgefunden, aber wir haben die einzigen Möglichkeiten aus dem Spiel heraus gehabt.” Folgerichtig betonte er die Disziplin seiner Elf: „Die taktischen Vorgaben sind zu 100 Prozent erfüllt worden.” Einzelne Namen hob er nicht hervor: „Nein, die ganze Mannschaft hat alles perfekt umgesetzt.” Physisch sah er seine Mannschaft voll auf der Höhe: „Mein Team war physisch sehr präsent.” Diese Mischung aus Stabilität, Laufstärke und klarem Plan trug Brand-Nagelberg durch die wechselnden Führungen – bis in die hektische Schlussphase hinein.
Besonders hängen blieb dem Trainer eine Szene im Strafraum: „Dann hätten wir einen Elfer kriegen müssen, wo der Schiedsrichter schon gepfiffen hat sogar und den Punkt gezeigt hat. Und dann komischerweise hat unser Spieler aber gelbe Karten gekriegt und es hat eine Aufregung gegeben.” Die Konsequenzen wogen schwer: „Leider Gottes in Folge, äh, zum Schluss hat der Spieler dann, was einer der wichtigsten von mir ist, Gelb-Rot auch noch gekriegt und der fehlt mir halt im nächsten Match wieder.” In der Nachspielzeit kochten die Emotionen erneut hoch: „Dann hat er leider acht Minuten nachspielen lassen und dann ist leider unserem Tormann der Ball ausgekommen und in der 98. Minute haben wir das drei zu drei gekriegt.” Trotz des späten Dämpfers bleibt für Glaser die Marschroute klar: „Ich möchte auf alle Fälle mitnehmen, dass der, die Einstellung und die taktische Beibehaltung, was wir uns vornehmen, so umgesetzt wird und so beibehalten wird.” Seine Mannschaft habe gezeigt, wie sie auch unter Druck physisch präsent bleibt und den eigenen Plan durchzieht – ein Fundament, auf dem sich aufbauen lässt, selbst nach einer hitzigen Schlussphase mit reichlich Diskussionsstoff.